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Australien
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Cairns, Brisbane, Sydney, Adelaide, Alice Springs, Darwin...
... und noch viele andere Orte. Was Sie alles zu bieten haben kannst Du schon bald hier nachlesen.

Genau so ist es! Unterdessen bin ich in Australien angekommen und werde sicherlich wieder so einiges hier erleben. Natuerlich werde ich auch hier meine treuen Leser immer moeglichst aktuell auf dem laufenden halten. Darum lohnt es sich auch hier ab und zu vorbei zu schauen. Reto

Cairns, Regenwald und Great Barrier Riff (28.1.00-2.2.00)

Mit dem groessten Flugzeug dass die Air New Zealand in ihrer Flotte hat, einer Boeing 747-400 (Jumbo Jet) ging es von Auckland nach Cairns. Das Flugzeug war sehr schlecht besetzt, was mir jede Menge Platz am Fenste bescherte. Ich genoss den Flug mit der Vorfreude auf all das was mir Australien zu bieten hat.
Am Zoll von Australien musste ich zu meiner Verwunderung nur gerade den resten Milchpulver liquidieren. All meine anderen angefangenen Lebensmittel durfte ich in das Land einfuehren.
Dann der erste Schritt aus dem Vollklimatisiertern Flughafengebaeude. Wie wird es wohl sein? Dass es nicht regnete sah ich schon im Flugzeug, aber wie ist es sonst?
Genau wie ich erwartet hatte, heiss und schwuel. So direkt vom relativ kuehlen Auckland doch ein wenig gewoehnungsbeduerftig. Aber ich wusste es ja. Im Moment ist hier gerade Regenzeit, so ist jederzeit mit einem mehr oder weniger heftigen Regenguss zu rechnen. Aber die Hitze trocknet nach dem Regen in kuerzester Zeit alles wieder, auch die Kleider! Dazu bringt der Regen eine willkommende Abkuehlung.
Die Wahl des Hostels hier war gut. Fuer 16$ ein Dorm mit nur drei Betten, Bettzeug, gratis Internet (Bin jedoch jetzt nicht da, zahle lieber 1$ pro Stunde fuer eine schnelleren Computer.), Swimmingpool, gratis Nachtessen, gratis Fahrraeder und ganz freundliches Personal.
Wie immer als erstes auf dem programm, stand die kurze Stadtbesichtigung.
Cairns hat so um 110'000 Einwohner und war frueher als Umschlagplatz fuer die Goldfelder im Hinterland bedeutend. Heute dient das natuerliche Hafenbecken in erster Linie fuer Ausflugsschiffe, Luxusjachten und Sportboote.
Seit 1984 hat Cairns auch seinen Internationalen Flughafen.
Ebenso wird Cairns auch nachgesagt, "ungekroente" Freizeitstadt Australiens zu sein.
Mein erster Rundgang in Cairns kam einer stetigen Flucht von der schwuelen Hitze in die klimatisierten Geschaeften gleich.
Doch schon am zweiten Tag hatte ich mich schon viel besser an die Verhaeltnisse gewoehnt. Ich genoss gar regelrecht die helle heisse Sonne. Zusammen mit den zwitschernden Voegeln fand ich nur schon dies herrlich.
Hier in Cairn besuchte ich auch die Station der Royal Flying Doctors. Zusammen mit 18 weiteren in ganz Austrtalien verteilten Stationen decken sie die ganze medizinische Versorgung des ganzen weiten Innlandes, des sogenannten Outback ab. Das sind immerhin mehr als 7 Millionen isolierte Landflaeche, welche auf dem Landweg nur in teils tagelangen Reisen zu erreichen waeren!
Gegruendet wurde die Organisation 1928 vom Pfarrer John Flynn, welcher lange Zeit in der Isolation des Outbacks taetig war. Er Hob die Idee von den Doktoren die mit dem Flugzeug anreisen aus der Taufe. Das 1929 erfundene Funkgeraet mit Pedalenantrieb verhalf dann auch noch dazu, dass dijenigen die Hilfe benoetigen sich auch bemerkbar machen konnten. Die Stromsteckdosen suchte man naemlich zu diese Zeit noch vergeblich in der Wueste.
Heute geht fast die ganze Komunikation ueber das Telefon. Auch hat sich die Einrichtung der Stationen sowie der Flugzeuge veraendert. So sind bei den Flying Doctors unter anderem auch Flugzeuge von den Pilatuswerken aus der Schweiz im Einsatz.
Das fuer die Aerztliche Versorgung des Outbacks aufgebaute Komunikationsnetz, wurde spaeter auch bei der "school of the air" (Woertlich: Schule der Luft) zu nutze gemacht. Dies ist im prinzip nichts anderes als ein Fernunterricht der Kinder im Outback via Funk. Natuerlich bedienen die sich heute auch von modernen Komunikationssystemen wie Internet.
Unter Backpackern ist das Woolshed hier in Cairns in fast ganz Australien bekannt. Es ist der Backpacker Partyclub nummer eins am Ort. Mit etwas kleineren Gratisessen oder Megaportionen fuer 3-4 Dollar entspricht das ganz dem Geschmack des kleinen Budgets. Sogar die Drinks sind billiger als ueberall sonst, und jetzt wo ich das in Sydney schreibe bin ich doch schon an einigen Pubs vorbei gekommmen! Trotzdem, der hang-over (Kater) erwischte mich nie.
Natuerlich besuchte ich auch noch viele anderes wie den z.B. den Botanischen Garten oder Boardwalks durch tropischen Regenwald.
Das Great Barrier Riff, welches eigentlich vor der Haustuere von Cairns steht hob ich mir fuer spaeter auf. Aber der Regenwald erkundete ich hier auf zwei Trips genauer.

Kuranda, per Gondelbahn und Zug den Regenwald Erkunden (30.1.00)

Einer meiner Ausfluege von Cairns aus ging nach Kuranda. Kuranda ist ein kleines (Tourisen-) Nest mitten im schoenen tropischen Regenwald von Australien. Subtropischen Regenwald hatte ich ja schon viele in Neuseeland gesehen, aber hier in Cairns erkundete ich den ersten tropischen. Dies machte ich mit eben diesem Ausflug nach Kuranda.
Von der ausserhalb Cairns gelegenen "Talstation" der Skyrail ging es mitten durch den Regenwald in das 7.5 Kilometer entfernte und leicht hoeher gelegene Kuranda.
Die Skyrail ist nichts anderes als eine normale Gondelbahn mit kleinen sechser Gondeln. Wie schon gesagt fuehrt die fahrt mitten durch, das heisst ueber den Regenwald. Die Anlage wurde in rund einem Jahr Bauzeit errichtet, nachdem nach 9 Jahren die Bewilligung dafuer vorlag.
Die Fahrt fuehrt ueber world heritage listeten Regenwald der Wet Tropics. Bei den zwei stops mitten im Dschungel kann man auf Stegen den Wald erkunden und es werden einem viele interesannte Informationen bereit gehalten. Der auf den Postkarten wuchtig anzuschauende Barronfall beim zweiten Stop, war jedoch nur ein besserer Rinsal! Weiter oben im Flusslauf ist ein Staudamm, welcher auf knopfdruck Wasser fuer die Faelle frei gibt... sonst wird das Wasser unterirdisch zur Stromerzeugung abgeleitet!
Ich sah keinen wirklichen Wasserfall und auch keine so seltene Tiere wie den Flugunfaehigen Kasuar (quasi ein kleinerer Strauss) oder das Lumholtz Baumkaenguruh. Dafuer sah ich 8 schneeweisse Kakadus mit ihren knallgelben Kaemmen auf einer Baumkrone sitzen. Auch die Geraeuschkulisse in so einem Regenwald ist nicht ohne. Ich habe ja schon so einige wirklich verschiedene subtropische regenwaelder gesehen, aber der tropische Regenwald bei der Skyrail war der schoenste. Auch spaeter sah ich keinen so schoenen mehr.
In Kuranda verliess ich dann die laengste Gondelbahn der Welt und ging auf Entdeckungsreise.
Wie schon geschrieben, ist Kuranda (750 Einwohner) eigentlich nur ein Touristennest. Als solches hat es ausser Maerkte, Strassengeschaeften sowie unzaehligen Kafes nicht viel zu bieten. Trotzdem hat es seine eigene ganz spezielle Atmosphaere. Genau das richtige um die Sonne zu geniessen und etwas rum zu haengen.
Zur Heimreise nach Cairns bediente ich mich der 1891 eroeffneten Bahnstrecke von Kuranda nach Cairns, die heutzutage nur noch Touristen befoerdert. Die in neun Jahren erstellte Strecke fuehrt durch 15 Tunnels und fast die ganzen 34 Kilometer durch schoensten tropischen Regenwald.
Auch der Zug machte bei den Barronfalls einen Stop. Aber siehe da, diesmal floss das Wasser in stroemen, jedenfalls solange der Zug am Aussichtspunk stand!

