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New York, Polizei in Zivil und Flaschensammler (7.9.99-13.9.99)
Bei dem was ich ja noch an Reisetagen vor mir habe, muss ich natuerlich aufpassen dass ich mein Portemonaie nicht allzu stark strapaziere.
New York ist eigentlich gar nicht so ein teures Pflaster, wenn man etwas Glueck hat und weiss wo es am guenstigsten ist.
Nur das weiss ich auch erst jetzt, wo ich nicht mehr in New York bin!
Die erste nacht verbrachte ich fuer teure 25$ in meinem Zelt in New Jersey und brauchte fuer die Anreise nach Manhatten auch nochmals Geld. Die Naechsten zwei Naechte verbrachte ich mit Monica und Tobias (Die zwei jungen Schweizer die auch mit dem schiff in die Staaten reisten.) In Manhatten nahe des Times Squares, zu etwa 30$ pro Person.
So konnte es nicht weiter gehen, oder ich muss die Reise frueher beenden!
Also schauten wir drei weiter um, und fanden auch eine Herberge in Manhatten fuer 15$ die Nacht.
Endlich gb es fuer mich wieder etwas zu Essen, da nicht mehr alles fuer die Uebernachtung drauf ging. So konnte ich die folgenden drei Tage unbeschwert geniessen.
All das rege Treiben auf den Strassen. Rund um die Uhr kannst du haben was dein Herz begehrt (sofern Du Geld hast!). All die Wolkenkrazer die den Blick immer nach oben schweifen lassen. Leute aller Rassen und Bevoelkerungsschichten. Und und und.
Aber das weisst Du ja auch alles, aber wenn Du selber da bist wird auch Dich New York nicht kalt lassen.
Ich luege nicht, wenn ich sage ich bin ganz Manhatten abgelaufen. Keine Ecke konnte ich aus lassen, vor allem nicht die, bei denen es in den Reisefuehrern heisst dass sie nicht ganz ungefaehrlich sind. Alles in allem fand ich die Stadt aber als ungefaehrlich.
Am meisten hat mich der Times Squares bei Nacht beeindruckt. Die riesigen Bildschirme und Leucht-Reklamen, Atemberaubend! Da klebte doch unter anderem ein echtes Auto an der Wand, aber es verschwand schier zwischen den Ueberdimensionalen Neonreklamen.
Und all die Stretch Limusinen die in der Gegend rumfahren...
Die Skyline von Manhatten bei Nacht ist auch nicht ohne! Nicht zu vergessen dass all die Wolkenkratzer von innen mit ihrem Prunk den ausseren Dimensionen in nichts nach stehen.
Aber das findet keine Ende wenn ich von New York ins Schwaermen komme. Vielleicht noch folgende zwei geschichten:
Meine U-Bahn Verbindung war nicht optimal, so entschied ich mich ein kurzes Stueck zwischen zwei U-Bahnstationen zu Fuss durch die Stadt zu laufen. Aber als ich wieder mit meinem 7-Tage U-Bahnbillet die Bahn Betreten wollte, wurde mir der Zugang verweigert. Das bloede Ding wollte sich einfach nicht drehen!
Schon wieder bin ich in diese bloede 18-Minuten Regel gefallen! Nach Betreten der U-Bahn muss bis zu einem erneuten Einlass mindestens 18 Minuten vergangen sein. Bei meinem Tempo wie ich zu Fuss durch New York unterwegs war, waren das natuerlch nie 18 Minuten.
Was soll's, dachte ich mir, so hoch kriege ich die Beine schon und stieg ueber dieses wiederspaenstige Ding. Ein paar Schritte spaeter hoerte ich eine Stimme mit bestimmten Ton. Irgendwie wusste ich ich sofort, dass ich gemeint war, auch wenn ich kein Wort verstanden hatte!
So drehte ich mich um und sah wie eine Zivilperson mir seine Poizeimarke entgegen streckte. "Schei...." dachte ich mir und folgte ihm wie er befahl. In einer etwas ruhigeren Ecke durfte ich ihm dann meinen Pass zeigen und alles erklaeren. In den Genuss eine Polizeizelle von innen zu betrachten kam ich jedenfalls (zum Glueck) nicht.
Und da war noch das, was mich von ganz New York am meisten beeindruckt hatte. Es ist nicht ein Hochhaus oder ein Platz, nein, es war eine aeltere schwarze Frau.
Ich war am Times Square wo MTV eines seiner Studios hat und daher immer viele Leute da sind um einen Blick ihres Idols zu erhaschen, es wurden ja zur Zeit gerade die Music-Awards vergeben.
An diesem Abend war da jedoch eine grosse oeffentliche Modeschau aller bekannten Marken. Daher wurde der Platz grossraumig abgesperrt. Fuer die Zuschauer wurden eine Art "Gatter" erstellt, dass die Durchgaenge frei blieben. Die von den Laufstegen abgewannte Seite der "Gatter" war jeweils komplett offen. So kam es, dass sich eben diese aeltere kleine schwarze Frau sich auch darin verirrte. Sie war in Plasticksaecke gekleidet die ihr zusaetzlichen Schutz vor Wind und Regen gaben. Vor sich hin schob sie einen Karren mit Plastiksaecken, gefuellt mit leeren Petflaschen und Aludosen. Auf Ihnen ist naemlich ein Depot von 5 Cents!
Ich erkannte, dass es der Frau hier nicht wohl war und sie moeglichst schnell weg wollte. Daher versuchte sie ueber oder unter der Abschrankung durch zu kommen, was ihr jedoch nicht gelang. So nahm ich den Karren und wollte ihn ueber die Abschrankung heben, aber er war auch fuer mich zu schwer. Also hob ich die Abschrankung so hoch, dass die Frau sammt Karren unten durch konnte.
Fuer mich war die Sache jetzt gelaufen und ich konzentrierte mich wieder auf den Laufsteg, oder besser die Bildschirme. Doch da wandte sich die schwarze Frau von der anderen Seite der Abschrankung zu mir und drueckte mitr etwas in die Hand.
Als ich realisierte dass es ein Dollar war, also das Depot von 20 muehselig gesammleten Flaschen und ich ihr das zurueck geben wollte, hatte sie sich schon umgedreht und lief davon ohne sich zu Drehen, aber ich weiss, sie hat mich genau gehoert das ich ihr nach rufte!
Da ich mit meinem Rucksack in der Menschenmenge nur bedingt mobil war, stellte die Abschrankung auch fuer mich ein echtes Hindernis dar, und ich konnte ihr nicht mehr folgen.
Noch am gleichen Abend aber traf ich eine andere aelter kleine weisse Frau ihren "Leergutkarren" vor sich hin schieben. Also ging ich zu ihr, drueckte ihr den Dollar 8n die Hand und erzaelte ihr die Geschichte. Unglaubwuerdig fragte sie mich darauf, ob der Dollar wirklich fuer sie sei, und ich sagte ihr ja, aber er ist nicht von mir sondern er sei eben von genau auch so einer Frau wie sie sei!
Das war das eindruecklichste Erlebnis, dass ich in New York hatte. Die schwarze Frau war ja viel mehr auf das Geld angewiesen als ich, aber ich glaube, trotz Armut hatte diese Frau einen unglaublich hohen Stolz. Anders kann ich mir das nicht erklaeren.
Boston, very british (14.9.99-17.9.99)
Per Nachtbus ging es von New York nach Boston (So hab ich das geld fuer Unterkunft diegespart!).
In Boston fand ich eine Unterkunft fuer 15$ die Nacht, und ich kam noch in den Genuss von zwei gratis Nachtessen!
Boston ist total anders als New York, alles viel ruhiger und gemaechlicher. Weniger Wolkenkratzer, dafuer mehr schmucke kleine Reihenhaeuser mit Holzfasaden oder schoenem Backstein-Mauerwek. Boston hat viel mehr stil. Es wirkt alles sehr englisch, was noch von der Kolonialzeit her kommt. Boston ist sicherlich eine Reise Wert, wenn lange nicht so aufregend wie New York. Aber genau diese Ruhe habe ich genossen.
In Boston hat mir noch zum zweiten mal ein Hurrican seinen Besuch verweigert. Flojd, sein Name, hat Boston nur mit viel Regen und Wind beglueckt!
Albany, wo geht es hier um Schlafen? (17.9.99)
Leider fuhr kein Nachtbus nach Albany, ueberhapt waren die Verbindungen nach Albany, der Hauptstadt des Staates New York, sehr schlecht.
so kam es dass ich erst um 16 Uhr dort eintraff. Angekommen machte ich mich gleich nach der Suche einer guenstigen Herberge in der Elm-Street. Aber zuerst in das Vistorcenter einen Stadtplan holen. Auf Anhieb fand ich dieses auch, doch es war geschlossen.
Also auf zur Elmstreet! Nur wo suchen? So machte ich einen Stadtbummel und wollte nach einiger Zeit mal jemanden fragen, da sah ich eine Strassentafel mit nur drei Buchstaben. Welch ein Glueck, die Elmstreet. Kurz darauf stand ich auch schon vor der Tuere der vor fuenf Jahren geschlossenen Herberge!
Ich traf jedoch nette Leute die mir die Adresse einer guenstigen anderen Herberge gaben, und fuhren mich per Auto auch noch gleich dahin! Welch ein Glueck!
Weniger gluecklich machte mich nacher die Tatsache, das kein Platz mehr vorhanden war. So entschloss ich mich Albany per Nachtbus Richtung Buffalo zu verlassen.
Nach einem blitz Stadtrundgang (Albany hat sowiso nicht viel zu bieten), kam ich noch in den Genuss eines gratis Rock-Konzertes von zwei Bands. So die Zeit vertrieben sass ich schon bald wieder im Bus.
Buffalo, Internet fuer 1$ (18.9.99-20.9.99)
Buffalo hat eine saubere Jugendherberge und ist eine normale Anmerikanische Stadt mit fuer mich ueberraschend vielen schoenen aelteren Bauwerken.
Um 7 Uhr angekommen machte ich sogleich bekanntschaft mit einem etwa 20 Jaehrigen schwarzen Mann. Wir hatten ein interesantes Gespraech, indem er oft ueber das Land wetterte und mich zur Vorsicht mahnte!
Buffalo selbst habe ich in einem Tag gesehen. Das beste hier ist die Bibliothek. Fuer 1$ bin ich jetzt hier Mitglied geworden, und darf dafuer die Internetstationen gratis gebrauchen. Kein vergleich mit New York!
Niagara, siehe Kanada (19.9.99)
Cleveland, nicht viel los (20.9.99-21.9.99)
Gegen Abend bin ich per Greyhound (wie immer) von Buffalo nach Cleveland gereist. Ich habe mir gesagt ich spare mir die Kosten fuer die Uebernachtung, und auch die manchmal leidige Sucherei nach einer bezahlbaren Schlafgelegenheit und schlafe einfach im Busbahnhof.
Das ich jedoch nicht die ganze Nacht im Busbahnhof verbringen muss, bin ich als ich in Cleveland ankam sogleich los gezogen.
Cleveland Down Town ist schneller gesehen als mein kleines Dorf Villmergen. OK, der Haven am Eriesee, welcher sehr schoen ist haben wir in Villmergen nicht zu bieten. Auch ist die Skyline von Cleveland ein wenig spektakulaerer. Aber dafuer finde ich in Villmergen nach 22 Uhr noch ein Restaurant das offen hat und in das ich mich getraue!
Da hat es in diesem Cleveland Downtown doch kein einziges Gebaude das kleiner ist als das "Hochhaus" in meinem Dorf (ca. 20 Stoecke), aber der Ort wirkt ab 19 Uhr wie ausgestorben!
Eine spezialitaet der Amerikaner scheinen die Weihnachtsgeschaefte zu sein die in jeder groesseren Ortschaft zu finden sind. Sie heissen meist Christmas Corner oder Northpole und verkaufen das ganze Jahr Weihnachtsartikel (Ich sage euch, mir tut jeder Weihnachtsbaum leid, der diesen Kitsch ertragen muss!). Aber das beste an diesen Geschaeften ist jeweils die Musik welche die Kunden berieselt; Jingle Bells, O Tannenbaum, O du froehliche etc. etc. .... und das auch mitten im Sommer!
Aber was solls, hier habe ich ja schon einiges "abnormales" gesehen, das macht ja gerade Amerika aus!
Wie in jeder Stadt haben mich auch in Cleveland die Sportstadien interesiert. Die sind jeweils von riesiegen Ausmasen und in Mehrzahl in jeder Stadt vorhanden. Schliesslich wird je eines fuer Baseball, Basketball und Football benoetigt. Dazu gibt es meist noch ein Stadium fuer x-andere Anlaesse. Die ganze Schweiz zusammen kann nicht so schoene grosse Stadien aufweisen wie hier meist nur eine einzelne Stadt.
Nicht schlecht gefallen in Cleveland haben mir die Flats. Eine schon fast romantisch wirkende Industrielandschaft, heute jedoch vor allem von Bars, Clubs und Restaurants benutzt.
Auch in den Flats fuehren eine Unmenge von Bruecken ueber den Cuyahoga River, einer der verkehrsreichten Fluesse in des Landes. Ich habe noch nie zuvor eine solche Vielfalt von verschiedenen Bruecken auf einem hauffen gesehen. Da gab es alle moeglichen Konstruktionen von Hebe- und Drehbruecken.
Detroit, Sightseeingtour durch eine "sehr gefaehrliche Gegend" (21.9.99-22.9.99)
Wieder durch die Nacht bin ich nach Detroit gereist, die zweite in Folge. In den Busstationen kann ich jeweils nicht richtig schlafen und vertreibe mir daher die Zeit mit Naehen (reparieren der Kleider), Tagebuch schreiben, Kassabuch fuehren oder manchmal auch mit Postkarten schreiben. So bin ich jeweils froh, wenn der Tag anbricht und ich auf Entdeckungsreise gehen kann. Bei Dunkelheit ist mir naemlich eine unbekannte Stadt nicht ganz geheuer, zumal die Busbahnhoefe meist in unsicheren Gegenden sind.
Als die Sonne ueber Detroit also auf ging, zog ich los in einen neuen Tag in einer neuen Stadt. Wie meist alles zu Fuss, und wie immer wenn ich keine Unterkunft habe mit dem Rucksack den ganzen Tag auf dem Ruecken. (Das ist bei dem warmen Wetter das ich hier bis jetzt gehabt habe ein echter "Chrampf", aber 6$ fuer ein Schliessfach ist mir zuviel)
So um 9 Uhr wusste ich nicht mehr was ich in dieser Stadt anschauen soll! Im Grossraum Detroit leben zwar mehrere mio. Leute, aber die Downtown selbst ist sehr klein. Die City selbst liegt ja am Grenzfluss zu Kanada wo das Renaissance Center, ein wirklich inposantes Bauwerk bestehend aus 5 riesigen Glastuermen, steht.
Laufst du jedoch von da 10 Minuten in eine Richtung, stehst du schon zwischen eingerissenen oder verlassenen Wohnhaeusern. Detroit, einst die weltweit groesste Autometropole musste ihre industrielle "Monokultur" arg in der Zeit der Oelkriese und auch in den 90er Jahren buessen. So kamen bei Unruhen infolge Massenentlassungen im Juli 1967 hier ueber 40 Menschen ums Leben und ueber 1300 Gebaude wurden zerstoert! Irgendwie ist das in der Stadt zu fuehlen.
So machte ich mich mit dem Stadtbus auf, um das Henry Ford Museum vor den Toren der Stadt zu besichtigen. Das erwies sich jedoch als gar nicht so einfaches Unterfangen. Erst die falsche Busgesellschaft, dann die falsche Haltestelle, danach der falsche Bus.... Aber ich fand schliesslich das Museum!
Im Bus lernte ich noch Jason kennen. Ein freundlicher 26 jaehriger Amerikaner,der mir jedoch wegen seiner Kleidung aber auch wegen anderen Details einen ziemlich zwiespaeltigen Eindruck machte. Was von da an der Tag so brachte, brauchte in meinem Tagebuch soviel platz wie sonst noch nichts! Es waren eine menge Eindruecke. Irgendwie alles sehr freundlich, aber trotzdem immer ein Bisschen unheimlich auf mich wirkend.
Fragt mich doch einfach wenn ich wieder Zuhause bin nach dem Tag in Detroit mit Jason. Im groben war ich mit ihm im Museum, bei ihm zuhause, in einer ziemlich ueblen Gegend (Prostitution und Drogen) und in einer verrauchten dunklen Bar.
Als ich es schaffte von Jason los zu kommen lief ich von der "ueblen" Gegend der etwa 4 Km entfehrnten Skyline von Detroit entgegen. Nicht lange unterwegs hoerte ich ploetzlich Schrite hinter mir und es rufte mir jemand zu. Meine Kanada-Flagge die ich in der Nacht auf den Rucksack genaeht hatte wirkte schon das erste mal.
Wiliam, so hiess der Mann, fragte mich ob ich via Detroit nach Kanada will. Ich erzaehlte ihm darauf von meinem Vorhaben zum Busbahnhof zu laufen. Er zeigte sich darauf sehr besorgt und holte noch seine Freunde die mir auch bekraeftigten wie gefaehrlich die Gegend sei, besonders am Abend und fuer Fremde. "Nicht das es nur schlechte Leute hier haette, aber es hat halt leider auch solche", meinte der sympatische Wiliam.
So machte er mir sogleich das Angebot mich zum Busbahnhof zu bringen wenn ich mich noch etwas gedulde, er muesste sowiso in die Stadt. Natuerlich nahm ich das Angebot dankend an. Die Fahrt hat sich dann als eine richtige Sightseeing Tour durch "gefaehrliche" Gegenden entpupt. Lektionen an was ich die "schlechten" Leute erkenne und wie sie bei Ihren Ueberfaellen jeweils vorgehen bekam ich auch.
So werde ich wohl auch den folgenden Satz von ihm nie vergessen:"Hier bekommst du Sex fuer 10$ und Aids gratis, kein Zuschlag!"
Zuguter letzt meinte er noch, das er mich in der Zeit in der ich auf Reisen bin in sein Gebet einschliesst und verabschiedete sich.
Chicago, mein grosser TV Auftritt (23.9.99-26.9.99)
In dem Bus nach Chicago verbrachte ich die dritte Nacht in Serie in keinem richtigen Bett. Das hatte jedoch in Chicago vorerst ein Ende gefunden. Obwohl man die Betten in den von mir ausgesuchten Unterkuenften meist nicht als "richtig" bezeichnen kann!
Chicago, the windy City oder die Nummer 2, wie sie sich gerne selbst betiteln. Obwohl, Nummer 2 ist ja schon laengere zeit Los Angeles, aber das wird hier ingnoriert. Fuer mich ist Chicago etwas wie die kleinere Ausgabe von Manhatten.
Natuerlich habe ich die ganze Stadt unsicher gemacht. Die Hoehepunkte waren da der Searstower (momentan zweithoechstes Gebaude der Welt), der besuch eines echten guten Blueslokals mit mehreren Bands, die Skyline bei Tag und bei Nacht, die schoenen Straende, die gratis Internett benuetzung und all die schoenen grossen Hebebruecken ueber den sich durch Chicago schlaengelnden Chicago River.
Aber das absolut beste war mein Auftritt in der Jenny Jones Show!
Ok, ein richtiger Auftritt war es nicht, aber ich hatte einen sehr Guten Platz. So lief doch Jenny Jones andauernd waehrend der Sendung vor mir durch.
Was, ihr kennt Jenny Jones nicht? Sie macht eine bekannte NBC Talkschow, welche in den ganzen Staaten ausgetrahlt werden. In den Herbergen kannten auch viele Europaer die Show, da sie auch in vielen europaeischen Laendern gezeigt wird.
Die Show selbst war ganz in Ordnung, jedoch nichts spezielles. Aber das, was da vor der Show und in den Pausen der Aufzeichnung der Sendung abgeht ist doch ein spezielles Erlebnis. Die Instruktionen was man alles zu tun und was man zu lassen hat. Das trainieren von "spontanen" ahhhh ohhh uhhh und ihhh Rufen! Ich sage euch, habt ihr je die Moeglichkeit bei der Aufzeichnung einer amerikanischen Show dabei zu sein, so geht hin!
Nur schade, dass ich die Sendung selbst wahrscheindlich nie zu sehen bekomme.
Memphis, Wo du wolle...? Du wolle Memphis? (27.9.99)
Ja, ich wolte nach Memphis! Und mal wieder per Nachtbus. In Memphis angekommen, wurde ich natuerlich wieder herzlich vom Begruessungskomitee erwartet.
Ich bezeichne die Leute als "Begruessungskomitee", welche mich an einem neuen ort zuerst anpumpen, nach Drogen fragen oder mich sonst wie anmachen wollen. Ich sage euch, da erlebst du einiges! Natuerlich ist das nicht nur bei der Ankunft der Fall, nein das zieht sich bis jetzt durch meine ganze Reise. Mit der Zeit geht einem das ganz schoen auf den Wecker. Besonders in Memphis, da bin ich auf zwei ganz penedrante Brocken gestossen, die ich zu allem noch mehr als nur einmal in der Stadt antraff!
In Memphis steht die drittgroesste Pyramide der Welt mit einer Replika der Ramses Statue. Dann ist da noch die Beal Street mit bekannten Bars und Kneipen (unter anderem die Bar von B.B. King, in der er manchmal noch selbst auftritte hat). Ein Paar beruehmte Plattenproduzenten sind auch dort zu hause, und dann ist da noch der Laden von A. Schwab. Ein Laden wie vor 100 Jahren! Eine Mischung von Secondhand-, Troedler-, Voodoo-, Kleider-, Eisenwaren- und Haushaltladen!
Aber das bekannteste in Memphis ist wohl Graceland. Was, du kennst Graceland nicht? Ich sage nur ELVIS.
Klingelt's? ja, Graceland ist das Zuhause und die Grabstaette von Elvis, nahe bei Memphis. Ich bin ja kein Elvis Fan, aber trotzdem hab ich den Besuch seines Wohnhauses und Umgebung (inklusive Grab,...schluchz!) nicht bereut. Jeder konnte selbst, mit Walkmann als Reisefuehrer, die Raeumlichkeiten besichtigen.
Die anderen drei Austellungen rund um Elvis, wie Flugzeuge, Autos etc. habe ich nicht angeschaut. Trotzdem ist fuer mich Elvis jetzt ein ganz andere Mensch als vor dem Besuch. |
New Orleans, Jazz, Voodoo und unheimliche Friedhoefe (28.9.99)
In New Orleans gegen den Morgen angekommen machte ich mich sogleich los in die Stadt.
Von keiner anderen Stadt bin ich so oft gewarnt worden wie von New Orleans. Nicht die Warnungen in den Reisefuehrern, die warnen ja sowiso vor jeder Kleinigkeit wie ich merken musste. Nein, Warnungen von Amerikanern auf meiner Reise. Die grenzen zwischen sicheren und unsicheren Gegenden soll hier manchmal sehr fliessend sein.
Wie auch immer, das French Quarter gilt als sicher, und dort ist das New Orleans wie es sich gerne zeigt. Schoene zwei- bis dreistoeckige Gebaude mit Gusseisernen Balkonbruestungen und pastellfarbenen Stuckfassaden.Inden schmalen Strassen ertoent ueberall Musik von den Strassenmusikern und den Bars. Obwohl, extrem viele Strassenmusiker hatte es nicht, was vielleicht an der touristischen Nebensaison oder am regnerischen Wetter gelegen ist.
Natuerlich gehoeren die bekannten Missisippi-Dampfer ebenso zu New Orleans, die aber in den Ferienprospekten besser aussehen.
Nicht von New Orleans weg zu denken sind die Voodoo-Geschaefte, die auf mich jedoch einen etwas zu touristischen Eindruck machten.
Mehr interesiert haben mich die alten Friedhoefe. Da hier der Missisippi oft ueber die ufer getreten ist, wurden die Toten nicht begraben, sondern in ueberirdischen Gruften beigesetzt. Die riesigen Friedhoefe sind von einer hohen Mauer umgeben und am Eingang stand eine Warntafel dass die Friedhoefe nicht ganz ungefaerlich seien. Nicht Wegen den Geistern, die spuken ja sonst angeblich schon in vielen Hausern von New Orleans, nein wegen Raeubern.
Mit all den Waarnungen im Hinterkopf und der spezielle Verweis in meinem Reisefuehrer nie alleine den Friedhof zu besuchen bewogen mich den Besuch bleiben zu lassen. So ging ich mit groester Vorsicht nur rasch fuer ein Foto zwischen die verwinkelten Gruften.
Der Besuch des "Brown House", bekannt vom Film "Vom Winde Verweht", viel dann jedoch buchstaeblich ins Wasser. Es regnete was es konnte, so verliess ich die Stadt.
Houston, das este Wort auf dem Mond (29.9.99-1.10.99)
Darauf sind die Bewohner der Stadt noch heute stolz. Wie auch auf ihr vollklimatisiertes Fussgaenger Tunnelsystem das ganz Downtown verbindet wie auch auf ihre sportlichen Erfolge. Aber Houston liegt ja in Texas, und da ist alles ein Bisschen groesser oder besser.
Mir selbst gefaellt Houston, die 4 groesste Stadt der USA. Die Wolkenkrazer stehen da nicht so nahe beieinader was mehr Platz fuer Licht, Baeume und Leben laesst. Die Tunnels sind gut, um vor der Hitze zu fluechten. Das Hostel kostet hier nicht viel (wieder nach drei Tagen eine Dusche!), nur 11.35$ und auch hier ist das Internet gratis. Mir ist die Stadt einfach irgendwie sympatisch, auch wenn sie anscheinend eine hohe Kriminalitaetsrate aufweisen soll (von was ich nichts merkte) und mir hier nach New York zum zweiten mal ein Vogel auf die Kappe schiss!
Auch wurde ich hier noch nie Angepumpt!
Die Stadt selbst hat zwar nichts wirklich spezielles zu bieten, ausser das Hoston NASA Kontrollzentrum.
Von hier wird jede NASA Mission Ueberwacht, daher war auch das erste Wort auf dem Mond Houston! Der Besuch des Kontrollzetrums war sehr interesant, und er gab mir die Moeglichkeit ein Stueck echten Mondstein zu beruehren (nicht traurig sein, nimm einen Stein vom Boden, fuehlt sich gleich an).
Zudem wurde ich in Housten das zweite mal auf Celuloid verewigt. Der Fernsehsender Chanel 25 machte Aufnahmen von den Internetstationen der Bibliothek fuer die News!
Wenn das so weiter geht werde ich noch in Hollywood entdeckt...
San Antonio, ein Dorf mit 1'000'000 Einwohnern (1.10.99-2.10.99)
Anders kann ich es mir nicht erklaeren, dass ich nach weniger als 24 Stunden Aufenthalt in der Stadt viermal von verschiedenen Einheimischen mit Namen begruesst werde!
Man merkt der Stadt das Suedlaendische Flair schon an, die Leute sind viel offener und kontaktfreudiger. Ich bin noch nie in einer Stadt vorher in so kurzer Zeit mit so vielen verschiedenen Leuten ins Gespraech gekommen.
Seit san Antonio sind in den Staaten jetzt auch schon zwei Personen die fuer mich Beten!
Kommen wir aber zur Stadt.
Da ist Alamo, eine ehemalige alte spanische Mission die spaeter zu einer Festung umgebaut wurde. Heute ist Alamo so etwas wie ein Texanisches Heiligtum, weil da eine fuer Texas wichtige Schlacht statfand. Fuer mich nichts spezielles, aber ich bin ja auch kein Texaner.
Mehr beeindruckt hat mich da schon der Riverwalk. Der San Antonio River, welcher sich durch die Stadt schlaengelt und mit Kanaelen erweitert ist, wird von Gehwegen neben ,im oder ueber dem Wasser umsaeumt. Alles ist sehr schoen angelegt und wirkt fast wie ein botanischer Garten. Brunnen und "Wasserfaelle" sind weitere Blickfaenge.
Die Boote,die eher wie Flosse aussehen, bieten auf dem etwa 7 Meter breiten Fluss Sightseeing-Touren oder Nachtessen am festlich gedeckten Tisch an und beleben den Fluss. Am Ufer wo der Gehweg ist, sorgen die Shops, Bars und Restaurants fuer Leben.
Es ist herrlich spaet abends bei ca. 25 Grad auf dem Riverwalk zu schlendern und all dem Treiben zu zusehen.
Die Beleuchtungen ueberall tragen nachts das ihrige bei, dass auf mich der Riverwalk den
Eindruck von Disneyland macht; so schoen das es schon fast kitschig ist.
Dallas, JR und JFK (3.10.99)
Dallas, bekannt aus der gleichnamigen aelteren Fernsehserie mit den Ewing's Jr etc.. Entgegen der allgemeinen Meinung, gibt es in Dallas keine Oelvorkommen. Ueberhaupt ist Dallas nur eine ziemlich konservative Handelsstadt und hat als solche fuer mich nicht viel zu bieten.
Dies kam mir zwar gerade gelegen, denn ich kam ca. um 5 Uhr in der Stadt an, und der letzte Bus richtung Denver verlies Dallas schon um 14 Uhr. Den Wollte ich nehmen, denn die Stadt war wie ausgestorben, es war ja Sonntag.
Trotzdem hat die Stadt ein paar Sachen zu bieten. Das sicherlich bekannteste ist die Ermordung von John F. Kennedy. Ich weiss, dass toent bloed das die Stadt die Ermordung von JFK zu bieten hat, aber es ist effektiv so!
Daraus wird auf alle moeglichen Arten Geld geschlagen. Der Verkauf von Videos und Buechern geht ja noch, aber die Strecke die JFK bei seiner Parade gefahren ist als historische fahrt in einer Stretch-Limousine anzubieten finde ich schon einwenig geschmackslos.
Denver, Mile High City (4.10.99-5.10.99)
Denver, vielen vielleicht auch aus der gleichnamigen Fernsehserie bekannt, liegt 19 lange Busreisestunden von Dallas entfernt! Und genau auf dieser Fahrt hatte ich das erste Mal nur einen einzigen Sitz zu meiner Verfuegung! Trotzdem ueberstand ich die Fahrt ueberraschend gut.
Auf der Reise sah ich viele kleine Oelpumpen, die mit ihrem immergleichen auf und ab nach Koernern pickenden Voegeln glichen. Auch sind wir dreimal schier endlosen Gueterzuegen begegnet. Und da waren natuerlich Werbetafeln wie: "Nur 120 Meilen bis zu John's Bar-B-Q". Hier wird halt mit anderen Distanzen gerechnet. Aber im grossen ganzen war die ganze Zeit nur weites endloses Land mit Gras, Bueschen und vereinzelten Baeumen zu sehen.
In Denver , der Mile High City, angekommen, musste ich gleich mit den kuehleren Temperaturen auf ueber 1600 Meter ueber Meer (Daher Mile High City) bekanntschaft machen. Das Gras war unter einen feinen Schich Rauhreif und ich fragte mich auf was ich mich hier eingelassen habe. Ich bin mir Temperaturen von 20-35 Grad gewoehnt, nicht 8 Grad am Morgen.
In Denver war wieder ein festes Bett angesagt, was gleichbedeutend ist mit Waesche waschen und Schuhe putzen. Aber auch wieder mal was richtig gutes einkaufen und dann wie ein Koenig Nachtessen und Fruehsteucken. (Der Abwasch gehoert dann aber leider auch dazu!)
Zu meiner Beruhigung haben sich die Temperaturen unterdessen wieder auf meinen gewohnten 25 Grad am am Tag eingependelt, und auch Abends braucht man keine Jacke.
Denver ist in Ordnug, zwar nichts spezielles, aber auch nichts schlechtes, einfach eine amerikanische Stadt. Das speziellste an Denver ist sicherlich seine Lage, es ist das Tor zu den Rocky Mountains, welche von hier schoen zu sehen sind.
Zudem ist eine von zwei Staatlichen Muenzfabriken in Denver zuhause, welche ich natuerlich besichtigt habe. Viel war allerdings nicht zu sehen. Aber da haben die doch wirklich echtes Papiergeld im Wert von mehreren 100$ fuer nur 5$ verkauft! Leider war es jedoch nur in Form von alten ausrangierten zu Konfetti verarbeiteten Geldscheinen!
Sonst eigentlich die ueblichen Besuche wie in jeder Stadt, spezielle Gebaude, Parks, