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So nennt sich die Busgesellschaft mit der ich in Neuseeland unterwegs sein werde. Es ist keine Gesellschaft die einfach "nur" Linienverbindungen faert.
Es ist viel mehr ein Unternehmen, dass vor allem junge Backpacker transportiert. Mal sehen was wirklich wahr ist...
Kiwi Experience, meine ersten Erfahrungen
Ja, es werden wirklich jede Menge junge Backpacker mit dem Kiwi Experience transportiert. Dementsprechend sind die Busse jeweils auch ziemlich voll. Aber das bietet auch die Moeglichkeit viele neue Leute kennen zu lernen.
Die Bus-Chauffeure sind nicht nur Chauffeure, sondern viel mehr auch Unterhalter sowie auch Reiseleiter.
Das Wort Reiseleiter ist vielleicht nicht gerade das passende Wort. Ein Kumpel der sich ueber Land, Leute, Geschichte sowie Flora und Fauna auskennt umschreibt es treffender.
Der Bus faehrt nicht nur einfach den schnellsten Weg von A nach B, sondern er faehrt alle touristisch interessanten Orte an. Das macht es natuerlich viel einfacher viel vom Land zu sehen.
Dazu besteht die Moeglichkeit scon im Bus die naechsten Unterkuenfte sowie die naechsten Busse zu Buchen. Manchmal werden sogar nur fuer einen Essenshalt die Essenswuensche schon im Bus aufgenommen, so dass man beim Essenshalt nicht zuviel der kostbaren Ferienzeit mit warten verbringen muss! Man wird auch in der Unterkunft deiner Wahl abgeladen oder wieder abgeholt! Auch alle moeglichen Aktivitaeten an jedem Ort werden einem vorgestellt, dass du auch dies schon im Bus Buche und reservieren kannst. Komfortablerweise wird man am auch da am Ort des Geschehens abgeladen und wieder abgeholt wenn noetig.
Kiwi Experience sorgt wirklich gut fuer seine Kundschaft, mir persoenlich irgendwie zu gut. Ich vermisse etwas die Herausforderungen die sonst so das Reisen an einem stellt. Aber auch ohne Kiwi Experience bietet Neuseeland an jemanden der das Land bereist nicht allzu viele Herausforderungen. Mir kommt es vor wie wenn das ganze Land auf die Backpacker eingestellt ist. In jeder auch noch so kleinen Ortschaft hast du die Wahl zwischen mehreren guenstigen Unterkuenften. Noch in den Staaten war es gar in den grossen Staedten teilweise ein Problem eine bezahlbare Unterkunft zu finden!
Auckland, City of Sails (4.12.99-7.12.99)
Auckland ist Flaechenmaessig die 4-groesste Stadt der Welt. In Neuseeland selbst ist Auckland mit 1.4 Mio. Bevoelkerung die groesste Stadt in Neuseeland. Rund jeder vierte Aucklander besitzt sein eigenes (Segel) Schiff. Daher benennt sich die Stadt gerne "City of Sails" (Stadt der Segel). Ein anderer nicht ganz so charmanter Uebername ist "Big smoke" (grosser Rauch). Da ist der Maori Name fuer die Stadt schon einiges poetischer, sie sagen ihr "Tamaki - makau - rau", was "Stadt der hundert Liebhaber" heisst.
In Auckland ist momentan am Hafen so einiges los. Der Luis Vuitton Cup ist dort im vollen Gang. Das ist ein Vorbereitungsrennen fuer den hier mit spannung erwarteten Americas Cup. Auch die Schweiz ist hier, wenn auch sehr erfolglos, vertreten. Fuer die die nicht wissen was der Amerikas Cup ist, dies ist ein sehr beruehmtes Selgelschiffrennen. Er findet dann im Januar und Februar des naechsten Jahres statt. Ganz Neuseeland fiebert diesem Grossereigniss entgegen. Entsprechend wurde auch der Hafen von Auckland auf das Rennen vorbereitet.
1985 rueckte die von franzoesischen Agenten versenkte Rainbow Warrior (Greenpeace Schiff) den Hafen von Auckland fuer kurze Zeit in den Mittelpunkt des Weltgeschehens. Die Aktion kostete dem Greenpeace Aktivisten Fernando Pereira das Leben. Das Wrack der Rainbow Warrier wurde indie Gewaesser vor den Cavalli Islands gebracht und dort versenkt - ein wuerdiger Platz fuer einen Schatz. Das Wrack kann dort auf Tauchtouren besichtigt werden.
Es ist im Moment der beste Ort in Auckland um etwas zu flanieren. An den Wochenenden spielen Musikbands auf mehrern Buehnen und man kann die Imposanten Segel- und Motoryachten von denen die sich das leisten koennen bestaunen.
Zum Einkaufen ist die Quennstreet der beste Platz, mein Portemonaie musste arg bluten!
Die Parks in Auckland sind auch sehr schoen. Herrlich ruhig, ausser natuerlich das schoene Vogelgezwitscher, dass hier genau gleich wie in der Schweiz toent. Ich genoss es einfach nur im den friedlichen Parks in einem Land mit einem mir sympathischen Klima zu sein. Ich habe mich naemlich so nach einem etwas kuehleren Klima mit nicht so einer hohen Luftfeuchtigkeit wie in Fidschi gefreut. Von den Parks hat man auch eine prima Aussicht auf die Skyline von Auckland.
Quasi das Wahrzeichen von Auckland's Skyline ist der Skytower. Mit seinen 328 Meter Hoehe ist er das hoechste Gebaeude von Neuseeland. Natuerlich bestieg ich auch den und genoss die Aussicht aus luftiger Hoehe. Zum Skytower Komplex gehoert auch ein Kasino, was mich stark an Las Vegas erinnerte. Da erinnerte ich mich auch wieder an die Rubbelkarte die ich zusammen mit dem Skytower Eintritt bekam. Ich wusste, dass es viele schoene Sofortpreise (Videokameras etc.) zu gewinnen gibt. Prompt habe ich auch etwas gewonnen! Es war jedoch "nur" einen Eintritt zum Skytower, von dem ich gerade kam! So verkaufte ich den zu einem etwas guenstigeren Preis und kam so zu etwas Bargeld.
Das vielleicht beste Museum rund um die Geschichte von Neuseeland ist das Auckland Museum, wessen ich natuerlich auch besichtigte. Nur war leider gerade die Maori Abteilung , die mich am meisten interesiert haette, gerade geschlossen.
Natuerlich ist in Auckland noch viel mehr zu sehen und zu machen als ich hier aufgeschrieben habe. Ich unternahm auch einiges, mehr als ich hier geschrieben habe, aber auch das war noch lange nicht alles was die Stadt zu bieten hat.
Devonport, der Humpelausflug (7.12.99)
Devonport ist ein attraktiver Vorort und beliebtest Ausflugsziel. Mit der Faehre fuhr ich in in 15 Minuten von Auckland nach Devenport.