Cape Tribulation, Schlafen im Dschungel (31.1.00-1.2.00)

Ein weiterer Ausflug von Cairn aus fuehrte zum noerdlich von Cairn gelegenen Cape Tribulation.
Der Weg dorthin fuehrte durch unzaehlige Zuckerplantagen. Zum Verstecken-Spielen sollen sie sich jedoch nur bedingt eignen, da sie ein beliebtes Zuhause von teils giftigen Schlangen sind.
Diese Warnung vom Busfahrer betraff uns jedoch alle nicht, da wir den Zucker meist im Laden in Form von Kristallzucker, Rum etc. holen. Mehr beachtung mussten wir da schon den Warnungen bezueglich Quallen geben. Momentan ist in der Nordregion des Staates Queensland naemlich Quallensaison. Im Meer, aber auch in Fluessen koennen die laestigen Biester auftauchen. Dabei sind sie gefaehrlicher als so mancher annimmt.
Besonders der Box Jelly-Fish, oder auch Sea Wasp genannt. Sie erreichen einen Durchmesser von ca. 15-20 cm, haben unsichtbare Tentakeln von bis zu 3 Meter Laenge und wiegen um die 2 kg. Seit 1900 haben diese Tiere in Australien ueber 70 Menschen getoetet! Erst kuerzich wurde wieder ein 5 Jaehriges Kind Opfer einer Qualle. Fuer einen erwachsenen gesunden Menschen ist der Box Jelly-Fish in der Regel zwar nicht toetlich, jedoch koennen bei nicht sofortiger aerztlicher behandlung lebenslange Hautverbrennungen bleiben, mal ganz abgesehen davon wie schmerzhaft das ganze ist!
Ueberall sind an den Straenden bei den Quallen-Warnschildern volle Essigflaschen zu finden. Dies zum uebergiessen (ja nicht einreiben) der Hautpartie des unglaeubigen, der mit einer Qualle in Kontakt kam. Leider wird jedoch der Essig oft fuer das BBQ (BBQ = Barbeque = Grillen / Braeteln) am Strand missbraucht!
Aber da sind natuerlich noch andere "gefaehrliche" Tiere als "nur" Schlangen Spinnen und Quallen. Ja richtig, ich meine die Krokodile.
Diese Echsen haben es trotz ihres kleinen Gehirns geschaft all die Dinosaurier zu ueberleben und noch immer ihren Platz in der Welt zu finden. Die instinktiv handelnden Tiere sind sicherlich (wie auch der Hai) keine boesen Menschenfresser. Aber trotzdem verachten sie einen leichtsinnig in Krokodilgewaesser schwimmenden Menschen nicht als Beute! Das letzte Opfer am Cape Tribulation war eine Frau die nach der Weihnachtsfeier 1985 ausgelassen baden ging. Um uns einen kuurzen Eindruck von so einem Tier zu geben, stopten wir bei eimnem Polyester Model des mit 7.9 Metern groesstes je gesichteten Krokodils in Australien ...eindrucksvoll! So ein Krokodil soll den Druck von 465 kg/cm2 Druck auf seinen Kiefer bringen. Diese Kraft benoetigt es, um dem Opfer die Knochen vor dem verschlingen brechen zu koennen. Krokodile Dundee muss also ganz schoen kraeftig sein..
So gross und kraeftig werden jedoch nur die Saltys, wie man hier die Salzwasserkrokodile nennt. Das heisst jedoch nicht, dass sich in einem Fluss (=Suesswasser) kein Salty aufhaelt!
Die Freshys, ja richtig, die Suesswasserkrokodile, sind viel kleiner als die Saltys. Sie werden dem erwachsenen Menschen jedoch nicht gefaehrlich, da wir als moegliche Beute zu gross sind. Trotzdem moechte ich es nicht auf einen Versuch ankommen lassen!
Fuer die aufmerksammen Leser unter Euch, die sich gerade fragen was denn eigentlich schon wieder der Unterschied zwischen Krokodilen und Aligatoren ist:
Das waere doch eine gute Wettbewerbs-Frage?
Der Unterschied ist einfach, Alligatoren sind etwas kleiner als Saltys und man findet sie nur auf dem amerikanischen Kontinent. Jeder "Alligator" ausserhalb des amerikanischen Kontinents ist demzufolge ein Krokodil.
Aber zurueck zu meinem Ausflug. Vollbepackt mit vielen interesannten (und teilweise Lebenswichtigen) Informationen erreichten wir das Cape Tribulation. Hier treffen sich mit dem tropischen Regenwald der Wet Tropics und dem Great Barrier Riff gleich zwei Gebiete die in der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO zu finden sind.
(Auf meiner weiteren Reise betrat ich jedoch noch x-mal Gegenden in Australien die diesen Status geniesen. So forschte ich was den eigentlich mit der Schweiz los ist? Und ich fand zu meiner Beruhigung heraus, dass auch wir in dieser Liste des Weltkulturerbes vertreten sind, jedoch nicht mit Landschaften. Mit was den sonst? Forscht doch selbst!)
Hier am Cape hauste ich in einem gemuetlichen Bungalow mitten im Dschungel. Dementsprechend treffend war auch die Bezeichnung der Herberge mit PK Dschungel Village.
Von hier aus erkundete ich zufuss die Gegend. Ich inspizierte das herrlich Cape, durchwatete mit schlechtem Gewissen einen kleinen huefttiefen Fluss (Zum Glueck ohne in Beruehrung mit einer Qualle zu kommen.), erfrischte mich im idylischen swimming hole eines garantiert Krokodilfreien Flusses und ging ueber kilometerlange Bretterstege den Dschungel erkunden.
Neben herrlichster Pfalnzenwelt sah ich auch noch so das einte oder andere interesannte Tier. Sei es irgendeine riesiege Spinne (wie sie auch vor der Bungalow-Tuere hauste), eine herzige Wasserschildkroete oder ein aufgeschrektes Buschhuhn.
Als Nachaktivitaet zog ich ohne Taschenlampe auf dem schmalen Pfad durch den dichten Regenwald und die Mangroven zur Beach. Schritt fuer Schritt musste ich abtasten, um den Pfad nicht zu verlieren. Zu sehen war in der Dunkelheit des dichten Laubwerkes naemlich fast nichts. Aber gerade das machte ja den Reiz des ganzen aus!
Am Strand angekommen hatte ich ploetzlich den grellen Strahl einer Taschenlampe im Gesicht. Da sass ein Deutscher zusammen mit seinen zwei Landesgenossinen im feinen Sand um eine mit Bieren gefuellte Kuehlbox. Es wurde spaet...
Tags darauf ging es schon bald wieder zurueck nach Cairns. Nicht aber ohne diverse Stops an Landschaflich schoenen Orten fuer ein Foto oder ein erfrischendes Bad zu machen.
Weniger fuer ein erfrischendes Bad eignete sich der Daintree River. Nicht weil er eine truebe braune Bruehe ist, vielmehr weil Salzwasserkrokodile darin heimisch sind. Und die wollten wir ja auf unserer Fahrt auf dem Fluss auch vorallem sehen. Neben zwei jungen Exemplaren fanden wir dann auch wirklich ein stattliches 5 Meter Salty am Ufer liegen. Im Wasser sind die Tiere ja sogut wie nicht auszumachen.
Vom sicheren Boot aus ist so ein freilebendes Krokodil ein herrlicher Anblick.
Jetzt noch etwas Geschichte, ohne Garantie auf Richtigkeit.
So mitte 1770 lief Kapitaen Cook mit seiner Endaevour etwas suedlich vom Cape Tribulation bei einem Sturm auf ein Korallenriff auf. Er hatte jedoch Glueck und konnte sein Schiff vom Riff loesen. Gluecklicherweise brach dabei das Riff ab und blieb im Schiffsbauch stecken, was fast wie ein korken wirkte. Waehrend den follgenden zwei Monaten hatte Kapitaen Cook Zeit um das Land zu erforschen, waehrend sein Schiff repariert wurde. Dabei traff er auch auf die Eingeborenen des Landes, die Aborigenes. Hier sah James Cook auch das erste mal ein Kaenguruh. So fragte er ein Aborigenes, welche offensichtlich gut englisch verstanden, was dies fuer ein Tier seie. Der Aborigenes antwortete mit:"Kaenguruh!". Seit da hat das Tier seinen Namen.
In wirklichkeit aber stellte der Aborigenes viel mehr eine Gegenfrage als er "Kaenguruh" sagte; etwa soviel wie: "Ich verstehe nicht, was sagst du?"!

Ab zur Mission Beach, Endlich wieder Reisen! (3.2.00)

Am Donnerstag den 3.2.00 startete ich endlich mit dem eigentlichen Reisen in Australien. Ich war schon ganz "kribelig" und es wurde Zeit dass es losging.
Wie schon in Neuseeland reise ich hier mit der quasi gleichen Gesellschaft. Ich reise mit den Bussen von Oz-Experience, was nichts anderes als die Tochtergesellschaft von Kiwi-Experience in Neuseeland ist. (Siehe bei Neuseeland unter Kiwi Experience)
Die Fahrt ging allgemein Richtung Sueden. Sydney ist so mein erstes grosses zwischenziel. Mission Beach ist nur zwei Fahrstunden von Cairns entfehrnt. Wir fuhren jedoch ueber die Atherton Tabellands und benoetigten daher fuer die Strecke einen ganzen Tag.
Via Kuranda, das ich jedoch ja schon zuvor mal sah, ging es hinein in die Atherton Tablelands. Die Tablelands waren vor hundert jahren noch wilder Dschungel, kaum vorzustellen wenn man jetzt die weiten endlosen Grashuegel sieht! Landwirtschaft, insbesondere Milchproduktion und Viehzucht wird hier jetzt betrieben. Aber die Region hat auch so einige versteckte Schoenheiten zu bieten. So stopten wir bei diversen "Swimmig Holes" (vertiefungen in einem Flusslauf die sich gut zum Schwimmen eignen und meist in schoenster Natur liegen.) fuer eine kurze Erfrischung und bestaunten gleich mehrere Wasserfaele. Der schoenste war sicherlich der Milloa Milloa Fall, wo einige trotz des regnerischen Wetters baden gingen.
Einzigartig war auch der Stop beim Curtain Fig Tree (Vorhang Fig Baum), an wessen vom Baum haengende Wurzeln von auf dem Baum ansaessigen Fremdgewaechsen einen 15 Meter hohen und etwa 7 Meter breiten "Vorhang" bilden. Schwer zum erklaeren, sollte man sich selbst anschauen kommen...
Sicherlicher Hoehepunkt des Tages bot der Besuch der Johnstone River Crocodile Farm.
Als erstes hatti ich da schon ein ca. 70 cm langes Jungkrokodil auf dem Arm bevor ich Eintritt bezahlt hatte. Wenn auch klein und herzig, der Mund (des Krokodiles!) wurde nicht ohne Grund mit Farblosem Klebband zugeklebt!
Als erstes erkundete ich all die Tiere ausser den Krokodilen in der Farm. Da waren die Straussen aehnlichen Emus und Southern Cassowary, schwarze Schwaene wie sie auf dem Swan River bei Perth zu finden sind, jede Menge Echsen und Schlangen, Voegel sowie Kaenguruhs. Die Kaenguruhs huepften frei im Park umher und durften von uns gefuettert werden. Sie waren handzahm und draengten sich regelrecht um einen wenn sie Futter witterten. War mal was neues, von allen Seiten von Kaengurus belagert zu werden!
Dann widmete ich meine Konzentration den Krokodilen. Weniger den Freshys, (zur Erinnerung, Freshy = Suesswasserkrokodil, Salty = Salzwasserkrokodil) die ohnehin nur als Beispiel ihrer Spezies vorhanden waren. Auch nicht den Zuchtkrokodilen, da sie schon zu Guerteln, Stiefeln und was sonst verarbeitet' werden bevor sie eine attraktive Groesse haben.
Die Konzentration galt den grossen Saltys. Diese kommen alle aus der freien Natur und sind aus veschiedenen Gruenden hierher gebracht worden. (z.B. 50 Kuehe gerissen oder aehnliches.) Da die Krokodile jedoch das Glueck hatten, dass sie unter Schutz stehen, duerfen sie nicht getoetet werden und sind jetzt halt auf der Farm.
Schon eindruecklich, wenn aus dem trueben nichts des Tuempels ploetzlich blitzschnell ein Krokodil empor springt und nach der in die hoehe gehaltene Beute springt.
Fuer Bruchteile von Sekunden war ein weit aufgesperter mit scharfen Zaehnen besetzter rosaroter Kiefer zu sehen, gleich darauf ein dumpfes klap und schon war das Krokodil wieder weg. Nur nur noch ein paar Blasen die aus der Bruehe emporstiegen zeugten vom vorgefallenen. ...zum Glueck hatte ich bis jetzt noch in jedem Hostel Wasser ab der Leitung und muss nicht ans Flussufer fuer Wasser, dachte ich so bei mir!
Nicht jedes Krokodil war gleich agressiv, die agressivsten waren die weibchen die ihre Nester Bewachten. (Ohne zu wissen dass die Eier schon lange durch duplikate ersetzt worden sind!)
Schon fast handzahm schien der 50 Jaehrige 1200 kg schwere und 5 m lange Gregory auf wessen Ruecken sich der Aufseher gar hinsetzte. Dabei fragte er in gut gespieltem ernst, wer sich neben Gregory setzen will. Als ich mich meldete, wollte er mich nicht nehmen, da die schweizer Bevoelkerung nur 7 Mio. betraege. Er bevorzugte jemanden der 80 Mio. Deutschen. Von den anwesenden Deutschen lies sich jedoch niemand dazu ueberreden.
Mein Auffallen als Freiwilliger sollte jedoch nicht ohne Folgen bleiben. So kam mir der Aufseher am Ausgang mit einer Wasser Pyton entgegen. Das Exemplar war so schaetzungsweise um die 2,2 m lang und hatte so einen Koerperdurchnesser von ca. 4 cm ( mit leerem Magen!). Er legte sie mir so um den Hals (Wasser Pytons sollen Wuerge-Schlangen sein), was mich jedoch nicht gross beeindruckte. Als Beute kam ich fuer die Schlange eh nicht in betracht und sowieso war es nicht die erste Schlange die ich auf meinen Schultern trug. Aber das sollte erst der Anfang sein! Als naechstes wurde die Schlange Kopfvoran meinen Hals hinunter in das Hemd geschoben. Das Hemd aus der Hose und der Kopf der Pyton raus. Jetzt den Guertel etwas lockern, und weiter mit dem Kopf der Pyton in meine Shorts! So hing die Schlange um meinen Hals und hinunter fast bis zu meinen Knien alles unter den Kleidern! Ich spuerte genau wie die Pyton zuengelnd ihren Weg in meinen Hosen suchte.
Ich luege sicherlich nicht, wenn ich sage dass ich nie Angst hatte. Es war vielmehr eine etwas komische spezielle neue Erfahrung mehr.
Aber ich lag da falsch, ploetzlich biss die Schlange in den Hosen zu ...nur Spass...zum Glueck!
Nein im ernst, es sollte noch nicht das Ende sein. Irgendwie musste die Pyton ja wieder aus meiner Hose raus. Der Aufseher suchte dafuer ein Girl, dass nach der richtigen Schlange in meiner Hose greift....
Gegen Abend kamen wir im verregneten Mission Beach an.
Ich erinnere mich noch gut wie wir draussen vor unserem Bungalow in der Nacht sassen, den Blick auf das Pool. Splash, jemand machte den Kopfsprung; kurz darauf jemand der im Knietiefen Wasser seinen Kopf haelt und voll Verwunderung meint dass dies ja das Kinderbecken sei.....!

