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| Franz Josef, Regenwald und Gletscher (5.1.00-6.1.00) |
Zum Glueck ohne hang-over (englisch fuer Kater!) stand ich am Morgen nach der "Fasnacht" auf. (Ich hatte uebrigens bis jetzt ohnehin noch nie einen hang-over auf meiner Reise, ehrlich!)
Morgens frueh als ich aufstand waren weit entfehrnt hinter dem Lake Mahinapua die schneebededckten Berge zu sehen. Aber die Freude waehrte nicht lange und die Westkueste machte ihrem Spitznamen Wetkueste wieder alle Ehre! So fuhren wir mal wieder unter bedektem Himmel durch die Gegend. Die Westkueste der Suedinsel ist ein sehr schoener Teil von Neuseeland, aber mal etwas blauer Himmel und die Berge nicht nur von Postkarten sehen waere noch schoener gewesen.
Aber vom Wetter lasse ich mir die laune nicht so schnell verderben. So ging die fahrt durch einige alte kleine Goldgraeber-Ortschaften. So auch durch Ross, wo 1907 der groesste Goldklumpen von Neuseeland, der 3 kg schwere "Honourable Roddy", gefunden wurde.
kurz nach Ross machten wir an einem Ort (ich prezisiere, einem Haus!) Stop, der sich Bushman's Center nannte. Dort wurde uns so einiges ueber den ehemaligen Holzschlag in der Region sowie ueber die Erwerbszweige der region erzaehlt, was ausser etwas Tourismus auch Mooszucht, Hirschjagd, Hirschzucht sowie noch immer etwas Holzschlag ist. Auch ueber die hiessige (importierte) Tierwelt wurde so einiges berichtet. Viele der Tiere hier in Neuseeland wurden ja im laufe der Geschichte aus aller Welt hier angesiedelt. Aber es wurde auch interesantes ueber die hier echt heimische Tierwelt berichtet.
Der Schwerpunkt war jedoch bei dem Possum. Fast jeder weiss, dass hier in Neuseeland zur Zeit etwa 48 Mio. Schafe leben (es waren auch schon rund 75 Mio.!!). Aber fast niemand weiss dass Neuseeland auch die Heimat von ueber 70 Mio. Possum's ist. Diese putzigen Tiere gleichen etwas den Murmeltieren in der Schweiz, sind jedoch wegen ihrer imensen Population eine echte Plage fuer das Land. Jeder Reisende bekommt diese Tiere zu Gesicht, am leichtesten sind sie auch der Strasse zu finden. So etwa rund alle zwei Minuten passiert man mit dem Auto ein zermatschtes Exemplar...
...einige zermatschte Possum's weiter suedlich versuchte ich mein Glueck beim Goldwaschen. Nachdem uns so einiges ueber die Goldgraeber und das Goldwaschen gesagt wurde, ging es los. Jeder fasste eine Pfanne voll Gold. (Um es spannender zu machen mit etwas Geroell angereichert!) Jetzt mussten wir nur das Geroell und den Sand Auswaschen, und schon hatten wir reines Gold. Das hier gefundene Gold hat eine Reinheit von hohen 23 Karat!
Natuerlich fand ich nicht einfach nur Gold, dass waere ja zu langweilig. So schuerfte ich auch den seltenen Red-Stone, den sogenannten January anniversairy sowie Rost vom nahen Brueckenpfeiler! Ich war echt stolz auf mich selber. ich fing ernsthaft daran zu denken da zu bleiben und Gold zu schuerfen, oder was sonst noch so in meiner Pfanne haengen bleibt. Aber da waren diese muehsammen Sandfliegen mit ihren juckenden Stichen. Zudem musste ich erfahren wie schwer Gold ist. Nach dem Schuerfen konnte ich mein Backpack vor lauter Gold kaum mehr tragen! So entschied ich doch nicht Goldgraeber zu werden.
Gegen Abend traffen wir in Franz Josef ein, wo ich einen zusaetzlichen Tag verbrachte.
Die meisten die mit mir unterwegs waren, entschieden sich eine gefuehrte Wanderung ueber den Franz Josef Gletscher zu machen. Die meisten von denen sahen eh das erste mal einen Gletscher von nahem! Ich jedoch war schon in und auf Gletschern, so dachte ich mir dass ich das Geld dafuer besser spare.
Was mich jedoch fasziniert, ist der Regenwald der bis an den Gletscher reicht und sogar noch links und rechts des Gletschers zu finden ist. Um dies jedoch zu entdecken und erleben brauchte ich kein Geld auszugeben.
Von Franz Josef zum Gletscher versuchte ich auf den ganzen 4 Kilometern vergebens eines der vielen Autos auf dem Weg zum Gletscher zu stopen. So lief ich halt den ganzen Weg. Relativ nahe beim Gletscher fuehrte mein Wanderweg von der Strasse weg zum Roberts Point, welcher hoch ueber dem unteren Drittel des Gletschers ist. So zog ich los, hinein in den Regenwald. Ausser an der Westkueste von Neuseeland findet man niergens in diesen Breitengraden Gletscher so nahe an der Meereskueste. Der Franz Josef Gletscher endet auf nur 240 Metern ueber Meer! Nirgenswo sonst stossen Eis und Schnee so unmittelbar mit dichtem, fast subtropischem Regenwald zusammen. Und genau das wollte ich sehen. Ich wollte es nicht nur sehen, sondern auch fuehlen und erleben. Genau das machte ich auch auf meiner Wanderung. Ich kam ueber drei wacklige Haengebruecken, stieg eine Leiter empor und lief ueber richtiggehend an die Felswand "geklebte Huenerstege". Es war fantastisch. Aber auch ziemlich anstrengend, besonders bei meinem Tempo, dass ich zu halten versuchte. Der Track fuehrte durch wirklich atemberaubenden Regenwald, mit schoenen Ausblicken zwischendurch auf die felsigen schneebedeckten Berge und den Gletscher. Da es bewoelkt war, musste ich mich mit den Blicken durch die "Wolkenfenster" begnuegen, dafuer waren die sehr schoen und so genoss ich sie umso mehr.
Doch der Track selbst genoss die meist Aufmerksamkeit von mir. Er fuehrte an diversen heiklen nicht ganz ungefaehrlichen Stellen vorbei. Zudem war es nicht ein richtiger Weg, sondern viel mehr ein Hindernisslauf ueber nasse Moosbedeckte Steine und Wurzeln, abwechselnd mit Sumpfloechern und unzaehligen Baechlein, in denen der Track auch oft verlief! So fiel ich auch mehrmals hin, gluecklicherweise ohne mich je zu verletzen.
