Home
Wettbewerb
Frachtschiffreise
Amerika
Amerika II
Kanada
Mexico
Franz Polynesien
Cook Inseln
Fiji Inseln
Neuseeland
Neuseeland II
Australien
Australien II
Australien III
Malaysia
|
 |
Mexico |
| Wenn man schon so nah ist! |
| Tijana, anderst! (21.10.99) |
Eigentlich startete mein Mexicobesuch schon in Cupertino bei "meiner" Familie! Ich erzaehlte ihnen natuerlich vor meinem neuen Trip von meiner wahrscheindlichen Reiseroute, so unter anderem natuerlich auch vom Vorhaben Tijana zu besuchen.
Mexico an sich wurde ja von allen akzeptiert, aber nicht Tijana! Das noerdliche Mexico scheint hier in Californien nicht den besten Ruf zu geniessen. Dabei geht es bei der Kritik weniger um die relativ arme Bevoelkerung, sondern vielmehr um die Behoerden und Polizeiorgane in Nordmexico. Sie geniessen hier den Ruf korrupt zu sein. So wird ihnen vorgeworfen grundlos Leute zu verhaften, um sie dann (wenn ueberhaupt wieder), gegen Geld (natuerlich unter der Hand) frei zulassen.
Ich musste mir vor meinem Trip so einiges von verschiedenen Personen anhoeren. So wurde mir von jemanden empfohlen San Jose (Nachbarort von Cupertino) zu besuchen. Dort sollen so viele Mexicaner leben, dass ich mir Mexico auch dort anschauen kann!
Dies alles machte mich auf Tijana erst recht gespannt!
Zudem sehe ich persoenlich meine Reise nicht als Ferien. Ich sehe es eher als Lebenserfahrung! Man sieht auf Reisen so viel neues, lernt so viele neue Leute und Mentalitaeten kennen. Man hat Zeit ueber vieles nachzudenken, und man hat einiges mit sich selbst zu tun. Imerhin bist Du alleine in einem Fremden Land unterwegs. Niemand schaut zu dir oder kocht fuer dich. Und an gewissen Orten meiner Reise, ging mir auch durch den Kopf dass Dich niemand in der naechsten Zeit vermissen wird wenn Dir etwas zu stoesst!
Das ist das Gute am alleine reisen, man ist viel offener zu Fremden, kommt mit ihnen eher in Kontakt als wenn man zu zweit oder als Gruppe Unterwegs ist.
Aber man kommt auch mit vielen zwielichtigen Personen in Kontakt, die jedoch meistens zu mir kamen, nicht ich zu ihnen! Aber solch Personen muss man ja nicht aufbinden dass man alleine Unterwegs ist, da ist eine Bemerkung die auf einen fiktiven Reisebegleiter hindeutet schon hilfreicher.
Nicht zuletzt lernt man ueber sich selbst auch einiges, denn auf Reisen kann jeder Tag eine neue herausforderung stellen, mit der man selbst fertig zu werden hat. Denn ausser mir habe ich niemanden.
Wie auch immer, ueber etwas zu hoeren oder zu lesen ist gut, aber selber vor Ort gehen und sich seine eigene Meinung zu bilden ist besser! Schliesslich besuchte ich bisher sowiso schon viele andere "unsicheren" gegenden.
Jedenfalls kam ich nie wirklich in Kontakt mit den Behoerden oder der Polizei, daher kann ich Euch jetzt auch nicht sagen wie korrupt sie wirklich sind. Aber das ist auch gut so.
Bei meinem Besuch besoff ich mich auch nicht wie die vielen unter 21 jaerigen Amerikaner die nur zu dessen zweck hierher kommen. Auch bin ich nie auf eines dieser "pseudo Zebras", weisse Esel mit angemalten schwarzen Sreifen, zwecks Souvenir-Fotos, gestiegen! Ich fand es jedoch amuesannt, zu sehen wie die Touristen als "Mexicaner" verkleidet auf diese "Behelfszebras" stiegen und sich vor farbenfroher kitschig bemalter Kulisse fotografieren liesen.
Aber Tijana hinterliess in den paar Stunden in denen ich da war sehr viele Eindruecke.
Es fing schon an der Mexicanischen Grenze an. Ein Zollbeamter hollte uns alle aus dem Bus, der naechste schikte uns sogleich wieder hinein! Aber ich sass noch nicht, kam wieder ein Zollbeamter in den Bus und forderte uns in bestimmten Ton zum Verlassen des Busses auf! Als wir wieder alle drausen waren wurde nicht mal die Paesse oder das Gepaeck kontrolliert (Leider kein neuer Stempel im Pass!). Wir standen einfach da, bis wieder ein anderer zollbeamter fragte was wir hier rumstehen!
Als erstes fiel mir in Tijana die warme Temperatur auf. Die rund 35 Grad Celsius waren fuer mich in dieser Jahreszeit schon recht ungewohnt.
Aber da waren noch viele andere Sachen.
Da waren die vom Strassenverkehr gezeichneten Autos und Busse. Einen oeffentlichen Bus den ich sah, war ein ganz seltenes Exemplar. Er hatte einen Duesenantrieb! Zumindest indentifizierten meine Ohren das Geraeusch das das produzierte eindeutig als von einem Duesentriebwerk. Und was meine Augen aus dem Auspuff entweichen sahen muss von einem gewaltigen Triebwerk kommen. Ich bin mir sicher, wenn es kein Duesentriebwerk war, so muss es sich da um ein Raketenantrieb gehandelt haben!
Tijana selbst machte auf mich mit seinen unzaehligen kleinen auf den Tourismus ausgerichteten Geschaefte, einen Eindruck wie ein einziger grosser Marktplatz.
Die renovationsbeduerftigen Haeuserfassaden waren mit unmengen von Werbetafeln und Geschaeftsschildern verdeckt.
Aus den Geschaeften bei denen der Boden frisch aufgenommen, oder besser ausgeschwemmt wurde, entwich der "feine" Chlorgeruch. (Mir auch schon von der USA her bekannt.)
Hier in Tijana sah ich auch das erste mal heimatlose, oft veraengstigte Hunde. In den Ecken oder an den Waenden liegend ihre Wunden lecken, erinnerten sie mich an die vielen Obdachlosen die ich auf meiner Reise schon gesehen habe.
In jeder Stadt besuche ich nach Moeglichkeit eine Kirche, so auch in Tijana. Von aussen sah sie ja ganz ordentlich aus, aber die Malerarbeiten mit dem Farbklecksen an Boden und Waenden waren einer Kirche unwuerdig. Selbst ich haette nicht eine solche "Sauerei" gemacht, auch ohne abzudecken. Eckliger als die Kleckserei fand ich jedoch das Weihwasser. Die Benuetzung dessen brauchte echt Ueberwindung! Es erinnerte mich an ein Wasserloch in Afrika einen Tag bevor es ausgetrocknet ist, indem noch die letzten lebendemn Fische mit ihrem Gezapel die Erde aufwuehlen, was das Wasser ungemein truebt.
Aber in Tijana ist auch die suedlaendische Lebenslust zuhause. Wo sonst sieht man denn Polizisten, die sich mit ihren Motorraedern an einer Kreuzung versammeln und zu ihrer Belustigung mit der Polizeisirene den lebhaften Verkahr zum Narren halten?
Das ich nicht in der touristischen Hochsaison in Tijana unterwegs war, bekam ich ebenfalls zu spueren.
Ueberall standen die Taxichauffeure und Ladenbesitzer und lauerten nur so auf die moegliche Kundschaft. Daher betrat ich auch nur eine einzige Markthalle. Wenn du naemlich genug hast und die Halle verlassen willst, siehst du zwar den Ausgang, aber auch die unzaehligen Ladenbesitzer die nur darauf warten Dir ihr Angebot schmakhaft zu machen! Fairheitshalber muss ich jedoch sagen, dass alle freundlich waren und mich auch ohne was zu kaufen passieren liesen.
Ich hatte eine schoene Zeit in Tijana, so dass ich es nicht missen moechte. Aber die Warnungen von Seite meiner Gastfamilie sind trotzdem nicht nur warme Luft. Ich habe mich naemlich allgemein etwas ueber Nordmexiko erkundigt, und sehr viele waren gleicher Meinung wie meine Gastfamilie. |
|