Townsville, Regen regen regen Great Barrier Reef (4.2.00-6.2.00)

Mit einem weiteren Stop bei einem "Swimmig hole" ging es durch den Regen nach Tully.
Tully mit seinen 3100 Einwohnern feiert jedes Jahr im August ein weit herum bekanntes "Rainfestival". Damit feiert es seine beachtlichen 4'000 mm Regen pro Jahr. Ruehmte sich Tully jedoch dazu noch, die hoechste Regenmenge des Kontinents zu haben; so war die Schmach umso groesser als sich heraus stellte, dass man jahrelang gemogelt hatte, und der Titel der Regenreichsten Stadt Australiens eigentlich Ballina in New South Wales mit 4'200 mm Regen zustand!
Nach Cardwell stopten wir fuer einen weiteren Kodak-Moment (Fotostop) bei einem schoenen Ausblick auf die Hinchinbrook Insel, welches der groesste Inselnationalpark (390 km2) australiens ist.
Weiter durch das regnerische Wetter der Regenzeit vorbei an Ingham. Hier wird im Jahr ueber 3.5 Mio. tonnen Zuckerrohr verarbeitet und ueber die mit 5.76 km laengste Verladerampe der Welt verladen.
Kurz darauf war ich in Townsville, wo ich die naechsten paar Tage verbrachte. Townsville ist mit rund 135'000 Einwohnern die heute groesste Stadt im tropischen Norden von Australien.
Die 1864 gegruendete Siedlung entwickelte sich schnell zu einer wichtigen Handelsmetropole von Nordqueensland. Aber auch noch heute ist die Stadt das wirtschaftliche Zentrum von Nordqueensland. Sein Hafen ist zu einem der modernsten und geschaeftigsten von ganz Australien geworden.
Der Mittelpunkt der Stadt bildet die Flinders Street, in welcher sich die Fussgaengerzone mit den meisten Geschaeften befindet. Die Stadt besteht aus nur etwa dreistoeckigen Gebaeuden mit schoenen Fassaden. Von den wenigen hoeheren Gebaeuden faellt vor allem der "Sugar Shaker" (Zuckerstreuer) auf. Der Volksmund bezeichnet das Gebaeude so, weil es effektiv wie ein Zuckerspender aussieht wie sie noch manchmals in Restaurant zu sehen sind.
Speziell fielen mir an diesem Ort die Lorikeets auf, die sich jeweils am Abend in den Baeumen der Flinders Street versammelten. Lorikeets sind wunderschoene Voegel. Vielleicht am ehesten als kleine ca. 18 cm grosse Papageien mit gruen rot blau gelben Gefieder zu umschreiben. Sehr auffallend ist das laute Stimmorgan, was bei dem Auftreten von ihnen zu dutzenden in regelrechten Laerm ausartet.
Kein spezielles Feingefuehl brauchte man, um den fast staendigen Regen zu bemerken. Aber das ist halt so in der Regenzeit...
Eigentlich wollte ich ja einen Ausflug auf die wunderschoene Magnetic Island machen.
Die Insel verdankt ihren Namen einmal mehr Kapitaen Cook. Als er mit seiner Endeavour im Jahre 1770 in den Gewaessern vor der Insel segelte und die Kompassnadel verruckt spielte, machte er kurzerhand das "magnetische" Gestein der Insel dafuer verantwortlich. Heute uebt die Insel eine magnetische Wirkung auf Touristen aus aller Welt aus. Da die Insel mit ueber 20 traumhaften Straenden und 25 km2 Nationalpark lockt.
Da das Wetter jedoch so schlecht war, liess ich den Ausflug sausen.
Trotz des Trueben Wetters machte ich jedoch meine Great Barrier Reef Ausflug von Townsville aus.
Bei heftigen Wellengang genoss ich auf dem Weg zum Riff Kaffe, Kuchen sowie Fruechte auf dem 30 m Katamaran. Das Great Barrier Reef erstreckt sich ueber 2'000 km lang vor der Kueste von Nordqueensland. Eigentlich ist es kein einzelnes zusammenhaengendes Riff, vielmehr besteht es aus unzaehligen kleineren Riffen. Unser Ziel war das Kelso Riff. Dort ist eine schwimmede Basisstation, an welche wir ankoppelten.
Als erste machte ich mit dem Glasboden-Boot eine Tour. Dabei bekam ich den ersten Eindruck von den Korallen in allen Farben, riesigen Muscheln, Seesternen und Fischen. Dazu die informativen Erklaerungen.
Hungrig von der Meeresluft ging ich erst mal Mittagessen, wo ein Ueberwaeltigendes Bueffet auf mich wartete.
Mit vollem Magen (...ja, ich weiss: baderegel nummer eins: Gehe nie...) ging ich dann schnorcheln. Zur sicherheit zog ich mir jedoch eine Schnorchelschwimmweste an. Auf meiner Entdeckungstour sah ich wieder herrliche Korallen, noch groesserer Muscheln, kleine Quallen (Die gefaehrlichen Quallen sind nur in Kuestennaehe anzutreffen.), einen kleinen Stingray (Stachelrochen), grosse Seegurken, Seesterne, Korallenwaende und jede Menge Fische, mit denen ich oft Koerperkontakt hatte, manchmal auch ungewollt.
Nur das Abtauchen in 8 Meter Tiefe War mit Schnorchelweste sehr muehsam, sie bot zuviel Auftrieb, was jedoch positiv war wenn mir so langsam die Luft ausging... So zog ich sie aus, wir waren ja unter Aufsicht, und erkundete die tieferen Regionen ausgiebiger.
So nach rund 1.5 Stunden verliess ich das 28 grad warme Wasser. Nicht aber ohne noch ein letztes mal im Mittelpunkt von dutzenden von kleinen und bis 0.5 m langen Fischen zu sein. Das ging ganz einfach, nur Fischfutter ueber sich werfen lassen und man wird von den Fischen fast aufgefressen.
Trotz des regnerischen Wetters war das Great Barrier Reef ein eindrueckliches Erlebnis.