Mal den Roberts Point erreicht, genoss ich die herrliche Aussicht auf den Franz Josef Gletscher. Zusammen mit zwei deutschen Paaren amuesierte ich mich ueber die schier endlosen Menschenkarawanen die hintereinander den Gletscher hoch pilgerten. Am meisten belustigten wir uns ueber die ausgelatschten Pfade die die meisten Gruppen gingen. Der Gletscher war voll mit eingeschlagenen Treppenstufen! Da wusste ich, dass es die richtige Entscheidung fuer mich war, kein Geld fuer eine Gletschertour auszugeben.
Leider passierte mir da noch ein Missgeschick, der Rucksack fiel von der Bank. Dabei brach die Objektivhalterung des Kameraobjektivs ab! Fotografieren war zwar noch moeglich, aber nur sehr umstaendlich! Ich sah die Probleme und die Kosten die mir das Objektiv noch machen wird auf mich zu kommen, und ich sollte leider recht behalten...
Trotzdem, die Wanderung durch den Regenwald direkt beim Gletscher war ein unvergessliches Erlebnis!
Abends um zehn Uhr lies ich mich noch von Leslie (River Valley und Silvester) zu einem Spaziergang ueberreden. Ich kannte nur einen einzigen kurzen Pfad der nahe der Ortschaft durch den Wald fuerten. Ich war ihn jedoch noch nie zuvor abgelaufen, genau wie Leslie die einen Spaziergang durch etwas hellere Gegend bevorzugt haette. Ich hatte zwar die Taschenlampe dabei, benutzte sie jedoch wirklich nur wenn es nicht mehr anders ging (Schliesslich bin ich ja ein ehemaliger Jungwaechtler!).
Dies sollte sich auch noch ausbezahlen. Wir durften naemlich die freudige Entdeckung machen, dass fast der ganze Pfad links und rechts von tausenden von Gluehwuermchen gesaeumt wurde! Es war einfach maerchenhaft! Ich genoss einfach dieses herrliche Naturschauspiel.
Waehrenddessen hatte Leslie etwas furcht, jedoch nicht von den Gluehwuermchen. Ich glaube sie hatte zuviele Gedanken bei irgendwelchen schlechten Horrorfilmen...
Aber das Beste das wir noch entdeckten war ein Possum. Ich hoerte es rascheln und wollte wissen was es ist. So nahm ich die Lampe, fand jedoch nichts. Da raschelte es wieder und ich zuendete dem Possum zwei Meter vor uns direkt ins Gesicht! Es schien ganz und gar nicht erschreckt, es kam uns sogar noch entgegen. Es war einfach unglaublich.
Nicht bereut mich zu dem Spaziergang uebereden gelassen zu haben war schon wieder die letzte Nacht in Franz Josef angesagt.
Makarora, Ist Villmergen nicht sehenswerter? (7.1.00)
Von Franz Josef ging es frueh morgens erst weiter suedlich nach Fox. Fox ist quasi der Zwillingsbruder von Franz Josef. Beide Orte haben einen Gletscher, keine Bank, sind sehr klein und liegen am ende der Welt!
Hier in Fox besuchten wir jedoch nicht wieder einen Gletscher. Der Lake Matheson stand diesmal im Mittelpunkt unseres Interesses. Speziell am Morgen, wenn der See noch ruhig ist gehoert er zu den beliebtesten Fotomotiven von Neuseeland. Dann kann man naemlich den Mount Cook und andere Berge wunderbar darin spiegeln sehen. Es ist wirklich eine traumhafte Postkartenansicht. Und ich muss es ja wissen, denn ich schaute mir viele verschiedene Postkarten mit dem Lake Matheson an. Die eigentliche Sicht am See blieb mir jedoch vergoennt, denn wie gewohnt versteckten sich auch heute die Berge hinter einem Wolkenschleier.
Weiter ging es durch die truebe, aber trotzdem schoene Natur den Haast Pass hinauf. Der nur 563 Meter hohe Pass ist erst seit 1965 mit dem Auto zu passieren. Davor war der Haast-Paringa Cattle Track die einzige Verbindung zwischen dem Sueden des Westlandes und dem Landesinneren, nur auf Schusters Rappen oder Pferderuecken zurueck zu legen. Ja, Neuseeland ist halt noch ein junges Land...
Weiter gieng es zu den Thunder Creek Falls, welche den Besuchern das einte oder andere "Ohh" oder "nice" sowie das obligate Erinnerungsfoto entlocken konnten.
So im Verlauf den Nachmittages kamen wir dann in Makarora an.
Makaroa liegt im Siberia Valley und erinnerte mich stark an die Gegend um Andermatt. Nur die Seilbahn auf den Gemsstock fehlte!
Auch ist Makarora etwas kleiner als Andermatt. Es besteht naemlich nur aus einer Tankstelle mit Kramladen sowie einem Motel. In eben diesem Motel war unsere Unterkunft.
Makarora ist mal wieder ein Beispiel dafuer dass fast jeder noch so kleine Weiler in dem Reisebuch von Neuseeland zu finden ist. Gar nicht bescheiden nennen die Neuseelaender dann das auch noch Town!
Ich habe so auf meiner Reise in jeden Schweiz-Reisefuehrer geschaut der mir irgendwie in die Finger kam. Meint Ihr, da ist mein schoenes Villmergen mit der schoenen Neugotischen Kirche erwaehnt? Nein! Wenn dem Kanton Aargau ueberhaupt jeweils zwei Seiten "geopfert" werden muss man schon zufrieden sein!
Aber steht hier ein Kramladen in der Landschaft, so findet er Erwaehnung in dem Reisebuch. Wir haben doch auch den Kramladen von Stegmueller und "Tschowanni"....
Wie auch immer, wenn man an einem Ort Uebernachtet wo man niergendwo hin gehen kann, so werden es immer lustige Abende...
Queenstown, wo der Riese im See schaeft! (8.1.00-9.1.00 / 15.1.00)
Von diesem Kraemerladen im Siberia Valley ging es weiter nach Queenstow. Das Wetter war mal wieder ...rate!... bewoelkt! Aber daran habe ich mich ja gewoehnt. Ich habe mich auch schon damit abgefunden die Westkueste der Suedinsel zu verlassen, ohne je die Suedalpen richtig schoen von der Westseite gesehen zu haben.
Wenigstens waren wir fuer unseren besten Zischenstop des Tages nicht auf schoenes Wetter angewiesen. Dieser war in Wanaka, einem kleinen Ort an einem gleichnamigen See. Dort besuchten wir das Puzzling World. Dies ist so etwas wie eine Welt der Raetsel und Illusionen. Da waren viele Knobelraetsel die man zu loesen probieren konnte. Da war ich natuerlich an der Richtigen Adresse. Ich musste mich jedoch von den knobeleien trennen ohne sie alle geloest zu haben (Unter uns, eigentlich habe ich nur einen ganz ganz kleinen Teil von ihnen geloest!)