Von Devonport hat man auch eine herrliche Aussicht auf die Skyline von Auckland.
Da meine Wunden an den Beinen und Fuessen so einige Probleme beim Laufen verursachen, humpelte ich mehr als ich lief. Trotzdem liess ich es mir nicht nehmen das zu besichtigen was ich wollte, schliesslich bin ich ja nicht alle Tage in Neuseeland.
Ich bestieg den hoechsten erloschenen Vulkan in Devonport, den Mount Victoria. Am Mount Victoria sowie am Mount North Haed (auch ein erloschener Vulkan) hatten Maori Wehrdoerfer errichtet. An ihren Haengen sind noch ueberreste von ihrer Terrassierung zu erkennen.
Natuerlich genoss ich nach harter Besteigung des Vulkans auch den herrlichen Ausblick auf Devonport, Auckland und die ganze Umgebung.
Danach ging es weiter zur Cheltenham Beach. Dies waere eigentlich ein schoener Strand, aber wenn man direkt von der Suedsee kommt ist man halt etwas heikel! Dort waren ja Traumstraende an der Tagesordnung.
Weiter humpelte ich zum Nort Head, dem anderen Vulkankegel von Devonport. Er ist historisches Schutzgebiet und ist von unzaehligen Tunnels durchzogen. Die Tunnels wurden Ende des 19. Jahrhunderts aus Furcht von einer russischen Invasion angelegt. So wanderte ich auch durch die alten Stollen, was dem Spaziergang einen etwas speziellen Touch gab.
Zum Abschluss meines Devonport Ausfluges besuchte ich noch das kleine Naval Museum, dass ueber die Geschichte der Neuseelaendischen Kriegsschiffflotte informiert.
Northland, Neuseelands Nordzipfel (8.12.99-12.12.99)
Mit der Fahrt von Auckland nach Paihia startete ich definitiv meine Reise in Aoteroa (Das Land der langen weissen Wolken), wie Neuseeland auf Maori heisst. Auch war dies mein erster richtiger Kontakt mit einem Kiwi Experience Bus.
Die Fahrt, natuerlich mit Cafehalt sowie WC Stop fuer die Frauen, fuehrte durch herrliche Landschaften, die mich etwas an die Schweiz erinnerten. Jedoch verleihen all die Farne und Farnbaeume, die wir in der Schweiz nicht haben einen, einen exotischen Touch!
In Paihia in der Bay of Islands angekommen, ging ich sogleich auf die "Schwimm mit Delfinen" Tour. Das Wetter war etwas durchzogen, und es begann noch zu regnen. Mit dem Regen kam auch die Kaelte. Nur Wahle und Delfine kamen keine. Dafuer sahen wir den "Hohle in the Rock" Felsen. Das ist eine kleine felsige Insel durch die ein Wassertunnel fuehrt.
Mehr oder weniger auf offener See herrschte ein ziemlich starker Wellengang, und so kamen die Kotztueten auch noch zum Einsatz!
Da ich schon keine Delfine sah hatte ich wenigstens eine interessante Unterhaltung mit zwei Schweizerinnen.
Mit einem Gutschein fuer einen zweiten Versuch verliess ich dann das Boot.
An meinem zweiten Tag hier in der wunderschoenen Bay of Islands machte ich meinen besten Tagesausflug hier.
Es ging mit Kiwi Experience ans Capr Reinga. Walace unser Busschauffeur erwies sich als kleiner Rennfahrer. Besonders auf Schotterpisten schien er spezialisiert zu sein. Aber wir fuehlten uns alle jederzeit sicher. Auch war Walace ein excelenter Unterhalter und Animateur. Nebst viel Interesantem ueber Land und Leute brachte er auch immer wieder Witze, Storys aus seinem Leben (mit Garantie nicht alle wahr!) sowie auch selbs gesungene Lieder zum besten.
In Manginangina besuchten wir einen Teil des Puketi Omakuta Forest. Dies ist ein subtropischer Regenwald. Auf einem Steg konnten wir in den Regenwald gehen, wo auch ein paar ganz alte (2000 Jahre) dicke (Durchmesser bis 5m) grosse (60m) Kauri Baeume stehen. Die meisten dieser maechtigen Baeume die frueher ueberall im Northland standen sind heute leider abgeholzt.
Vorbei an wunderbarer Landschaft (wie gesagt, es gleicht etwas der Schweiz) ging die Fahrt weiter ans Cape Reinga, den noerdlichsten Punkt von Neuseeland. Hier fuehlt man sich wie am Ende der Welt. Ausser einem schoenen weissen Leuchtturm, der alle 26 Sekunden ein Licht abgibt das 50 Kilometer weit zu sehen ist, ist da nur noch die Tasmanische See sowie der Pazifische Ozean die sich hier treffen. Schon seit Jahrtausenden treffen sie hier friedlich aufeinander, die Menschheit koennte sich hier ein Beispiel nehmen!
Doch schon bald mussten wir das wunderschoene Cape Reinga verlassen. Aber zum Nachtrauern blieb keine Zeit, denn in einer traumhaften Bucht hatten wir Mittagshalt. Wer Lust hatte konnte mit den Bodyboards von kiwi Experience etwas Surfen gehen. Ich liess es jedoch beim zuschauen, da der halt doch recht kurz war.
Weiter ging es zu den grossen Sandduenen oberhalb der Ninety Mile Baech. Dort war grosses Sandduenenschlitteln angesagt! Aussgruesstet mit Bodyboard lieffen wier Barfuss durch den Kochend heissen Sand. Das Erklimmen der Duenen erwies sich dann auch als ziemlich anstrengend, denn auf zwei Schritte bergauf ging es Einen wieder runter!
Walace erklaerte uns das Duenen Schlitteln, im speziellen wies er uns auf die Tuecken des Sandes hin! Um das ganze noch etwas interesannter zu machen setzte Walace einen Preis aus. Walace zahlt demjenigen der weiter als er schlittelt am Abend "Fish und Chips" sowie ein Bier. Aber da das sowieso noch nie vorgekommen sei (eine seiner Geschichten!), gewinne auch derjenige der ihm am naechsten komme!
Gleich bei meinem ersten Versuch die 75% Steile Duene hinunter zu sausen, legte ich eine weite vor, die keiner zu ueberbieten mochte. Walace meinte nur:"Das bleibt ein Geheimnis zwischen ihm und mir, da er sonst die Geschichte mit dem ungeschlagen sein nicht mehr bringen koenne...) Ich lachte nur und freute mich schon auf das gesponserte Nachtessen.
Zurueck im Bus fuhren wir zu meiner Ueberraschung nicht die Strasse zurueck, sondern bogen in den seichten Fluss ein. Ja, jetzt machten wir auch noch eine Flussfahrt! Es war schon ganz speziell, mit einem normalen Strassenbus von beachtlicher groesse in einem seichten Flussbett zu fahren.