Airlie Beach, noch immer Regen (7.2.00)

Von Townsville ging es weiter nach Airlie Beach. Das Wetter bot nichts neues, noch immer nur Regen.
So mussten wir mit dem Bus oftmals 20-40 cm tiefes Wasser durchfahren, das meist bei den kleinen Baechen auf der Strasse lag. Aber jede Strasse war wenigstens noch passierbar, was in der Region um Cairns schon nicht mehr der Fall war.
Airlie Beach ist bekannt fuer mehrtaegige Segeltoerns in der schoenen Region um die Whitsundays Inseln. Sicherlich ein Erlebnis von ganz spezieller Art. Aber bei der herschenden Wetterlage lohnte sich die nicht ganz unbescheidene Ausgabe fuer ein Segeltoern nicht. Vielleicht ein andermal.

Dingo, Namoi Hill Cattle Station, muhhhh (8.2.00)

Flucht vom RTegen war angesagt! Heute ging die Reise von der Kuest weg ins Landesinnere. Je weiter wir ins Landesinnere vorrueckten, desto besser wurde das Wetter. Aber auch die Landschaft aenderte sich, das staubige rot des Sandes nahm langsam aber sicher Ueberhand ueber das saftige gruen der Pflanzen, die immer rarer wurden. Via Nebo ging es ab ins "nahe" Outback zum kleinen Ort Dingo. Mit klein mein ich eine Bevoelkerung von 50 Personen.
15 Minuten weiter auf feinsandiger roter Waschbrettpiste und wir waren auf der Namoi Hill Cattle Station (Rindviestation).
Hier wurden wir herzlich begruesst und in die Kunst des "Geisle-Chloepfe" eingefuehrt. Es sah so einfach aus, war jedoch so schwer der Geisel einen Knall abzuringen.
Bevor jedoch alle resignierten, wurde uns die fachgerechte Handhabung von verschiedenen Bumerangs erklaert. Natuerlich durfte auch die Praxis nicht fehlen. Nur da kam fuer fast alle schon die naechste Enttaeuschung, nur selten fand der Bumerang zum werfer zurueck! Es war jedoch auch recht windig, und die Bummerangs alle recht leicht.
Nach diesem Frust gab es einen speziellen Tee mit einem hier bekannten Gebaeck, eine Art Brot. Es schmeckte jedenfalls gut!
Danach wurden wir auf einen Viehtransporter verfrachtet. Es ging auf eine Tour durch einen kleinen Teil der 130 km2 grossen Rindviehfarm. Es war eine ganz amuesannte Tour, wenn auch etwas holprig.
Wir sahen einen der ca. 50 wenigen gluecklichen Bullen, die nicht kastriert wurden. Kastrierte Bullen sind uebrigens Stiere. Es war ein maechtiges Exemplar, mit seinen riesiegen Hoecker auf dem Nacken schon fast mit einem kamel verwandt. Agressiv sind die Bullen nicht, Sie rennen gar vom Mensch weg. Die gluecklichen Bullen haben ja auch gar keinen Grund um agressiv zu sein, schliesslich koennen sie hier ihren Trieben nachgehen. Was sie auch waehrend 10 Jahren, 9 Monate im Jahr, jeden Tag 8-9 mal auch machen. Schliesslich muss der Bestand der Farm von einigen tausend Tieren gesichert werden!
Auf der Fahrt durch das Steppenartige Land sahen wir auch ein paar wilde Kaenguruhs im Schatten der Baeume.
Uns wurde viel interesantes ueber all die Arbeiten auf der Farm erzaehlt. Wie die Jungtiere kastriert, enthornt, gebrandmarkt und mit Ohrenmarke versetzt werden, in ca 30-40 Sekunden pro Tier!
Anders handhaben die Farmer die Dingos, australiens wilde Hunde, auf ihrer Farm. Sie werden wann immer sie gesichtet werden erschossen. Dies weil sie zu einer regelrechten Plage mit ihrer Ueberpopulation sind. Auf Ihren Abschuss steht vom Staat gar eine Praemie die pro eingesanntes Ohrenpaar ausbezahlt wird. Prompt sichteten wir auch einen Dingo, der jedoch rasch genug das Weite suchte.
Apropos Abschuss, bei einem kurzen Stop mit dem Viehtransporter machten wir ja noch zuvor Schiessuebungen. Jeder der Lust hatte konnte seine Jeans, das T-shirt, die Kreditkarte oder was auch immer ueber einen Ast haengen und eigenhaendig mit Schrot versetzen. Ich habe noch nie zuvor so schnell Kleider altern sehen...
Auch ins Reich der Pflanzenwelt wurden wir eingefuehrt. So wurde uns z.B. der Soap Bush (Seifenbusch) gezeigt. Nimmt man einige Blaetter von ihm und verreibt sie in den Haenden, so entsteht eine Seifenaehnliche Masse, die gut reinigt. Dieselbe reinigende Wirkung haben die Blaetter auch wenn wenn man sie isst... (kotz) ...das wussten schon die Aborigenes.
Ein anderes Problem mit dem sie auf der Namoi Hill Cattle Station zu kaempfen haben ist das Wasser. Jedes Tier trinkt so um die 50 Liter davon im Tag. Seit drei Jahren fiel jedoch kein Regen mehr. Die laengste Periode war vier Jahre und einen Monat ohne Regenwasser.
So liessen sie Jim aus den USA kommen, einer der besten Wasserfinder der Welt. Mit riesigem Joint und ausgestreckten Armen torkelte dieser 6 Wochen lang durch das Land, jedoch ohne "Vibrationen" zu spueren. Kein Grundwasser auf der Farm!
Doch da ging im Pub der 50 Seelengemeinde Dingo das Geruecht um, dass auf der Farm ein Erdgasvorkommen liegen soll. Und siehe da, kurz darauf meldete sich ein Erdgaswerk bei der Farm, um Erlaubnis fuer Probebohrungen bittend. Rund 800 Bohrungen spaeter zogen sie wieder erfolglos ab, stiessen jedoch bei einer Bohrung auf Wasser!
Dies war die Rettung der Farm, die der Bohrung den Namen "Pray hole" (Beten loch) gab. Dies darum, weil niemand weiss wie gross das Wasservorkommen ist. So wird bei jedem Start der Foerderpumpe gebetet das Wasser kommt.
Wir nun schon alles kleine Stockmen oder Jackaroos (Cowboys) und Jillaroos (Cowgirls) zogen danach weiter zur eigentlichen Farm.
Da wurden wir auch gerade auf erfrischende Weise vom Oz-Experience Bus der uns entgegnkommt und auch auf der Cattle Station stopt begruesst. Sie waren schon frueher bei der Farm angekommen und bewarfen uns mit Wasserbalons als wir mit dem Viehtransporter einfuhren.
Nach einem Guten Nachtessen fing die Party unter freiem Sternenhimmmel an. Uns wurde Western Square Dance beigebracht, oder zumindst versucht, sowie einige Wettbewerbe durchgefuert. Am Lagerfeuer liess ich den Abend vor dem Schlafengehen Ausklingen.