Aber da war noch mehr zu sehen, eine riesige Galerie voll mit effektvollen Hologrammen, ein Raum mit dutzenden von Gesichtern an allen acht Waenden, und alle Gesichter schauten dich immer an, wohin man auch lief. Da kam man sich fast etwas beobachtet vor! Auch nicht schlecht waren die schiefen Raeumlichkeiten. Dort lief Wasser den Berg hinauf, Kugeln rollten nach oben und es wurde einem halb schlecht vor lauten schiefen Dingen.
Jedoch eine der Hauptatraktionen ist der Irrgarten mit ueber 1500 Meter Irrwegen. Die aufgabe war, zu jedem Turm in der Ecke des Garten zu gehen und anschliessend wieder raus zu finden. Um das Ganze noch etwas interessanter zu machen hat es noch Bruecken und Ueberfuehrungen!
Ich zog mit Nicole los, aber wir scheiterten schon am Anfang, wir fanden den Eingang nicht! Mal drinnen fanden wir doch zwei Tuerme, danach mussten wir aus Zeitgruenden aufgeben. Es waere jedoch gut moeglich, dass wir noch immer Rumirren wuerden, waeren da keine Notausgaenge...
Ein Anderer Zwischenstop war an der Kawarau Bridge kurz vor Queenstown. Hier wurde der Welterste Bungy Jump durchgefuehrt. Noch immer fuehrt AJ Hackett (Der Organisator) hier Bungy Jumps durch. Jedoch haben auch sie expandiert und begnuegten sich nicht mehr nur mit den 47 Metern der Kawarau Bridge. So richteten sie sich eigens zum Bungy Springen zwei andere Plaetze in Queenstowns Umgebung ein (Neue Bruecke und eine spezielle Seilbahn!) um auch Spruenge von 102 beziehungsweise 134 Metern anbieten zu koennen!
Ich liess das Springen jedoch sein (kann ich mal in der Schweiz machen), amuesierte mich jedoch daran wie die Springer in den kalten Fluss tauchten und dabei fast ihr T-Shirt verlohren! Ja richtig, bei den weiblichen Springern kam besondere Spannung unter den maennlichen Schaulustigen auf...
In Queenstown angekommen schaute ich zuerst nach meinem defekten Objektiv. Aber in jedem Geschaeft dieselbe Antwort: Einsenden, ewta drei Wochen! So blieb mir halt nichts anderes Uebrig als ein neues "billiges" (schmerzlicher Aufschrei in der Reisekasse!) Objektiv zu kaufen, da auch niergens Occasionen zu erhalten waren. Ja, jetzt hab ich halt ein neues 35-70er Objektiv, meine Liebe gehoert jedoch nach wie vor meinem alten 28-80er. So fuehre ich es manchmal noch immer mit mir, fuer spezielle Fotos. Auch den in Auckland gekaufte Circular-Polarizer Filter passt nicht auf das neue Objektiv, aber ich kann ihn mit der freien Hand (welcher freien Hand?) vor die Linse halten. Umstaendlich aber moeglich.
Queenstown ist wunderschoen und erinnert mich etwas an die Schweiz. Es hat so um die 7500 permanenten Einwohner. Queenstown liegt am Ufer des blau-gruenlich schimmernden Lake Wakatipu, umrahmt von hohen Bergketten, beeindruckt durch seine wunderschoene Lage und ist der Urlaubsort auf der Suedinsel schlechthin.
Und siehe da gegen Abend kam sogar noch die Sonne und am Himmel verschwanden alle Wolken. So genoss ich es auch noch abends um 22 Uhr kurzarmig beim letzten Licht des Tages einfach durch das kleine Staedtchen zu schlendern. Dabei waren meine Gedanken in der Schweiz, nein, kein Heimweh! Aber bei Euch ist es sicherlich abeds um 17 Uhr schon dunkel und bitterkalt! Schrecklich nicht...?
Noch immer waren so einige Ueberbleibsel der schweren Ueberschwemmungen zu sehen die Queenstown mitte des letzten Novembers heimgesucht haben, aber alles in allem geht alles wieder seinen geregelten Lauf. Das vielleicht muehsammste war, dass man noch immer kein Trinkwasser hatte, offiziell. Aber ich lebe ja noch...!!!
Ich hatte wirklich Glueck seit ich in Queenstown war sah ich jetzt jeden Taq die Sonne (heute ist der 19.1.00). So war die kleine Wanderung zur Bergstation der Skyline Gondola auf dem Bob's Peak auch ein Vergnuegen; belohnt mit einer herrlichen Aussicht auf Queenstown und Umgebung.
Das fuer die Bergbahn so gesparte Geld investierte ich (mit einer klizekleinen Zugabe!) in eine Jet Boot Fahrt auf dem Shotover River.
Shotover Jet ist zwar der teuerste Anbieter von Jet Boot Fahrten in Neuseelland, aber dafuer auch einer der besten.
Mit Pellerine und Schwimmweste ausgeruestet ging es zusammen mit 9 anderen Passagieren in das 4.75 m kurze und 2.44 m breite Boot. Nochmals letzte Instruktionen vom "Pilot", und ab gings. Pilot ist wahrscheindlich schon der richtige Ausdruck fuer den Fahrer eines Shotover Jet Bootes. Immerhin wird die etwas zu gross geratene "Aluminium-Nussschale" von einem 8.2 Liter Chevrolet V8 Motor angetrieben! Im Gegensatz zu einem normalen Schiffsantrieb (Propeller) wird ein Jet Boot mit einem Impeller angetrieben.
(Fuer technisch nicht so bewandte: Beim Impeller wird das Wasser durch eine Oeffnung im Rumpf des Bootes "angesaugt". Dann wird es beim Impeller, was eigentlich nichts anderes als ein in ein Gehaeuse gebauter Propeller ist, beschleunigt und ueber eine Duese am Heck des Bootes hinaus geschleudert.)
Der Chevi V8 Motor schafft es via den Jet Antrieb 380 Liter Wasser in der Sekunde durch die Duese zu jagen! Dabei benoetigt der Motor die kleinigkeit von 1.5 Liter Treibstoff pro Minute!
Dafuer braust das Jet Boot auch mit beachtlichen 70 Sachen auf dem Fluss. Fuer den Anfang war das auch ganz schoen, den Fluss hinauf zu jagen und ueber kleine Stromschnellen zu brettern. Um die Regenjacke war man da noch schnell mal froh, besonders wenn das Boot sich auf der Distanz von einer Bootslaenge aus voller Fahrt einmal um die eigene Achse drehte. Bei diesen 360 Grad Turns musste man sich schon etwas festhalten.
Aber ich habe ja den Shotover River zum Jet Boot fahren ausgesucht, weil ich weiss dass hier zwei Canyons sind. Denn da fing der Spass erst richtig an.
So schnell wie moeglich auf dem schmalen Fluss im kurvigen Canyon hiess die Deviese! Schnell durch den Canyon zu jagen war schon toll, aber schnell ganz nah den Felswaenden entlang zu bolzen war awesome (Englisch fuer toll, mega,geil etc.).
Da wurde dir schnell klar warum man nicht aus dem Boot hinaus lehnen sollte! Bei einem Baumstamm im Fluss schossen wir gar so nah vorbei, dass das Aluminium des Bootsrumpfes von sich hoeren liess. Mehrt als einmal dachte ich, dass wir jetzt gleich am Felsen Haengen bleiben, so wie wir auf die Canyonwaende und Kanten zuschossen. Aber nie war es der Fall, zum Glueck!
Auch wenn dieser Ausflug nicht ganz billig war, ich hatte meinen Spass.
Natuerlich genoss ich auch etwas das Nachtleben von Queenstown, oder ich genoss einfach mal wieder die Sonne und dachte darueber nach wie gut ich es doch habe. Noch nie zuvor in meinem Leben war ich so auf mich selbst angewiesen wie auf dieser Reise. Nie zuvor auch spuerte ich soviel Freiheit und Unabhaengigkeit. Gruende genug um einfach in einer ruhigen Minute darueber nach zudenken und es zu geniessen!
Fast vergessen, ich bin Euch noch die geschichte mit dem Riesen schuldig.
Der Wasserspiegel des Lake Wakatipu, an dem Queenstown liegt, hebt und senkt sich alle paar Minuten um ca. 12 Centimeter! Warum das?
Auf dem Grund des Sees liegt ein schlafender Riese, dessen Herz schlaegt.... meint die Maori Mythologie.
In Wahrheit liegt es jedoch am wechseln des Atmosphaerendrucks durch kalte und heisse Luftbewegungen ueber dem ueber dem fast 300 km2 grossen See.
Mir persoenlich gefaellt die Geschichte mit dem Riesen besser.
So gut es mir in Queenstown auch gefiel, es kam die Zeit da musste ich es, mit einem geschenkent Freundschaftsband, verlassen.
(Ich weiss, ...Freundschaftsband? Gruebel gruebel! Tja alles muss ich ja wohl nicht immer schreiben, oder?)
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Dunedin, Pinguine und Albatrosse (10.1.00-11.1.00)
Auf dem Weg vo Queenstown nach Dunedin gab es natuerlich wieder einiges zu sehen, an dem wir nicht einfach ungeachtet vorbei fuhren.
So zum Beispiel den Clyde Damm und die gleichnamige kleine Ortschaft. 80% des hier produzierten Stromes geht auf die Nordinsel, was die Bewohner der Gegend nicht gerade gluecklich macht. Immerhin wurde infolge des Dammes die haelfte der Ortschaft Cromwell unter Wasser gelegt, gar nicht zu sprechen von den zwei Sekunden die den Bewohnern von Clyde zur Evacuation beim Brechen des Dammes bleibt!
In der alten Goldgraeber Stadt St. Bathans (fuenf bis sechs Haeuser) konnte man im Vulkan Hotel noch einen Hauch der guten alten Goldgraeberzeit erhaschen. Irgendwie schien dort die Zeit vor hundert Jahren stehen geblieben zu sein. Vom Hotelgeist der noch immer hier hausen soll hab ich jedoch (leider) nichts mitbekommen.
Vorbei an Orten wo noch heute, wenn auch etwas prfesioneller als noch vor hundert Jahren, nach Gold gegraben wird, ging es unserem Tagesziel Dunedin entgegen.
Hier besuchten wir die steilste Strasse der Welt, die Baldwin Street (Nach Guinness-Buch der Rekorde). Die nur 161.2 Meter kurze Strasse ueberwindet auf dieser Laenge 47.22 Hoehenmeter. Wenn ich richtig gerechnet habe, sollten dies 29.3% durchschnittlicher Steigung entsprechen! Die Strasse war jedoch nicht immer gleich steil.
Eine kurze aber heftige Wanderung, schnauf, keuch, hechel...
Dunedin ist die zweitgroesste Stadt der Suedinsel und war waerend der Godrauschperiode am Ende des 19. Jahrhunderts kurze Zeit die groesste Stadt Neuseelands. Dunedins enormer Reichtum in der zweiten Haelfte des 19. Jahrhunderts lies im Suedpazifik eine prachtvolle Stadt viktorianischer Praegung entstehen. Hier wurde auch die erste Universitaet des Landes eroeffnet. Viele sehenswerte Gebaeude kuenden noch immer von den vergangenen Zeiten. Die von schottischen Siedlern gegruendetet Stadt traegt mit Dunedin den keltischen Namen fuer Edinburgh. Von den rund 118'000 Einwohnern sind 17'000 Studenten!
Fuer mich war Dunedin eine wahre Freude zum Besichtigen. Seit langem habe ich keine Stadt mehr gesehen die soviel Kultur und Geschichte ausstrahlt. (Alle meine bereisten Laender sind sehr jung. Zudem wurden ueberall die alten Kulturen bei Ankunft der Europaeer unterdrueckt, wie zum Beispiel die Indianer in Amerika oder die Maoris im Suedseeraum.)
Ich nutzte Dunedin jedoch auch fuer Ausfluege in die Natur. So machte ich einen Besuch bei Pinguinen und Albatrossen in freier Natur. Diese fanden wir am Ende der Halbinsel vor Dunedin am Taiaroa Head.
Auf der Fahrt dorthin sahen wir noch das einzige "Schloss" (Die Neuseelaender betiteln es so, die armen haben ja kein wirklich richtiges Schloss in Neuseeland!) In Neuseeland. Es ist jedoch ein einem Schloss nachempfundenes Gebaeude, dass der Bankier Will Larnach extra fuer seine Frau aus England bauen liess (Die Frauen hatten schon damals ansprueche...). Bei nichts wurde gespart, nur das Beste aus Europa war gut genug. Seine Frau starb jedoch bevor das Schoss fertig war. Seine zweite Frau verstarb ebenfalls frueh. Seine dritte, viel juengere Frau hatte ein Verhaeltniss mit seinem Sohn, und alldem noch nicht genug brach auch noch sein Bankenimperium zusammen! Genug von all dem begab der auch als Politiker taetige Larnach 1898 in Wellingtonim Parlamentshaus Selbstmord.
Aber zurueck zum Taiaroa Head.Dort befindet sich die Weltweit einzige Koenigsalbatros Kolonie auf Festland.Mit einer Fluegelspannweite von mehr als drei Metern ist der Koenigsabatros der groesste Seevogel der Welt. Koenigsalbatrosse leben auf dem Meer und kommen nur zum Brueten ans Land. Daher sind sie darauf angewiesen, dass sie wie die Pinguine Salzwasser trinken koennen. Wir hatten Glueck und sahen gleich sieben der prachtvollen Tiere durch die Luefte schweifen, was zwar nach wenig toent, aber wirklich viel ist. Momentan ist uebrigens ein Nest mehr vorhanden als Albatrospaare da sind! Ein (lesbisches?)Albatrospaar besteht aus zwei Weibchen die jede Eier auszubrueten hat!
Die schon fast ueberall gegenwaertigen Pelzrobben waren auch mal wieder zu sehen und zu riechen...
Etwas weniger Glueck hatten wir mit den in Erdloechern lebenden Zwergpinguinen.
Aber die Hoiho, wie die Maoris den Gelbaugenpinguinen sagen konnten sich unseren Blicken nicht entziehen. Ein privates Projekt startete hier mit 8 Freilebenden vom aussterben bedrohten Gelbaugenpinguinen. Jetzt sind schon ueber 35 in der Gegend ansaessig. Die nur um Neuseeland lebenden Gelbaugenpinguine sind die drittgroesste Pinguinart und werden auf total noch rund 1000 Stueck geschaetzt. Auch sind die Gelbaugenpinguine die einzige Pinguinart, die jeden Tag auf das festland zurueckkehrt.
Versteckt in sowas was man ruhig als gedeckten Schuetzengraben bezeichnen kann, hatten wir die Moeglichkeit die tiere aus naechster Naehe zu bewundern. Die stolzen schwarz weiss gelben erwachsenen sowie die etwas unsicherer scheinenden grauen Jungtiere. Ein Bild dass ich wohl nicht so schnell vergessen werde, ist ein turtelndes Erwachsenenpaar mit ihren zwei jungen. (Entschuldigung wenn ich Euch jetzt vielleicht noch die letzte Illusion nehme. Man sagt ja, Pinguinpaare leben ein Leben lang zusammen. Das junge Weibchen dass ich turteln sah hatte schon seinen dritten Liebhaber!)
Am letzten Morgen in Dunedin hiess es dann einmal mehr wieder Abschied nehmen. Diesmal war es vo Tamara und Nicole, mit denen ich seit der Westkueste der Suedinsel immer mehr oder weniger zusammen war. Aber das ist halt so beim Reisen, die Einen kommen und die Anderen gehen...
Riverton, der Weg ist das Ziel (12.1.00)
Heute war eine (wie fast immer) landschaftlich schoene Fahrt angesagt. Es ging durch die Catlins ganz im sueden des Landes.
So gingen wir zum kleinen Leuchtturm am Nugget Point. Die Felsen die da aus dem Meer heraus ragen sind eben die Nuggets. Eine einmaliges Landschftsbild, dass auch hier wieder geschmacklich vom "Duft" der Pelzrobben umrahmt wird.
Zu Fuss kaempften wir uns an einer anderen Stelle durch die Schafherden an den Strand, wo ich was vom besten des Tage zu sehen bekam; Seeloewen. (keine Pelzrobben!) Die Seeloewen, darunter auch ein ganz schoen dickes Exemplar, lagen nur da und warfen Sand ueber ihre Ruecken um die Fliegen zu vertreiben. Doch als sich schon einige auf den Rueckweg machten, kam Bewegung in die Sache. Der dicke Seeloewe hatte mit einem Anderen eine Meinungsverschiedenheit. Da konnte ich natuerlich nicht wiederstehen und musste doch noch schnell einpaar Fotos schiessen bevor auch ich mich auf sichere Entfehrnung zurueck zog!
Auch die entlegenen Purakauni Faelle blieben nicht unentdeckt. Nach einem kurzen Marsch durch den Regenwald steht man ploetzlich an dem verspielten Wasserfall, welcher eigentlich eher eine Anordnung von vier bis fuenf kleineren Faellen hintereinander ist.
Spaeter bei Papakarua gab es noch Hectordelfine zu sehen. Diese kleine (nur ca. 1.4m lang) seltene Delfinart bleibt immer in Kuestennaehe. So konnte man die Delfine vom Strand aus beobachten, wen man meist auch nur ihre Rueckenflossen sahen. Aber das Wasser war fuer ein geplansche mit den Delfinen (was mit etwas Glueck durchaus moeglich ist) einfach zu kalt.
Vorbei am Abzweiger zum Slope Point, dem suedlichsten Punkt auf dem Festland, ging die Fahrt weiter nach Invercargill. Dort steht uebrigens der am suedlichsten gelegene Mc Donals's auf der Welt.
Mal in Riverton,der ehemaligen Wal- und Robbenfaengerstation angekommen, war der Tag schon mehr oder weniger gelaufen. Wie gesagt, der Weg war das Ziel.
Te Anau, Queenstown im Kleinformat (13.1.00)
Am Morgen verliessen wir Riverton dessen 1'500 Einwohner es selbst gerne vollmundig als "Riviera of the South" bezeichenen, nur weil es ein paar schoene Straende besitzt.
Weiter ging es zur Colac Bay, welche sicherlich unter den Surfern meiner Leser ein Begriff ist (Ich meine hier natuerlich die Surfer mit Surfboard, zu deutsch auch Wellenreiter genannt; und nicht Dich, Du wo nur mit hilfe des Keyboard des Computers rumsurfst und Deine ganze kostbare Zeit mit dem Lesen von irgendwelchen bloeden Reiseberichten im Internet vergeudest!)
Mit einem Abstecher auf die mikrige Monkey Island, zu der wir bei Ebbe zu Fuss gehen konnten, kamen wir so gegen Mittag in Te Anau an.
In Te Anau genoss ich einfach die Sonne, den stahblauen Himmel und den schoenen See. Ich machte einen Rundgang um das 1'800 Seelendorf, dass aehnlichkeit mit Queenstown hat. Um nicht ganz zu verfaulen besuchte ich die Vogevolieren im Wildlife Center, was ein schoener Ausflug war.
Wie es sich gehoert, muss so ein anstrengender Tag einen gebuehrenden Abschluss finden. Diesen machte ich auch bei einem Glas Wein mit einer Englaenderin und einem Neuseelaender.
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Milford Sound, mal ganz anderst (14.1.00)
Der Milford Sound ist etwas vom beruehmtesten was Neuseeland zu bieten hat. Er liegt im Fjordland Nationalpark welcher auch ein von der UNESCO als zum Naturerbe der Menschheit erklaertem gebiet gehoert. Schon die Anfahrt durch das Eglington Valley, vorbei an drei kleinen Seen ueber den Divide vorbei am Hollyford Valley und durch den Homer Tunnel bis zum eigentlichen Milford Sound war herrlich.
Die Landschaft zu erklaeren ist sowiso schwierig, am bestem sieht man sie mit eigenen Augen.
Fuer die, die den Unterschied zwischen einem Fjord und einem Sound nicht kennen, wie zum Beispiel Dich!
> Ein Fjord hat seine Entstehung einem Gletscher zu verdanken, ein Sound entstand jedoch durch einen Fluss. Vor einigen Tausend Jahren war der Meeresspiegel noch etwa 300 Meter tiefer. Durch das Steigen des Meeresspiegels wurden dann die Gletschertaeler und Flusstaeler ueberspuehlt. So entstanden Fjorde und Sounds.
Mit dem Milford Adventurer, einem mittelgrossen Tourboot starteten wir die Entdeckung des eigentlichen Sounds. Die Fahrt fuehrte vorbei an den steil abfallenden Flanken von Lion Mountain (1'302m) und des imposannten Mitre Peak (1'695m) sowie an anderen zwar weniger bekannten aber nicht minderschoenen Bergen vorbei. Die Berge hier gehoeren uebrigens zu den hoechsten die direkt vom Meeresspiegel her aufsteigen.
Natuerlcih sah ich auch die beruehmten Wasserfaelle wie den Bowen Fall oder den Stirling Fall. Diese waren jedoch nicht ganz so imposannt wie man sie von den Postkarten her kennt. Aber damit konnte ich gut leben. Bei Regen fuehren die Faelle zwar mehr Wasser, Ich habe jedoch einen diesen seltenen Tage erwischt wo es nicht regnete. Gegen Mittag loesste sich gar die Wolcken auf und ich kam in den Genuss von bestem Wetter.
Wenn man bedenkt dass die Gegend hier am viertmeisten Regen von der ganzen Welt abkriegt, ist das doch wirklich Glueck, wie gesagt mal ganz anderst. Im Sound selbst fallen durchschnittlich 7'500mm Regen pro Jahr. In den Bergen werden es dann aber schon 8'000mm Regen pro Jahr. 1988 fielen jedoch nur schon im Sound 9'280mm Regen. Und wir in Mitteleuropa jammern manchmal schon mit unseren ca.750mm Regen im Jahr!
Natuerlich sah ich auch wieder einige Tiere. Die schon fast obligaten Pelzrobben (Das wird langsamm langweilig, und in den USA in Santa Cruz fand ich es noch so aufregend.), sowie etwa 20 Bottlenose Delfine.
Beim Besuch des Unterwasserobservatoriums wurde einem viel wissenswertes ueber ein Riffsystem vermittelt. Natuerlich warfen wir auch in 8 Metern tiefe durch die 12cm dicke Plexiglasscheibe selbst einen Blick auf die farbige Unterwasserwelt im kristallklaren Wasser. Fast wie ein Aquarium, nur besser!
Mich persoenlich haben auch die zwei Stellen an denen Baumlawinen nieder gingen beeindruckt. An der Narbe die die Lawinen hinterliesen sah man schoen auf was fuer felsigem Untergrund all die Baeume an den steilen Haengen stehen.
Bis an diesen Stellen wieder Erde und gar ein Wald ist, geht es hunderte von Jahren.
Da fast kein erdiger Untergrund zur Verfuegung steht, muessen sich die Baeume eines Trickes behelfen um eine genuegende Standfestigkeit zu erreichen. Die Baeume, die alle sehr nahe beieinander stehen halten sich mit ihren Wurzeln gegenseitig aneinander fest. So haelt jeder jeden. Kann sich jedoch ein Baum trotzdem nicht mehr halten und er stuerzt, ist es moeglich dass er alle Baeume unter ihm auch mit in die tiefe reisst.
Im Bus zurueck nach Queenstown habe ich mir noch ueberlegt ob ich wohl doch nicht fuer 135 NZ$ haette mit dem Flugzeug durch die herrliche Landschaft nach Quennstown zurueck fliegen sollen, bevor ich dann muede einschlief.
Queenstown, einschub (15.1.00)
Eigentlich habe ich Queenstown schon fertig abgeschlossen. Auch den Tag vom 15.1.00 den ich nach meiner Tour im Sueden nochmals in dem Ort verbrachte.
Wie ich jedoch in meinem Gaestebuch entnehmen musste, hat da LESLIE ihren Namen vergeblich unter Queenstown gesucht (Die Grossschrift, dass LESLIE ihren namen schneller findet!). So hole ich das jetzt nach.
Aber wir wollen ja das LESLIE auch was davon hat, LESLIE kann naemlich kein Deutsch. So hab ich mir gedacht, geben wir LESLIE doch etwas Arbeit. Schreibt doch LESLIE einfach ein Mail, aber bitte in englisch. Dann ist LESLIE beschaeftigt und LESLIE hat keine Zeit mehr um sich im Gaestebuch zu beklagen.
Hier die Adresse von LESLIE: weissleslie@hotmail.com
Ich hoffe LESLIE hat jetzt den Namen LESLIE genug oft gelesen!
Mount Cook Village, mal die Berge ohne Nebel (16.1.00)
Bei bestem Wetter verliess ich Queenstown um heute vielleicht doch noch mal einen richtigen Blick auf die Berge von Neuseeland werfen zu koennen.
In Twizel stieg ich vom Kiwi Experience Bus auf einen Kleinbus um, der mich dann zum Mount Cook Village brachte. Schon von weitem, als wir dem tuekrkisfarbenen Gletscherwasser des Lake Pukaki entlang fuhren, war der stolz dastehende Mount Cook zu sehen. (Welcher uebrigens der Seefahrer Kapitaen Cook nie von nah zu sehen bekam.) Die Maori nennen ihn "Aorangi", was Wolkenaufspiesser heisst. Dies weil der Mount Cook meistens einen Wolkenkragen hat oder in ihnen versteckt ist.
Ich hatte jedoch nach dem schlechten Wetter an der Westkueste das Glueck, den Mount Cook in seiner vollen Groesse zu sehen. Obwohl, seit dem 14.12.91 ist der Mount Cook ja auch um 10.4 Meter kleiner. Mit ueber 300 km/h donnerten damals ca. 14 Mio. Geroellmassen zu Tal. Aber das ist ja hier nicht so schlimm. Denn weil sich hier in der Gegend zwei Kontinentalplaten uebereinander stossen wachsen die Berge ohnehin pro Jahr um rund einen Centimeter!!! (Steht so in meinem Reisebuch)
Der jetzt nur noch 3754 Meter hohe Mount Cook war das Trainingsgebiet fuer Edmund Hillary, welcher als erster den Mount Everest bestieg.
Von den 27 Bergen in Neuseeland, die hoeher als 3050 Meter hoch sind, stehen 22 in diesem 700 Km2 grossen Mount Cook Nationalpark, welcher ebenfalls von der UNESCO zum Naturerbe der Menschheit erklaert wurde.
Leider hatte ich keine Zeit um den 29 km langen und bis 600 Meter dicken Tasmans Gletscher zu besuchen, aber ich kann nun wenigstens Neuseeland verlassen und habe mal die schoenen Berge in ihrer vollen Pracht gesehen.
Christchurch, wo der Zauberer "predigt" (17.1.00-19.1.00)
Vom Mount Cook Village ging die fahrt varbei an den wunderschoen tuerkisfarbenen Lake Pukaki und Lake Tekapo.
Natuerlich besuchte ich auch die kleine "Church of the Good Shepherd" direkt beim Tekapo See, die 1935 aus Stein und Eichenholz erbaut wurde. Ganz zpeziell bei ihr ist, dass hinter dem Altar ein grosses Fenster ist. Durch dieses hat man einen herrlichen Ausblick auf den See und die Berge. (Falls mal die Messe nicht so interessant ist!)
Die Ungewoehnliche Farbe der beiden Seen ruehrt von fein zerriebenem Gesteinsmaterial her und geht auf seinen Ursprung als Gletschersee zurueck.
In Christchurch angekommen, fand ich schnell heraus warum man sie auch die Gartenstadt nennt. Rund ein drittel der Stadt sind bluehende Parkoasen. Mit 350'000 Einwohnern ist Christchurch Neuseelands drittgroesste Stadt und das unangefochtene Zentrum der Suedinsel.
Christchurch wird oft auch als englischte aller Staedte Neuseelands beschrieben.
Den zentralen Platz der Stadt, den Cathedral Square, ueberragt eine erhabene anglikanische Kirche, und Strassenbahnen rattern durch die Strassen dessen namen nicht englischer sein koennten.
Obwohl, die Stechkaehne die gemaechlich auf dem malerischen Avon River gleiten, lassen schon eher erinnerungen an Venedig aufkommen.
Auch der schoene Botanische Garten und das interessante Canterbury Museum sind einen Besuch wert.
Zur einen der Hauptatraktionen der Stadt hat sich auch der "Wizard" (Zauberer) gemausert. Der ehemalige australische Universitaets Professor ist jeden Tag so um 13 Uhr auf einer Leiter auf dem Cathedral Square zu sehen. Aehnlich dem Speaker's Corner im Londoner Hyde Park, dient der Cathedral Square einigen Exzentrikern als oeffentliches Forum der Meinungsaeusserung. Der "Wizard" ist immer in Zauberer Kostuemen zu sehen und ist schon seit Jahrzenten aktiv. |
Kaikoura, wo die grossen Fische hausen (20.1.00)
Die Fahrt von Christchurch nach Kaikoura hatte nicht viel aufregendes zu bieten, gerade recht fuer ein Nickerchen.
Bis Anfang 1988 war Kaikoura ein verschlafenes Fischernest, dass fuer seine fantastischen Angelmoeglichkeiten und die Atemberaubende Lage in einer herrlichen Bucht am Fuss der steil aufragenden im Winter schneebedeckten Seawdard Kaikoura Range bekannt war. Kaikoura ist mit seinen 2'200 Einwohnern auch beliebt wegen seinen leckeren Langusten. Der Maori Name "Kaikoura" bedeutet Langusten essen (kai = essen, koura = Languste).
Aber erst die Whale Watching Tours, die seit Weihnachten 1987 hier angeboten werden, haben Kaikoura zu einem touristischen Begriff werden lassen. Auch hier in Kaikoura ersann man sich daneben das inzwischen vielerorts in Neuseeland beliebte Schwimmen mit Delfinen oder Pelzrobben.
Die Gewaesser von Kaikoura sind unvergleichlich reich an Meeressaeugetieren und Seevoegeln.
Der Grund ist ein Geologischer:
Also ich erspar Euch jetzt die genaue Erklaerung. Aber wirklich Interessierte koennen mich ja fragen.
Das war noch eines meiner letzten Dinge die ich in Neuseeland noch vor hatte, ich wollte Wale in ihrer natuerlichen Umgebung sehen.
Da das Meer von einer Nebelbank belegt war, wurde jedoch der Ausflug zu den Walen abgesagt. So buchte ich den Ausweichtermin tags darauf um 5 Uhr!
Um die Zeit am Nachmittag "tot-zu-schlagen" ging ich einmal mehr Pelzrobben anschauen...
Tags darauf war um 4.15 Uhr Tagwache angesagt! Wie bei jeder Tour zieht sich so manches in die Laenge, aber unsere kleine Gruppe (ein Vorteil der 5 Uhr Tour!) schaffte es doch noch das Aufgenen der Sonne vom Boot zu betrachten. Es war herrlich, es kamen mir wieder Erinnerungen an die schoene Zeit auf dem Frachtschiff.
Schon nach kurzer Zeit bekamen wir gleich zwei Pottwale zu Gesicht. Pottwale sind die groessten Zahnwahle. Maennliche Tiere erreichen eine Koerperlaenge von bis zu 20 Metern und ein Gewicht von bis zu 70 Tonnen. Die Weibchen bleiben mit maximal 12 Metern wesentlich kleiner. Beide koennen bis zu 70 Jahre alt werden. Auf ihren bis zu 45 Minuetigen Tauchgaengen tauchen sie bis in die Tiefe von 3000 Metern!
Auf offener See sind sie nur schwer zu orten, einzig die Fontaene, mit der sie Luft aus ihrem Spritzloch an dere linken Kopfhaelfte ausstossen, weisen optisch auf sie hin.
Weil die Weibchen waermeres Gewaesser vorziehen, sahen wir nur die imposannteren Maennchen.
Es war awesome (geil) so ein imposanntes Tier in freier Natur zu sehen. Eigentlich sahen wir jeweils nur den Ruecken und das Spritzloch mit der Fontaene. Aber das Beste ist jeweils wenn der Wal zum Tauchgang ansetzt.
Da sieht man vorher noch seine riesige Schwanzflosse aus dem Wasser ragen, bevor auch sie verschwindet, jedoch nicht ohne einen "Fussabdruck" zu hinterlassen!
Ja, durch das Abtauchen werden die Wellen igendwie gebrochen; jedenfalls ist fuer laengere Zeit nach dem Abtauchen des Wales die Tauchstelle an seinem "Fussabdruck" zu erkennen.
Genug Wale gesehen, machten wir einen Abstecher zu den Dusky Dolphins, auf deutsch Grauer Delfin. Diese sind mit nur 1.6 - 1.8 Metern relativ klein. Was ihnen aber von der Groesse abgeht, wollen sie anscheinend durch ihren extrem verspielten Charakter ausgleichen. Sie fuehren Spruenge, Purzelbaeume und andere Kunststuecke vor.
Sie Leben in grossen Gruppen von 200 - 600 Tieren. Und ich war mir sicher hunderte von verspielten dunklen Delfinen um unser Boot springen zu sehen. Es war einfach nur AWESOME!
Wellington, nur Durchfahrt (21.1.00)
Nachdem ich am Morgen ja fuer die Wale und Delfine frueh aufgestanden war, hiess es fuer den Rest des Tages einfach nur Wellington zu erreichen.