Am Ende des Flusses angekommen, befanden wir uns am Noerdlichen Ende der Ninety Mile Beach. Die Ninety Mile Beach ist zwar lang, aber nie 90 Meilen. Eher 60 Meilen oder circa 90 Kilometer. Es wird angenommen, dass der Name ein Uebersetzungsfehler von Kilometern in Meilen ist. Nach einem kurzen Stop fuhren wir dann auf dem Strand entlang der ganzen Beach. Sonnenbaden ist an dieser Beach nicht zu empfehlen, denn mit ca 90-100 km/h bretterten wir ueber den Strand. Es herscht zwar fast kein Verkehr, aber trotzdem hat das Fahren an der Beach so seine Tuecken. Jedes Fluesschen das in das Meer muendet frisst sich in der Beach ein. Uebersieht man eine Einmuendung, kann es ganz schoen gefaehrlich werden. Auch kann die Beach nur bei Ebbe befahren werden. Wird man von der Flut ueberrascht, so hat man ohne Allrad ein Problem! Dann kann man nur aus dem Auto steigen und von der fuer das Auto nicht passierbaren Anhoehe zusehen wie das Auto mit Wasser gedeckt wird. Zwei Autowracks die ich sichtete erreichte dieses traurige Schicksal. Aber nicht nur rostende halb im Sand vergrabene Autos lagen da, nein wir sahen auch einen Wahlfisch! Leider war er schon tot, und am angespuehlten Kadaver erfreuten sich nun die Voegel.
Spaeter im Restaurant angekommen genoss ich die von Walace spendierten sowie servierten "Fish und Chips" mit Bier.
Etwas muede hatten wir nun nur noch die Rueckfahrt nach Paihia vor uns. Jetzt musste jeder von uns noch sich selbs vorstellen und als zugabe ein Lied Singen oder einen Witz erzaehlen. Dies lies die Zeit wie im Flug vergehen. Zurueck im Hostel wusste ich, dieser Tag wird einer meiner besten hier in Neuseeland bleiben, der Tag war einfach awesome (geil)
Einen Tag spaeter machte ich am Morgen einen Marsch in der naeheren Umgebung. Am Nachmittag war dann der zweite Versuch mit den Delfinen oder Wahlen angesagt.
Aber wieder fuhren wir erfolglos zwischen den ueber 150 Inseln der praechtigen Bay of Islands. So fuhren wir wieder raus auf das offene Meer, dass noch am morgen spiegelgatt war, wie der Kapitaen sagte. Jetzt war es aber schon recht wellig, so dass die Kotztueten nicht lange im Schrank blieben. Mich liess dies relativ kuehl, denn ich war muede. Zudem glaubte ich schon nicht mehr an die Delfine und machte ein Nickerchen!
Doch ploetzlich war es so unruhig auf dem Schiff, so dass ich aufwachte. Common Delfine wurden gesichtet! Sie schwammen Steufolgten wir ihnen. Aber damit wurde es auf dem Bug so ziemlich feucht. Das Schiff erklamm jeweils die erste Welle, fiel dann jedoch in das Wellental und schaffte es nicht mehr die zweite Welle zu erklimmen. So wurde die ganze Front des Schiffes regelrecht von der Welle erschlagen. Das Wasser spritzte bis ueber das Dach des Schiffes. Ploetzlich hatte niemand mehr Lust auf den Bug des Schiffes zu gehen. So ging ich in Badehosen auf den Bug, wo zwei Maedchen in ihren durchnaessten Kleidern ausharten.
Eigentlich war ich ja wegen den Delfinen auf den Bug gestiegen, aber die Wellen fand ich noch besser. Wir bestiegen die Welle, und ploetzlich war das Wasser weg. Mit getoese ging es in die Tiefe um von der nachfollgenden Welle ueberspuehlt zu werden. Man musste sich schon recht gut fest halten, um nicht weggespuehlt zu werden. Aber es war SUPER!! Da der kapitaen sah dass wir sichtlich Spass haben, fuhr er noch etwas gegen die Wellen als die Delfine schon lange verschwunden waren.
Bei der Gelegenheit lernte ich noch Tamara vom Mutschellen kennen, die links von mir in den nassen Kleidern lag.
Ein anderer Tagesausflug fuehrte mich zu Fuss nach Waitangi. Auf dem Weg dorthin besuchte ich ein Museum ueber versunkene Schiffe rund um Neuseeland.
Aber eigentliches Ziel des Marsches (Die Wunden an den Fuessen machten sich noch immer bemerkbar) war der Waitangi National Reseve Park. Eine nationale Gedenkstaette, die ihre Bedeutung durch den Vertrag von Waitangi erhaelt. Mit der Unterzeichnung des Vertrages uebertrugen die 46 in Waitangi versammelten Maori Haeuptlinge am 6. Februar 1840 ihre Hoheitsrechte der britischen Krone. Dafuer wurde ihnen die uneingeschraenkte Verfuegungsgewalt ueber ihre Laendereien und die gleichen staatsbuergerlichen Rechte wie den Buergern des vereinigten Koenigreiches zugesichert. Heutzutage ist der Vertrag in den Augen der Maori ein Symbol ihrer Enteignung, da die Regierung niemals ihrer vertraglichen Verpflichtung nachkam, bei der Landverteilung gerechtigkeit walten zu lassen. Wenn man etwas aufmerksam durch Neuseeland reist, merkt man selber dass zwischen Maori und weissen noch immer gewisse differenzen bestehen.
Als erstes besuchte ich die Audiovisuelle Show ueber den Vertrag von Waitangi, die zwar schoen war, jedoch etwas gar pro britisch ausgefallen ist!
Ebenso gibt es dort ein riesen Kriegskanu von 2m Breite und 36m Laenge zu besichtigen. Vermutlich das groesste Maori Kanu aller Zeiten. Ngatokimatawhaorua, wie dieses Waka (Maori fuer Kanu) auf Maori heisst wurde 1940 fuer die 100 Jahrfeier des Vertrages erstellt. Es kann eine Mannschaft von 150 Kriegern aufnehmen, 80 davon koennen padeln. Drei grosse Kauri Baeume wurden fuer den Bau gefaellt.
Ebenso wurde das Whare Runanga (Maori Versammlungshaus) zur 100 Jahrfeier des Vertrages von Waitangi gebaut. Im Gegensatz zu anderern Maori Versammlungshaeussern ist es nicht das Werk eines einzelnen Stammes, sondern vielmehr aller Staemme. Das Gebaeude ist voll mit kunstvollen Schnitzereien, die die Mythen und Geschichte der Wichtigsten Maori Staemme repraesentieren.
Natuerlich machte ich auch einen Besuch im Treaty-Haus, vor dessen Front der Vertrag unterzeichnet wurde.