Bargara, Die wunderbaren Meeresschildkroeten (9.2.00)

Von der Cattle Station ging es erstmals nach Rockhampton. Die Region um Rockhampton ist die wichtigste fleischproduzierende Gegend von ganz Australien, was der Stadt auch den Beinamen "Beef Capital of Australia" gegeben hat.
Immerhin ist es das Zuhause von 3 Mio. Rindviechern. Das macht fuer jeden der 60'000 Einwohner 50 Rinder.
Nahe von Rockhampton zieht auch der suedliche Wendekreis durch, der Tropic of Capricorn. Das ist die Trennlinie zwischen Tropen im Norden und Subtropen im Sueden. Ich betrat also wie schon in Neuseeland wieder subtropisches Gebiet.
Mit Erreichen von Bundaberg waren wir unserem Tagesziel schon sehr nahe. Bundaberg lebt vom Zuckerrohr und ist einer der wenigen Orte auf der Welt wo das Zuckerrohr alle Arbeitsgaenge vom Anbau bis zur Verarbeitung zu allen erdenklichen Endprodukten durchlaeufft. Das beliebteste Erzeugniss ist mit sicherheit der in Austrlien sehr bekannte Bundaberg Rum.
In Bargara bezogen wir fuer 16$ sehr luxerioese Bungalows. Nur konnte ich es nicht lange geniessen, denn kaum bezogen musste ich schon wieder weg.
Es ging in den "Mon Repos Coservation Park" um Turtles (Schildkroeten)zu sehen. Von den 7 noch existierenden Meeresschildkroeten Arten, sind sechs davon unter anderem auch in Australien zu finden. Die groesste noch existierende Meeresschildkroetenart wird bis zu 2,5 m lang und wiegt dann so um eine Tonne.
So grosse Schildkroeten bekam ich jedoch nicht zu Gesicht. Ueberhaupt hatte ich nur die Moeglichkeit Schildkroeten zu sehen weil gerade Brutzeit ist. Meeresschildkroeten sind ja alle vom Aussterben bedroht, schuld dafuer traegt wie koennte es anders sein, natuerlich der Mensch.
Alle Meeresschildkroeten Arten sind erst ab dem ca. 45 Lebensjahr Zeugungsfaehig!
Ein Zeugungsfaehiges Weibchen legt dann im Abstand von 1 bis 10 Jahren Eier. So zwischen 60 und 150 Stueck, und dies 6 bis 10 mal pro Jahr. Aber eben, vielleicht legt sie dann fuer 10 Jahre keine Eier mehr!
Die Eier liegen 50-70 cm Tief im sand vergraben wo nach rund 8 Wochen die jungen Schluepfen. Ob Maennchen oder Weibchen haengt von der Temperatur des Sandes ab wo die Eier liegen!
Die kleinen ca. 5 cm grossen Schildkroetlein schluepfen alle in derselben Nacht und graben sich durch den Sand bis an die Oberflaeche des Strandes. Dort angekommen heisst es so schnell wie moeglich ins Wasser zu kommen. Weil die meisten Fische und Voegel, fuer welche die jungen Schildkroeten eine Nahrung darstellen, sich um Landmassen aufhalten; schwimmen die kleinen zwei bis drei Tage ohne Unterbruch ins offene Meer hinaus, jedes auf sich alleine gestellt.
Von Tausend Schildkroeten die Schluepfen, schafft es nur eine und kommt nach rund 45 Jahren das erste mal zurueck zum Strand wo es geboren wurde um Eier zu legen.
Leider kam in der Nacht als ich da war kein Muttertier an den Strand um Eier zu legen. Aber ich hatte das Glueck zu sehen wie 71 junge Schildkroeten das Licht der Welt erblickten. Die kleinen herzigen Geschoepfe haben sehr kraeftige Floesschen, wie ich selber fuehlen konnte. Diese brauchen sie auch auf ihrem beschwerlichen Weg aus dem Ei ins Meer.
Es war ein wunderbares Naturschauspiel! Mal an der Oberflaeche des Strandes goennten sich die kleinen keine Pause und krochen dem Meer entgegen. Mal im Wasser wurden sie ins Meer gezogen, wenn sie Glueck hatten, oder wurden von der Welle wieder an den Strand gespuehlt.
Man muss es selbst gesehen haben, mit welch unbaendigem Willwn die kleinen Geschoepfe ganz auf sich alleine gestellt dem Meer entgegen eilen. Ein Erlebnis das man nicht so schnell vergisst!

Hervey Bay, Das Sprungbrett (10.2.00-13.2.00)

Zur Abwechslungt mal bei bestem Wetter (halt auch schon einige Km suedlich von Cairns) ging es weiter nach Hervery Bay. Hervey Bay besuchte ich eigentich gar nicht. Es ist eine schier endlos in die Laenge gezogene Ortschft. Aber sie ist der Ausgangspunkt fuer Ausfluege auf die Fraser Island. Und diese Insel wollte ich besuchen.

Fraser Island, wo Dingos Schuhe fressen (11.2.00-13.2.00)