Das Highlight da war sicherlich die Ueberfahrt mit der Faehre von der Suedinsel auf die Nordinsel von Neuseeland. Nachdem ich ja auf dem Hinweg die Marlborough Sounds von oben sah, fuhr ich jetzt mit der Faehre durch sie. Die fahrt durch den Irrgarten von Taelern und Buchten war ein Erlebnis von Natur-pur.
Nach einer sehr windigen ueberfahrt kamen wir im ebenfalls "Windy Wellington" an.
Taupo, Tongariro Crossing Track (22.1.00-23.1.00)
Der einzige Grund warum ich hier in Taupo nochmals einen Stop einlegte, war der Tongariro Crossing Track. Zwar war ich schon mal in dem Tongariro Nationalpark, ich hatte da jedoch keine Zeit um "eine der schoensten Tageswanderungen von Neuseeland", wie sie den Track umschreiben, zu machen.
Dies musste natuerlich nachgeholt werden.
Schon vor 7 Uhr sass ich im Kleinbus zum Start der Wanderung. Mal im Bus, fiel mir als erstes auf, dass mein Tagesrucksack viel groesser ist als der der Anderen. Ich musste halt mal wieder zwei Jacken (Faserpelz und Goretex) sowie die Regenhose mitnehmen. Beim Essen hab ich natuerlich auch nicht gespaart, und schon gar nicht beim Wasser. Dies war dann so mein soll kommen was wolle Equipement. Wenn ich auch damit bis jetzt immer gut gefahren war, war mir der pralle Rucksack schon etwas peinlich.
Das Wetter war nicht gerade vielversprechend, aber die Vorhersagen waren es zumindest.
Schon im Bus lernte ich die zwei jungen Schweizerinnen Andrea und Barbara kennen.
Am Start des Tracks liefen wir zu dritt in das nichts des Nebels der mit 7-10 Stunden veranschlagten Wanderung. Es war ja noch frueh am Morgen, die Sonne wird schon noch kommen. Dies dachte ich noch am Anfang der Tour. Im Verlaufe der Zeit wurde ich jedoch eines besseren belehrt!
Trotzdem hatten wir es "huene" lustig zusammen, wie Barbara und Andrea sagen wuerde. Bei einem Stop zog sich Barbara ihre Ragenjacke an, worauf Andrea nur etwas vorwurfsvoll, "jetzt hast du die Jacke doch eingepackt?!", sagte. Ich hatte in den langen Hosen und dem langem Hemd noch genug warm, aber Andrea froestelte in ihren kurzen Hosen. So war es doch kein Fehler soviel Kleider mit zunehmen, Andrea war jedenfalls froh um den Faserpelz.
Leider bekamen wir den ganzen Tag nichts von den drei maechtigen Vulkankegeln zu sehen. Auch die drei kleinen tuerkisfarbenen Seelein sahen wir nur durch Nebelloecher.
Von was wir jedoch genug kriegten war Wind. Der Wind wirbelte gar die Erde auf und liess diese wie Geschosse auf unsere Gesichter los. Oft musste ein unfreiwilliger Schritt auf die Seite gemacht werden, da der Wind mal wieder staerker war. An gewissen stellen war dies gar nicht mal so ungefaehrlich.
Wie auch immer, wenn wir von der Landschaft auch nicht viel mitbekamen, so war es doch ein ganz schoener Tag. Ich traff sogar noch auf Wanderer von Dintikon (Nachbarort von Villmergen), wie die Welt doch klein ist!
Um nach der "anstrengenden" Wanderung den Abend so richtig geniessen zu koennen, gingen wir zusammen auswaerts Essen. (Geil, ned saelber choche!)
Hamilton, Regenwetter (24.1.00-25.1.00)
Von Taupo ging es weiter Richtung Norden.
In Wai-O-Tapu, was in Maori "heilige Wasser" bedeutet, machten wir unseren ersten Stop. Wir besichtigten dort den Lady Knox Geysir, der jeden Tag um 10.15 Uhr seine Wasssermassen in die Hoehe schleudert. Eigentlich macht er das nur alle 2-3 Tage irgendwann, mithilfe von einem Kilogramm Seife Entlockt man ihm, sorry ihr, das heisse Wasser jedoch jeden Tag puenktlich um 10.15 Uhr!
Ich war jedoch etwas ueber den Geysir enttaeuscht, ich hatte es mir eindruecklicher vorgestellt. Ich glaugbe den Geysir den ich schon in Rotorua sah war groesser, wenn auch Lady Knox groesser sein soll.
Anschliessend besuchte ich die Wai-O-Tapu Thermal Area. Der Park war aehnlich dem den ich in Rotorua schon besucht hatte, einfach viel farbiger. Von neon-gelb ueber gelb zu weiss, rot-braun, lila, orange,gruen und schwarz waren alle Farben vertreten. Es war wirklich sehr sehr schoen und speziell. Besonders auch der allgegenwaertige Schwefelgestank.
Das naechste Etappenziel fuer mich war Hamilton. Die Universitaetsstadt mit rund 110'000 Einwohnern liegt im Landesinneren und muss sich mit "Teich" und Fluss zufrieden geben.
Da waerend meines ganzen Aufenthaltes in Hamilton fast immer Rege fiel, sah ich nicht soviel von der Stadt. Dafuer besuchte ich ein Kino, die hier guenstiger als in der Schweiz sind.
Bei meinem Internet Besuch musste ich da noch feststellen, dass ich die zwei Neuseelaenderinnen Julie und Maree (bei denen ich fast eine Woche in Opotiki hauste) in Taupo verpasst habe. Wir waren zur selben Zeit im selben Hostel nur sechs Zimmernummern voneinander entfehrnt! Pech!
Auckland, aufraeumen ist angesagt (26.1.00-27.1.00)
Ja, und jetzt sitze ich hier in Auckland hinter einemn Computer und sorge fuer neuen Lesestoff fuer Euch.
Auch noch etliche E-Mails habe ich zu machen. Aber hier kann ich wenigstens, wie auch schon in Opotiki, wieder etwas schweizer Lokalradio (Radio Z und Argovia) ueber das Internet lauschen. So weiss ich in etwa was so los ist in der Schweiz.
Meine Schuhe brachte ich auch noch heute zu einem Schuhmacher, was den halben Tag kostete und einen riesigen Marsch mit sich brachte. Zudem werde ich glaub jetzt auch Schuhmacher in Neuseeland, neu Besohlen kostet hier das Doppelte von der Schweiz!
Dann sollte auch noch ein Empfehlungsschreiben fuer Philip (mein Reiseagent auf Fidschi) schreiben und an diverse Stellen senden, und und und...
Mir wird es jedenfalls nicht langweilig. Und morgens am 28.1.00 fliege ich ja schon nach Cairns in Australien.
Bis Australien!!! |
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