Danach machte ich noch eine schoene Wanderung im Waitangi National Reserve. Ueber einen schmalen Pfad vorbei an den vielen fuer Neuseelands vegetation typischen Farn- und Baumfarne fuehrte der Weg zu einem Mangroven Wald; meinen ersten den ich in freier Natur sah. Auf einem Brettersteg konnte man quer durch die Mangroven spazieren. Das Ende des Wege markierte dann der schoene Haruru Wasserfall.
Den letzten Tag in Paihia war regnerisch. Zudem fuhr der Bus um 16.30 Uhr zurueck nach Auckland. So unternahm ich an diesem Tag ausser Faulenzen nicht mehr viel.
So hatte ich ich dann in Auckland im Hostel am Abend auch soetwas wie ein schlechtes Gewissen, da ich einen ganzen Reisetag quasi verschwendete! |
Coromandel, eine schoene Halbinsel voll Natur (13.12.99-14.12.99)
Der Ausflug auf die Coromandel Halbinsel Startete frueh morgens im verregneten Auckland.
Der erste Halt des Tages war auf dem Mount Eden. Eden ist mit 196 Metern der groesste der rund 60 Vulkankegeln rund um Auckland. Vom Rand des Kraters kann man in den 50 Meter tiefen Krater hineinschauen, wo heutzutage Kuehe im saftigen Gruen grasen. Ebenso hat man aber auch einen herrlichen Ausblick auf Auckland und seinen Hafen. Aber eben, das Wetter spielte nicht so mit.
In den 80er Jahren sorgte der Mount Eden einmal fuer so grosse Unruhen in Auckland, dass fast der ganze Betrieb der Stadt fuer einige Stunden zu erliegen kam. Rauch war in den fruehen Morgenstunden aus dem Vulkan gesichtet worden! Der vermeintliche Vulkanausbruch war jedoch nur ein schlechter Scherz von einigen die alte Autopneus im Krater anzuendeten!
So verliessen wir den Krater, der uebrigens eine heilige Staedte der Maori ist und den sie nach dem Gott der Vulkane als Te Ipu Mataaho Schale des Mataaho benennen.
Ueber Landstrassen ging es dann nach Thames an der Coromandel Westkueste. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sorgten Goldfunde in der Gegend dafuer, dass sie schnell die groesste Stadt des Landes wurde. Unter anderem gab es damals in Thames mehr als 100 Hotels. Die Zeiten sind jedoch vorbei, jetzt leben nur noch 6500 Leute dort.
Die naechste Destination war die hot water beach. Das Wasser an der Beach war jedoch alles andere als hot (heiss)! Es war kalt und zudem ist der Strand bekannt fuer seine gefaehrlichen Stroemungen. Der Buschauffeur meinte nur: "Die die am Abend nicht mehr im Bus sind, sind schwimmend unterwegs nach Suedamerika. In etwa drei Wochen sollte man es erreichen..."
Der Trick der hot water beach ist, dass man bei Ebbe an der richtigen Stelle ein Loch in den Sand graebt. Wenn es tief genug ist stroemmt einem das heisse Wasser entgegen.
Das Graben war zwar "en Chrampf", aber die Blohnung war war herrlich!! Nur schon die Tatsache dass Du einfach ein Loch graben musst und auf heisses Wasser stoesst hat mich fasziniert. Probier das soch mal in der Schweiz... viel Glueck!!!
Leider konnten wir die Cathedral Cove nicht mehr besichtigen (riesige Hoelen in einer Bucht die bei Ebbe ueber den Strand zu erreichen sind), aber man kann nicht immer alles sehen. Das bin ich mir ja geweohnt. Auf meiner Reise seh ich zwar sehr viel, trotzdem ist es doch nur ein kleiner Einblick in ein fremdes Land.
Die Nacht verbarachte ich in einem heimeligen Hostel in Whitianga. Da ich diesen kleinen aber schmucken Ort am naechsten Morgen schon wieder frueh verlassen wollte (7 Monate sind nicht die Welt!), wollte ich am Abend noch etwas von der schoenen Gegend der Coromandel Halbinsel sehen. Mit einer kleinen Faehre fuhr ich nach Ferry Landing, wo ich noch ein paar einsame Buchten mit weissen Sandstraenden abwanderte.
Tags darauf verlies ich die herrliche Halbinsel schon wieder Richtung Rotorua. Bei Paeroa machten wir einen "Touristen-Foto-Halt" bei einer etwa 5 Meter grossen "Lemon and Paeroa" Flasche. "Lemon and Paeroa" ist ein in Neuseeland bekanntes Getraenk, mit dem Namen des Herstellungsortes im Getraenkenamen (wie Elmer-Citro). Nur hat Coca Cola "Lemon and Paeroa" inzwischen aufgekauft und produziert jetzt in Auckland, was den Geschmack des Getraenkes auch veraendert hat... Ueber den Mount Te Aroha (Berg der Liebe) ging es danach Rotorua in der Bay of Plenty entgegen.
Rotorua, ein teuflisch riechender Ort (14.12.99 + 21.12.99)
Die "Schwefelstadt" am Ufer der gleichnamigen Sees liegt inmitten einer instabilen geothermischen Zone mit faszinierenden, blubbernden Geysiren und heissen Thermalquellen.
Nach dem Ende der Maori-Kriege in den 1870er Jahren nahm die Zahl der europaeischen Siedler in Rotorua und Umgebung sprunghaft zu. Den Thermalquellen sprachen die Pioniere Heilkraft zu, wodurch sich Rotorua schnell zum Bade- und Kurort entwickwelte. Die groesste Sehenswuerdigkeit waren damals die phantastischen Sinterterassen "Pink Terrace" und " White Terrace". Damals zaehlten sie zu den sieben Naturweltwundern der Erde. 1886 wurden sie jedoch leider beim Ausbruch des Vulkans Tarawera zerstoert!
So hatte ich auch etwas weniger Stress, was weniger zu besichtigen!
Ich besuchte den Te Whakarewarewa Park, ein Ort wo ueberall Rauch und Dampf aus dem Boden steigt. Heiss blubbernde Baeche und Schlammloecher wo man hinschaute. Natuerlich auch 25 bis 30 Meter hohe Geysire die das heisse Wasser in den Himmel schleuderten.
Es ist schon was ganz besonderes wenn man mit eigenen Augen Ohren und Nase die Kraft und Energie welche in der Erde schlummert sehen hoeren und riechen kann! Einfach eindruecklich!
Ueberhaupt war quasi in ganz Rotorua immer ein etwas schwefliger Geruch in der Luft, einfach teuflisch!
Auch mein erster lebender Kiwi (Neuseelands Nachtaktiver vom aussterben bedrohter Nationalvogel) sah ich in Rotorua; wenn auch nur hinter Glas.
Der Kulturausflug in Rotorua fand ich etwas zu touristisch, ich war einbisschen enttaeuscht. Es war zwar alles dabei, Hongi (Nasendruecken-Begruessung), Marae Protokol, Essen,Taenze etc., aber das meiste davon kenne ich schon von der Suedsee was ich dort teilweise besser sah. (Neuseelands Eingeborene, die Maori, stammen ja urspruenglich von der Suedsee)
Nicht schlecht war mein Hostel, da es Hosteleigene heisse Quellen hatte...!
East Cape escape mit Slim (15.12.99-16.12.99)
"Slim" heisst auf deutsch duenn. Genau so hiess auch der Busfahrer meiner East Cape Tour. Eigentlich war er ja dick und muesste daher eher "Fat" heissen, aber das ist eine andere Geschichte...
In einem Toyota Hiace Bus mit Anhaenger fuhren wir zu sechst das East Cape der Nordinsel ab. Es war ein wunderbarer Ausflug durch wilde Natur in einer familiaeren Atmosphaere. Viele Natureindruecke sind mir von diesem Trip geblieben.
Besonders gut war die Uebernachtungsstelle. Sie befand sich direkt unter den 742 Stufen zum Leuchtturm des East Cape.
Eigentlich waren wir die einzigen sechs Menschen im weiteren Umkreis. So grillten wir ein feines Barbeque, verbrachten einen maerchenhaften Sonnenuntergang am Strand, lagen plaudernd unter dem Sternenzelt, und sahen morgens noch vor sechs Uhr als erste Menschen das Anbrechen des neuen Tages (16.12.99) vom Leuchtturm am westlichsten Punkt von Neuseeland aus.
Natuerlich hatte die Tour noch andere Highlights zu bieten, so zum Beispiel Neuseelands groesster Pohutukawa Baum (auch bekannt als Christmas Tree) oder die laengste Wharf (ein steg) der suedlichen Hemisphaere. Sie reichte 660 Meter in das Meer hinaus)
Auf dem Weg zurueck nach Rotorua sprang ich in Opotiki ab, ich kenne ja dort zwei Girls...
Opotiki, mein besuch bei den crazy Kiwi-Girls (16.12.99-21.12.99)
Ihr erinnert Euch an den Bericht aus Salt Lake City (USA)? Dort bekam ich ja von den zwei Neuseelaenderinnen Julie (19 Jaehrig) und Maree (22 Jaehrig) eine Einladung um sie zu besuchen. Natuerlich sage ich bei einer solchen Einladung nicht nein!
Ich lernte dort die ganze Familie und etwas mehr kennen. Auch machte ich so meine ersten Versuche als Farmer auf einer Hirschfarm. Auch suchte und kochte ich mir das erste mal in meiem Leben meine eigenen Muscheln. Das Nachtleben unter Ortskundiger Fuehrung ist natuerlich auch ganz anderst. Mir wurde das Land und das Essen mal von einheimischen gezeigt, was manchmal ganz anderst ist als wenn man es selbst erkundet oder es von professionellen Reisefuehrern gezeigt wird.
Vor allem stand viel herumalbern auf dem Tageprogramm, daher crazy (verrueckte) Kiwi Girls.
Leider rannte die Zeit nur so, und so kamen mir die fuenf Tage nicht wie fuenf vor.
Waitomo, maerchenhafte Grotten (22.12.99)
Der Ortsname Waitomo setzt sich aus wai (Wasser) und tomo ( Loch oder Schacht) zusammen. Sehr zutreffend, denn immer wieder stoesst man hier auf Schachteingaenge zu unterirdischen Hoehlensystemen. Wasserlaeufe haben den Kalkstein ausgewaschen und ausgehoehlt.
Waitomo ist bekannt fuer seine Gluehwuermchen Grotten. Daher entschloss ich mich hier Black Water Rafting zu machen (unterirdische Flussfahrten).
Mit Neoprenanzug sowie Helm mit Lampe zogen wir los. Am Ort des geschehens fasste jeder einen Autoschlauch in den er bequem sitzen konnte.
Unsere Tourquides uebten dann mit uns den "Aal". Wir sassen am Boden im Schlauch und jeder hielt sich mit den Fuessen am Vordermann fest. Zur Belustigung der Tourquides durften wir dann wie Toefffahrer in die Kurve lehenen, dabei hetzten die Quides nicht wenig.
Zum anklimatisieren sprangen wir dann in den Bach und liefen danach den Berg hoch zum Eingang der Hoehle. Der Eingang der Hoehle war viel mehr ein Ort an dem die Erde einen kleinen Bach vertikal zu verschlucken schien.
Anfangs mussten wir uns noch zu Fuss durch die Hoele vorarbeiten. Wir kamen an eine Art Hoehle in der Hoehlenwand vorbei. Wenn man dort mit der Hand hinein fasste, reichte dies aus um die Luft so in Schwingung zu versetzen dass es einen Didgeridoo aehnlichen Ton von sich gab, mystisch!!
Nach und nach kamen weitere Zufluesse im Bach in der Hoehle dazu, so dass man schon bald das erste mal in den Reifen sitzen konnte. Irgendwann hiess es dann, dass alle ihre Lampen loeschen sollen. Im ersten Moment war es einfach stockfinster, aber dann sahen wir tausende von hell leuchtenden Gluehwuermchen an der Decke. von da an liesen wir uns im geubten "Aal" in den Schlaeuchen sitzend durch die Maerchenhaften Hoehlen treiben.
Es war als waere man in einer anderen Welt. Tausende von kleinen gruenen Lichtern die einem an der Decke den Weg durch die Hoehlen zeigten. Dazu ausser des geheimnissvoll hallenden Wassergeplaetscher absolute Stille. Einfach Traumhaft!
Zum Abschluss des Trips kam mit zwei Spruengen ins Wasser noch etwas Action auf, was uns wieder aus den Traeumen in die Realitaet zurueck holte.
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Taupo, Mit ueber 200 Km/h der Erde entgegen (22.12.99-24.12.99)
Taupo liegt am wunderschoenen Lake Taupo, der groesste See von ganz Neuseeland. Bei guter Sicht haette man von Taupo ueber den See einen herrlichen Blick auf die verschneiten Vulkanspitzen im Sueden. Aber eben, haette! Mir blib dieser Blick vergoennt, und musste mich mit Postkarten zufrieden geben.
Der Lake Taupo ist mit 616 Quadratkilometern auch der Weltgroesste Kratersee. Er entstand durch einen gigantischen Vulkanausbruch. Ueberlieferungen aus der Zeit um 186 n.Chr. berichten von einem sich verdunkelndem Himmel bei Tage und glutroten Sonnenuntergaengen, die selbst in China und Rom beobachtet wurden. Es wird angenommen, dass diese Erscheinungen durch den Ausbruch des Vulkans Taupo verursacht wurden. Von diese Explosion herruehrendes Puffgestein wurde sogar noch in Napier und Gisborne gefunden!
Die Gegend ist noch immer vulkanisch aktiv, so dass es auch hier Thermalquellen und brodelnde Schlammtuempel gibt.
Ich machte hier einen Marsch dem sich durch die Landschaft schlaengelnden Waikato Fluss entlang zu den Huka Falls. Auch traf ich hier wieder Tamara von Berikon. (Du erinnerst Dich? Ich traf sie in der Bay of Islands das erste mal.) Zusammen gingen wir abends bis nach 22 Uhr im Hot River (Heisser Fluss) baden. Eigentlich badenten wir nicht im Hot River, denn der war definitiv zu heiss. Aber im Mischwasser wo der Hot Rriver in den Waikato Fluss muendete konnte man sich eine Stelle suchen an dem einem die Temperatur beghagte. Es war herrlich, heisses Wasser in der freien Natur und nicht mal Eintritt bezahlen, ein unvergessliches Erlebnis!
In Neuseeland kann man so viel unternehmen, dass die Ferienkasse schnell leer ist. Daher hab ich mir eigentlich gesagt, ich mache hier nur was ich in der Schweiz nicht machen kann, auch wenn es hier in Neuseeland etwas guenstiger ist.
Diesen Grundsatz hab ich dann jedoch, quasi als Weihnachtsgeschenk, am 24.12.99 hier gebrochen.
Im Taupo Skydive Center (Wenn du weisst was Skydive heisst, den anderen nicht verraten!) ruestete ich mich mit Ueberkleid, "Gsaeltli", sowie Lederkappe und Windbrille aus. Mit Donna, meinem "Piloten", und zwei anderen Paaren bestieg ich dann das Flugzeug. Donna und Ich stiegen als erste in das Fensterlose Flugzeug. Als alle drinnen waren wurde der Eingang mit einem Plastik verschlossen. Dem Pilot ueber die Schultern schauend bekam ich etwas vom Flug mit.
Es war komisch, ich sass einfach da, keine Angst oder ein Kribeln im Magen! 9000 Fuss, Donna schnallte mich an ihr fest; noch immer kein Kribeln! 12000 Fuss oder 3660 Meter ueber dem Boden, die Plastik Luke wurde geoffnet; kein Kribeln!
(Ich glaube, jetzt wissen alle um was es geht, richtig, Fallschirmspringen! Genauer einen Tandem-Fallschirmsprung. Denn nur bei einem Tandemsprung hat man auch freien Fall.)
Sogar als ich mit den Beinen aus dem Flugzeug in der Luke sass hatte ich noch kein Kribeln oder Angst. Die Erde war soweit weg das man die hoehe gar nicht richtig realisiert.
Ein kleiner Stoss in den Ruecken, und ich schoss der Erde entgegen. In weniger als 10 Sekunden beschleunigst Du im freien Fall auf ueber 200 Km/h. Aber das spuerst du nicht. Man merkt nicht mal gross, dass man der Erde entgegen kommt. Die rund 45 Sekunden Freifall waren einfach unbeschreiblich, aber sicherlich sehr kurz!
Ploetzlich ein kleiner Ruck, und man meinte man haenge jetzt definif an der Stelle, der Fallschirm war offen. Um bei dem gemaechlichen dem Erde entgegen schweben keine Langeweile aufkommen zu lassen, machte Donna ein paar Magenaufwuehlende Kapriolen.
Aber wie immer im Leben, alles schoene ist viel zu kurz, und so landeten wir schon bald sammtweich. Wenigstens hab ich als Errinerung ein schoenes Video.
River Valley, Stille Nacht... (24.12.99)
Still war die Nacht ja nicht, aber auch nicht Weihnachtlich.
Den heilig Abend verbrachte ich in der River Valley Lodge im River Valley. Ausser unserer Lodge war da gar nichts ausser ein wunderbares Tal mit einem Glasklaren Fluss.
Die Natur genoss ich dann auch bei einem kleinen Rundgang mit Tamara durch die Gegend.
Am Abend war dann aber nichts von Weihnachten zu spuehren, wie soll auch, es ist ja Sommer hier!
Als ich so um 23.30 Uhr schlafen gehen wollte, bekam ich von der Kanadierin Leslie und der Neuseelaenderin Louise die im Kajueten-Bett ueber mir schliefen noch eine Einladung zum Baileys trinken, welcher ich natuerlich nach ging. So wurde es noch etwas spaeter bis ich ins Bett ging. Aber trotz gemeinsammen Anstrengungen schafften wir es auch so nicht Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen.
Das war mein Heilig Abend in Neuseeland!
Wellington, Weihnachten zum zweiten (25.12.99-27.12.99)
Den Weihnachtstag verbrachte ich mit Tamara und Ernst (Auch ein schweizer) in Wellington, der Hauptstadt von Neuseeland.
Am Abend gingen wir sehr fein a la discretion essen. Es war Chinesisch, auch nicht unbedingt Weihnachtlich! Aber was solls, ich hab die Weihnachten von diesem Jahr eh schon lange abgeschrieben.
Tags darauf besuchte ich mit Tamara und Ernst die Kabelbahn in Wellington. Die Kabinen der Bahn wurden uebrigens bei dessen Renovation im Jahre 1979 durch Kabinen aus der Schweiz ersetzt.
Wie in jeder Stadt, der uebliche Rundgang durch die Haeussergassen mit den "Sehenswuerdigkeiten", fast immer das selbe.
Wirklich herausragend war jedoch das Te Papa (Museum of New Zealand). Das Museum laesst an vielen Orten auch anfassen zu und bringt einem vieles auf spielerische weise entgegen. Das beste ist der Eintrittspreis, Gratis. So verbrachte ich zweimal mit Tamara einen halben Tag in dem Aussergewoehnlichen Museum.
Nelson und Abel Tasman NP, Nicht mal in ruhe Duschen kann man! (28.12.99-2.1.00)
Fuer die Reise auf die Suedinsel von Neuseeland entschied ich mich zusammen mit Tamara fuer den 45$ teuren 25 Minuetigen Flug, welcher nur 5$ teurer als die Faehre ist.
Leider fuehlte ich mich an diesem Tag nicht besonders, aber trotzdem konnte ich den Flug noch geniessen. Unser Flugzeug war eine Cessna 208 Caravan mit 13 Passagierplaetzen. Es waren jedoch nur 6 Passagiere im Flugzeug, richtig familiaer. Auch hatte ich besten Blich auf saemmtliche Armaturen und den Piloten. Einmal in der Luft, war jedoch die Erde unter uns interesannter.
Speziell die Marlborough Sounds bei Picton erregten mein Interesse. Die Malborough Souds bestehen aus unzaehligen Fjorde, Meeresarmen und Buchten. Eigentlich ist es ein ins Meer versunkenes Mittelgebirge und wirkt ganz geheimnissvoll und Maerchenhaft. Daher werder ich bei meiner Reise zurueck auf die Nordinsel die Faehre nehmen, um die Landschaft auch aus diese Sicht bewundern zu koennen.