Schon um 5.40 Uhr Stand ich am Morgen auf. Zusammen mit meinen acht wild zusammengewuerfelten Kameraden bildeten wir eine Gruppe. Als solche mussten wir um 6.00 Uhr unseren Toyota Landcruiser mit langer Kabine und kompleter Campingausruestung fassen. Als alles (Auch die Esswaren fuer 2.5 Tage) im Wagen verstaut war ging es los, denn wir mussten die Faehre auf die Insel erwischen.
Fraser Island ist die groesste Sandinsel der Welt, und hat als solche jede Menge schoenster Natur zu bieten. Die Strassen sind einspurig und nicht befestigt. Mal war der Sand etwas weicher und mal etwas harter. Mal war die Strasse wie ein Waschbrett und dan von tiefen loechern versetzt. Wie auch immer, als Passagier zuhinterst im Wagen hatte man immer das Gefuehl dass es das Fahrzeug gleich ueberschlaegt, auch wenn es langsam fuhr. Zudem hatte man dort noch den zusaetzlichen Kampf mit der ganzen mitgefuehrten Ausruestung, die immer dazu tendierte einem auf die Fuesse oder in den Schos zu fallen!
Dies war auch ein Punkt der etwas zu Reibereien in der Gruppe fuehrte.
Denn wer immer auf dem komfortablen Fahrer- oder Beifahrersitz sass bekam dies gar nie mit ueber.
Dazu waren gewisse Fahrstile ziemlich riskant. Sei es bei einer zuegigen Talfahrt auf den schmalen extrem holprigen Piste zwischen den Baeumen oder eine Blocherei dem Strand entlang wo man ploetzlich von einem tiefen Wash out (Bach der ueber den Strand ins Meer fliesst und sich dabei in den Sand einfrisst. Tiefe des Baches infolge Oberflaechenspiegelung aus zuegiger Fahrt quasi nicht eroierbar!) ueberrascht wird und dementsprechend ungewollte Saetze nimmt.
Auch war mal eine Fahrt mit 80 Sachen in ca. 20 cm tiefes Salzwasser dabei, wobei der Fahrer jede Kontrolle ueber den Wagen verlohr. Zudem mussten wir den Wagen per Eimer mit Suesswasser von einem See Abspuehlen. Denn am ganzen Wagen war mehr Salz als auf jedem versalzenen Pommes Frittes. Und wir wollten ja unsere Caution nicht verlieren!
Wie auch immer, am letzten Tag ging die Sache mit dem Fahren jedenfalls reibungslos.
Auch das Wetter war ganz tadellos, vom den paar scheuen Regentropfen in der ersten Nacht liesen wir uns nicht stoeren, und sonst war das Wetter Sonnig.
So nutzten wir die Zeit um den Subtropischen Regenwald, die unzaehligen Seen mit klarem Wasser und schoenen Sandstraenden sowie die Baeche und Duenen zu geniessen. Beim Maheno Wrack, einem hier 1935 gestrandeten Schiff an der 75 Miles Beach machten wir ebenso einen Stop wie auch am Eli Creek, Indian Head und vielen anderen Orten mehr.
Wir suchten uns eine schoene Route aus die auch viel Zeit ausserhalb des Fahrzeuges beinhaltete. Nur mussten wir am ersten Morgen schon um 5.00 Uhr aufstehen, dass wir die Ebbe am Strand zum Fahren ausnutzen konnten.
Natuerlich gehoert auch das festfahren zu einem richtigen Offroad Trip. Aber immer kriegten wir das Fahrzeug wieder frei.
Die Fraser Island ist so der einzige Ort (da eine Insel) wo die Australischen Dingos (zur erinnerung, wilde Hunde) noch in ihrer urpruenglichen Form zu finden sind. Auf dem Kontinent sind fast alle mit streunenden Hunden gekreuzt. Daher sind sie hier auch geschuetzt. Durch leichtsinniges (verbotenes) Fuettern der Tiere haben sie ihre natuerliche Meschenscheue verlohren und sind ueberall anzutreffen. Daher muessen immer alle Esswaren und Abfaelle beaufsichtigt oder im Fahrzeug verstaut werden.
Als ich in der Zweiten Nacht als letzter ins Zelt wollte hatten sich schon alle breit gemacht. So beschloss ich draussen zu schlafen. Mein kleiner Rucksack (Kleider und Fotoaparat) sowie die Sandalen neben mir. Als ich am Morgen aufwachte, fehlte ein Schuh! Als ich ihn wenige Meter entfehrnt fand, musste ich feststellen dass eine Massive Kunststoffoese total verbissen war! Ein Dingo muss Geschmack an meinen Schuhen gefunden haben! Mit einem Schluesselring konnte ich spaeter die Sandalen wieder reparieren.
Ueber alles gesehen war der Fraser Island Trip etwas vom schoensten das ich in Australien bis jetzt gemacht habe, trotz den kleinen Reibereien.
Uebrigens bekamen wir die Caution wieder zurueck.
Noosa, nur Durchfart (14.2.00)

Nach Hervey Bay ging es weiter nach Noosa.
Fuer mich war der Tag aber mehr ein relaxen von Fraser Island sowie ein weiterkommen Richtung Sydney.
Da gerade Valentinstag war, verkurzten wir uns die Zeit mit Valentinsspruechen die wir auf Papier schrieben und dann uebers Microfon laut vorgelesen wurden. Natuerlich waren lange nicht alle ernst gemeint.
Es hatte aber auch ganz serioese Valentinssprueche darunter. Ein Liebesbeweis in der Oeffentlichkeit des Busses schwappte jedoch doch schier in eine unkontrolierte Knutscherei ueber.
Wie schon geschrieben, Noosa war nur Durchfahrt(mit Uebernachtung).

Brisbane, Der Besuch der jungen Dame (15.2.00)

Ehrlich gesagt haette ich eigentlich gerne "der Besuch der alten Dame" in den Titel geschrieben. Aber ich liess es dann aber sein, da die alte Dame ja juenger als ich ist. Und wer weiss, vielleicht ist sie ja auch ein Besucher dieser Seite!
Nach einer relativ kurzen Fahrt von Noosa die Sunshine Coast runter erreichte ich schon bald Brisbane.
Die 1.3 Millionen Stadt geniesst 7.9 Stunden subtropischen Sonnenschein im Tagesdurchschnitt und ist Hauptstadt des Staates Queensland, der sich auch gerne Sunshine State nennt.
In der Zeit wo ich mich gerade jedoch in diesem Staate aufhalte waere Rainstate wohl eher angebracht. Aber ich darf mich da nicht beklagen, ich wusste ja das ich in der Monsunzeit hier rumreise.
Brisbane hat als kennzeichnende Merkmale grosse Glaspalaeste, eine gemuetliche Fussgaengerzone mit Strassenmusikern und den gemaechlich dahin fliessenden Brisbane River, der von vielen Bruecken ueberspannt wird.
Die South Bank, das Gelaende der Weltausstellung von 1988 ist heute ein schoener Park der zum Flanieren einlaedt.
Ebenso besuchte ich die City Hall, deren Aussichtsturm jedoch leider geschlossen war, die Windmuehle welche aufgrund eines Konstruktionsfehlers nie funktionierte und heute ein Observatoruim ist, Parliament House, die alten Gebaeude der Central Railway Station, Treasury Building, Botanischer Garten und die Queen Street Mall (Einkaufsstrasse) waren in etwa die Stationen meiner Blitz-Tour.
Der eigentliche Grund warum ich hier in Brisbane einen Stop einlegte war naemlich ein kleiner Besuch.
Wahrscheindlich erinnert Ihr Euch ja nich mehr, aber bem Neuseeland Reisebericht konnte man unter Northland folgedes lesen: "...hatte ich wenigstens eine interessante Unterhaltung mit zwei Schweizerinnen." Und eine dieser zwei Schweizerinnen war zur Zeit gerade in Brisbane (Die andere macht Perth im Osten unsicher!).
So machte ich mit Rosmarie (so heisst sie) fuer ein Kafe ab. Sie kam mir dann auch prompt mit einem kleinen Australien Faehnlein am Treffpunkt entgegen.
Wir plauderten ueber das Erlebte und was wir noch so vor haben.
Zu meiner Ueberraschung fand ich heraus, dass ich in meiner kurzen Zeit in Brisbane schon mehr von der Stadt gesehen habe als sie wo doch schon seit Wochen da ist. OK, nicht in allen Bereichen, in Sachen Kleidergeschaeften etc. war sie mir um laengen voraus...

Surfers Paradise, Sonne Strand Wolkenkratzer und Partys (16.2.00-17.2.00)

Ja, Surfers Paradise ist eine ganz spezielle Stadt, zumindest fuer australische Verhaeltnisse.
Nie vorher habe ich live vor Ort so viele imposante Wolkenkratzer sich der Beach entlang reihen sehen.
Im prinzip ist es das was man auch als verschandung der Natur ansehen koennte. Aber bei Surfers Paradise ist das etwas anders. Denn die feinsandige breite Beach hier, die Goldcoast, ist rund 42 Kilometer lang und auf weiten Strecken nur sehr schwach besiedel. Man waere also nicht auf Grund eines begrenzten Strandes darauf angewiesen in die Hoehe zu Bauen.
Wie auch immer, mir persoenlich gefaellt die Skyline des belebten Ortes.
Die Beach der Goldcoast ist teils flach und familiengerecht, teils mit einer Brandung die Surfer gluecklich macht. Daher hat Surfers Paradise wohl auch seinen Namen was man jedoch auch in Golfers Paradise umtaufen koennte. Nirgendwo sonst auf der Welt sind auf so kleiner Flaeche soviele Golfplaetze angelegt wie hier. Der Grund dafuer sind die vielen japanischen Touristen die hierher reisen. Europaeer reisen nicht (oder nur selten) wegen Surfers Paradise nach Australien.
Zusammen mit dem Tourismus wurde die Stadt auch gross. Denn vor gut 30 Jahren war hier noch fast nichts! Und jetzt sind um die Stadt schon mehrere grosse Vergnuegungs- und Themenparks angesiedelt. Selbst an Schweizer die den Schnee vermissen wurde gedacht. Ich fand eine Eishalle zum Schlittschuh laufen sowie eine Eis und Schnee Erlebniswelt wo man "Eisberge" besteigen kann oder einfach im Schnee tollen. Trotzem ich den Schnee etwas vermisse, konnte ich mir den Besuch verkneifen!
Nicht verkneifen konnte ich mir einige weitere Surfversuche (zur Abwechslung mal nicht im Internet!).
Das Longboard oder gar die kuerzeren Surfboards wie sie die Profis benutzen versuchte ich jedoch gar nicht erst. Die sind etwas schwieriger zu beherschen und daher nicht so erfolgsversprechend. Ich versuchte mich mal mehr mit dem etwas einfacheren und daher nicht ganz so frustrierenden Bodyboard. Doch auch da ist es noch lange nicht so einfach wie es aussieht.
So begab ich mich an den Strand in einen Abschnitt zwischen zwei gelb-roten Faehnlein. Dies markiert einen von der Liveguard (=Kuestenwache, oder fuer Fernsehholiks: Baywatch!) ueberewachten Strand.
Todesmutig (oder so aehnlich) stuerzte ich mich in die Fluten raus in das offene Meer den Wellen entgegen. Die Wellen hat sicherlich eine Hoehe von 1.5m - 1.7m bei dem Punkt wo sie sich ueberschlugen. Wenn man da etwas dumm reingeriet, bekam man so in etwa eine Ahnung wie es einem Kleidungsstueck in der Waschmaschine ergehen muss!
Mit Salzwasser gefuellten Magen sowie mit einem ueber meine Surfkuenste mit Stolz erfuelltenm Ego (ich erwischte doch dann und mal eine Welle) verliess ich sodann muede den Strand.
Natuerlich musste auch da beruehmte Nachtleben von Surfers Paradise erkundet werden.
Dies tat ich mit dem geplanten besuch von 4 - 5 Clubs. Per Doppelstoecker-Bus ging es von Club zu Club. Das ganze kostete nur gerade 10$, inklusive allen Eintritten sowie drei gratis Drinks.
Trotzdem brach ich das ganze Unternehmen vor dem letzten Club ab. Ich hatte genug gesehen und war muede. Fuer den Ausgang in Clubs muss man sowiso nicht auf Reisen, der ist auf der ganzen Welt derselbe. Zudem verlohr ich dabei noch meinen geliebten Caran d' Ache Metall-Kugelschreiber, ueber was ich mich schon etwas aergerte.
Bei den Motorsport Fans ist die Stadt als Austragungsort eines Jaehrlichen Indy-Cart Rennens ein Begriff. Fuer einen Besuch desselben war ich jedoch etwas verfrueht, kam jedoch trotzdem da und dort etwas vom Jaehrlichen Grossanlass mitueber.

Nimbin, bei Party vor 27 Jahren hier haengen geblieben (18.2.00)

In nicht ganz 24 Stunden seit meinem noch immer schmerzenden Verlustes meinens Kugelschreibers, brachte ich es doch fertig schon wieder einen zu verlieren! Diesmal jedoch einen dessen verlust meine zartes Gemuet noch verkraften konnte.
Im Bus weiter nach Sueden stopten wir beim von Kapitaen Cook benannten Poin Danger. Man hatte hier nochmals eine herrliche Aussicht ueber die kilometerlangen Sandstraende der Goldcoast und in der Ferne war noch die Silouette von Surfers Paradise am Horizont zu sehen.
Quasi bei diesem Punkt verlauft auch die Grenze der zwei Bundesstaaten Queensland und New South Wales durch. Beim betreten von New South Wales verloren wir gleich mal als erstes (nein, diesmal kein Kugelschreiber) eine Stunde Zeit. Theoretisch waere da keine Zeitgrenze, da jedoch New Sout Wales die Sommerzeit kennt und Quennsland nicht ist da halt im Sommer eine Zeitgrenze.
Gegen Abend fuhren wir dann im kleinen Ort Nimbin ein. Die Lage des Ortes ist wunderschoen. Etwas im Landesinnern mitten in bewaldeten Huegeln die auch irgendwo im Mittelgebirge Europas stehen koennten.
So erkundete ich als erstes die City und kam dabei unerwartet in den Genuss des wohl schoensten Sonnenunterganges seit ich in Australien bin.
Mit City meine ich die wenigen, dafuer auf Grund ihrer Fassade sehr speziellen Hauser der "Hauptstrasse" der 600 Selen-Gemeinde. Mit den Bewohnern in den nahen Huegeln hat Nimbin jedoch eine Einwohnerzahl von etwa 2500.
Nimbin ist definitiv anders als alle anderen Orte in Australien oder gar auf der Welt!
Lebte die Gemeinde mal gut vom Holzschlag und spaeter von der Milchproduktion, so gab es in der Ortschaft ploetzlich keinen Erwerb mehr als in der Gegend in den fruehen 70 Jahren zuviel Milch produziert wurde und Nimbin als abgelegener Ort als erstes das Einsehen hatte.
Da wurde 1973 in der schoenen Gegend von Nimbin das grosse Aquarius Fest von Studenten aus der Stadt veranstaltet. Und eben diese Studenten von dazumal sind noch heute hier!
Nimbin ist also eine Gemeinde von Hippis und Freaks die quasi bei einem Fest haengen geblieben sind. Sie gruendeten hier eine Komune in der allerlei alternative Lebensformen vertreten sind. So wurde Nimbin zum "Herz der Hippies in Australien.
Dies ist auch unschwer bei einem gang durch den Ort zu erkennen.
Da ist das Nimbin Museum, welches eine Ansammlung von alten, rostigen und kaputen Gebrauchsgegenstaenden ist, die bemalt und mit Spruechen versehen wurden. Viele Fassaden sind mit farbigen Motiven versehen. Auf einem Haus liegt ein 5 Meter "Joint". Handbemalte Plakate werben fuer allerlei alternative Praktiken und nirgendwo sonst auf der Welt habe ich auf so kleinem Platz noch soviele alte VW Busse gesehen.
Auch die einheimischen auf der Strasse sind in der Regel einfach von Touristen zu untescheiden!
Dazu natuerlich der fast allgegenwaertige Geruch nach Canabis (In Australien auch verboten).
Nimbins Bevoelkerung ist auch bei der Regierung Australiens nicht ganz unbekannt. Haben sie doch schon in verschiedenen Ecken des Landes erfolgreich an vorderster Front gegen die Abholzung von Regenwaeldern demonstriert. Jedoch auch in der Foerderung und Verbreitung von alernativen Energien ist die Gemeinde taetig.
Ja, Nimbin ist anderst!

Buesel
Switzerland

buesel@gmx.ch

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