In Picton im Kiwi Experience Bus eingestiegen war es dann soweit, jetzt war ich krank! Alles ausser liegen war mir zu anstrengend. In Nelson im Hostel angekommen lag ich auf mein Bett und blieb gleich zwei Stunden liegen.
Irgendwann raffte ich mich dann auf und "puffte" mich ein (Schlafsack bereitlegen etc.)
Spaeter konnte ich mich sogar noch zu einer Dusche zusammen-raffen. Als ich jedoch ausgezogen unter die Dusche wollte ertoente ein Ohrenbetaeubender Laerm. Ich wusste, dass muss der Feueralarm sein. Ich sagte mir jedoch, der heult auch ohne mich und wollte weiter Duschen. Als jedoch jemand mich darauf aufmerksam machte das ich das Haus zu verlassen haette fuegte ich mich halt. Als ich vor das Haus kam waren schon zwei Feuerwehrautos dort und die Feuerwehrleute schwaermten in alle Richtungen aus. Zum Glueck war es nur ein Fehlalarm und ich konnte schon bald meine Dusche beenden.
Danach ging es mit einem Panadol ins Bett wo ich gleich einschlief.
Tags darauf, inzwischen wieder so halb fit machte ich einen Ausflug mit Tamara zum Abel Tasman Nationalpark.
Dafuer mussten wir schon um 6.00 Uhr aus den Federn. Aber wir wurden mit herrlichem Wetter und fantastischer Natur belohnt. Mit einem Schiff fuhren wir entlang der Kueste um dann alles zurueck zu laufen. Wir sahen eine maerchenhafte Bucht nach der anderen. Alle mit goldgelben Sand welcher in das moosgruen des Meeres hineintauchte das gegen das offene Meer die Farbe von moosgruen in tiefblau wechselte. Natuerlich sahen wir auch den beruehmten split Apple Rock, eine Felsformation in Form eines gespaltenes Apfels.
Die Wanderung selbst fuehrte auf einem wilden Treck durch die Waelder von Abel Tasman. Die Highlights dort waren eine etwa 50 Meter lange Haengebruecke, das Durchwaten einer Bucht im Huefttiefen Wasser (Wir waren zu fau die Bucht zu umlaufen, aber leider war die Flut im Anmarsch, so wurden wir halt etwas nass!), die Natur allgemein und die verhexten Adele und Fishermans Islands (Inseln).
Die Inseln schienen wirklich verhext zu sein. Als wir parallel zu den Inseln liefen dachten wir, wir koennten dort sehen wie wir vorwaerts kommen, aber dem war nicht so! Je nach Winkel in dem wir zu den Inseln liefen waren wir am Anfang der Inseln, dann am Ende, spaeter in der Mitte ind ploetzlich wieder am Anfang. Es war einfach ein riesen Frust!
Trotzdem war es ein wunderbarer Tag.
Am Abend fuehlte mich auch schon wieder besser, im gegensatz zu Tamara, welche jetzt zu kraenkeln anfing.
Aber der Tag hatte noch eine andere Ueberraschung bereit fuer mich. Ich durfte erfahren, das Kiwi Experience entgegen des Fahrplanes alle Busse von Nelson bis 2.1.00 gestrichen hat. Ich wollte eigentlich weiter, denn ich hab noch eine lange reise vor mir. Aber das geht jetzt nicht.
So nutze ich halt die Zeit hier in Nelson so gut wie moeglich, zum Beispiel mit dem Updaten meiner Homepage!
Ich verbringe auch einige Zeit mit Leslie und Louise (von River Valley), die wir hier in Nelson wieder getroffen haben. Gestern lief ich mit Lislie zum geografischen Mittelpunkt von Neuseeland, der hier ganz in der Naehe ist.
Heute (31.12.99) ist ja die grosse Silvester-Nacht, mal sehen was passiert. Nelson hat von ganz Neuseeland am meisten Sonnentage, trotzdem regnet es eim Moment, ich hoffe es hoert am Abend auf.
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So bleibt mir jetzt nicht mehr viel anderes uebrig als allen meinen treuen Lesern einen guten Rutsch in ein neues Jahrtausend zu wuenschen!
Nelson, zum Zweiten (28.12.99-2.1.00)
Der einzige Grund warum ich den Silvester in Nelson verbracht habe war nur weil Kiwi Experience (die Busgesellschaft) infolge mangels Passagieren die Busse vor Silvester gestrichen hat. So musste ich wohl oder uebel dort bleiben und meine Zeit dort vertroedeln. Auf eigene Faust weiter zu reisen brach auch nichts, da ich dann gleich bis Queenstown haette gehen muessen, und das ist zu teuer, zumal ich ja diesen Abschnitt bei Kiwi Experience auch schon bezahlt hatte.
Aber es kam noch besser, wegen eines Informationsfehlers vom Busfahrer zu uns wurde ich nicht im ersten Bus im neuen Jahr weiter reisen. Mir wurde der Bus jedoch zugesagt, aber am ende stand ich vergebens morgens um sieben Uhr vor dem Hostel!
So wurde mir der Bus des Tages darauf zugesichert, und siehe da, am 3.1.00 schaffte ich es doch noch Nelson zu verlassen. Haette dies nicht geklappt, so waere ich direkt in Nelson zur zustaendigen Behoerde das Buergerrecht von Nelson Beantragen gegangen!
Aber Euch interesiert sicher was an Silvester hier so los war.
Mal dies zuerst, dass haengenbleiben in der angeblich Sonnenreichsten Region hat sich nicht gelohnt, vor, waehrend und auch in der Zeit nach Silvester war es immer regnerisch.
Das wirklich beste am Silvester in Neuseeland ist, dass man bei den ersten ist die das neue Jahr begruessen. Besonders schoen ist es natuerlich als erster das neue Jahrtausend willkommen zu heissen.
Was sonst hier in Nelson so abging ist nicht speziell erwaehnenswert. Ein mittelklassiges Feuerwerk, Champus, Rotwein und eine Welt die zerbrach, dies sind so die Schlagworte die meinen persoenlichen Silvester wohl am besten treffen.
Natuerlich zerbrach nicht die Welt, nicht mal nur die Suedhalbkugel, nein alles in bester Ordnung. Aber fuer meine Begleitung zerbrach doch genau um Mitternacht ihre eigene kleine Welt, und so wurde ich auch da mit rein gezogen! Aber das ist eine andere und vor allem lange lange Geschichte...
Trotz allem war es kein schlechter Silvester, mal etwas anders als die letzten Jahre.
Natuerlich war ich auch live dabei als in der Schweiz das neue Jahr eingelaeutet wurde. Ich telefonierte naemlich 12 Stunden nachdem ich Silvester feierte nach Hause um zu gratulieren. Dabei hoerte ich im Hintergrund tatsaechlich die Kirchenglocken von Villmergen das neue Jahr Einlaeuten. Es war wunderbar die Heimatlichen Kirchenglocken zu hoeren. Ich bekam fast etwas Heimweh!
Als ich dann am Morgen des 3.1.00 im Bus sass und dieser auch noch los fuhr konnte ich es fast nicht glauben, ich hatte es doch noch geschafft das verflixte Nelson zu verlassen!
Via Kaiteriteri vo wir einen kurzen Aufenthalt im Abel Tasman Nationalpark hatten, fuehrte die fahrt durch die rauhe wilde, aber schoene Huegellandschaft nach Westport. Besonders die Fahrt durch die Schlucht des Buller River zur Kueste war von herber schoenheit. Die Schlucht liegt an der Verwerfungslinie zweier tektonischer Platten und ist deshalb besonderst erdbebengefaehrdet. 1929 und rund 40 Jahre spaeter erschuetterte je ein starkes Erdbeben die Region.
Auch heute liess ich die Aktivitaeten die man auf der heutigen Fahrt haette machen koennen aus.
Jeden Tag stehen diverse moeglichen Taetigkeiten auf dem Programm, die von Kiwi Experience schon vom Bus aus gebucht werden. Alle Anbieter der Aktivitaeten sind auch auf den Kiwi Exsperience Bus eingerichtet, so dass sie nahtlos in die Route reinpassen. Aber hier in Neuseeland gibt es alle nur erdenklichen Aktivitaeten, und noch viel mehr! Manchmal muss man sich schon fast fragen wie die Leute nur schon auf die Ideen kommen.
(Zum beispiel Zorbing: Man sitzt in einen uebergrossen durchsichtigen gepolterten PVC-Ball und laesst sich den Hang hinunter rollen! Oder Fly by wire: Baeuchlings liegt man in ein Racketenaehnliches geschoss. Bei den Fuessen ist ein Motor mit einem Rotorblatt, dass fuer den noetigen Vorschub sorgt. Das ganze ist an einem langen Seil in der Luft in der Mitte eines Tales aufgehaengt. Jetzt kann man quasi wie ein Fesselflugzeug (fuer die die wissen was das ist!) in der Luft umher Duesen!)
Man kann nie alle Aktivitaeten hier in Neuseeland machen. Auch wenn es hier meistens einiges guenstiger als in der Schweiz ist, (sofern man es in der Schweiz ueberhaupt machen kann!!!) kostet es noch immer Geld. Zudem wiederholen sich viele Angebote. So muss halt jeder fuer sich das aussuchen was ihm (ins Budget) passt.
Westport, Gaehhhn (3.1.00)
Westport hat rund 4250 Einwohner und wurde in der 1860er Jahren als Versorgungsbasis fuer Galdsucher gegruendet. Sie lebte auch nicht schlecht von den "diggers", den Goldgraebern. Heute leben die Einwohner von Westport hauptsaechlich vom Kohlebergbau, Holzeinschlag, vom riesigen Zementwerk am Stadtrand und seit neuestem auch vom Tourismus.
Westport ist jedoch alles andere als eine aufragende Stadt, eher ein verschlafener Weiler der sich der Strasse entlang zieht, Gaehn!
Lake Mahinapua, Meine persoenliche Fasnacht! (4.1.00)
Auf der Fahrt von Westport nach Lake Mahinapua machten wir den ersten Stop beim Cape Foulwind, gerade vor den Toren Westport's.
Als ich bei dem Wegweiser am Cape war, sagte der mir, dass ich jetzt genau 16'053km von Zuerich entfehrnt bin. Gleichzeitig war ich da meinem naechsten Reiseland, Australien, so nah wie noch nie zuvor oder auch auf dem Rest meiner Neuseelandreise.
Auf dem Cape Foulwind machten wir einen herrlichen Marsch entlang der rauhen Kuestenlandschaft. Es war schoen mal einer felsige Kueste mit rechtem Wellengang und sattgruen ueberwachsenen Klippen entlang zu marschiren. Von weitem rochen wir schon die Pelzrobben, welche hier an bestimmten stellen des Capes anzutreffen sind. Einige Minuten nach der Nase orteten auch die Ohren, und zu guter letzt auch noch die Augen die Pelzrobben.
Da die Jahreszeit nicht ganz super war, sahen wir nur ca. 15 Tiere. Aber dafuer sahen wir einige putzige junge Pelzrobben.
Durch den schoenen Paparoa Nationalpark entlang der wilden Kueste ging es im Bus weiter nach Punakaiki. Hier stehen die beruehmtenPancake Rocks. Den Namen tragen die stark verwitterten Felsklippen ihres Aussehens wegen, sie aehneln aufeinander gestapelten Pfannkuchen.
Wir hatten Glueck, es war Flut. So sahen wir wie die Wellen in den Felsspalten nach oben gedrueckt werden und in Fontaenen in den Himmel schiesst, die sogenanten Zugloecher.
Weiter ging es ueber Greymouth der Westkueste entlang, welche wegen der 5'000mm Regen pro Jahr auch als wetkueste (wet = nass (englisch)) bekannt ist.
Schon bald waren wir am Tagesziel, dem Lake Mahinapua angekommen. Ausser unserer Unterkunft mit angegliedertem Pub war da gar nichts. So erkundete ich zuerst die hellsandige endlos scheinende Beach. Danach spazierte ich durch Regenwald zum einsamen Lake Mahinapua. Leider sah ich wegen der Bewoelkung die schneebedeckten Berge, die sonst die Umgebung des See's verzieren, nicht.
Dafuer gab es am Abend Fasnacht! Natuerlich kennen sie hier in Neuseeland die Fasnacht nicht, schon gar nicht wie wir sie kennen.
Aber es war ja eigentlich auch gar keine Fasnacht die da abging. Eigentlich war es nur bei diesem Pub so ueblich, dass die Gaeste die auch hier schlafen verkleidet erscheinen. Dazu stellten sie auch sackweise alte Kleider zur Verfuegung.
Fuer mich persoenlich war es aber eine etwas verfruehte Fasnacht, denn ich verpasse ja die richtige Fasnacht in der Schweiz in diesem Jahr.
Wie alle Jungs verwandelte auch ich mich in eine attraktives Fraeulein. Sehr stark unterstuetzt wurde ich dabei von den professionellen Schminkkuensten einer Sued Koreanerin.
Ohne irgendwie Bluffen zu wollen, aber einer gewissen Debby aus der Schweiz (Der der gemeint ist weiss es schon!) haette ich locker den Rang ablaufen koennen! Wie schon gesagt, war das meine persoehnlicher Fasnachtsabend. Dementsprechend habe ich mich auch verhalten (was immer das heissen mag!!). Jedenfalls war es ein schoener Abend, auch wenn ich etwas die "Guggenmusig" vermisst habe....
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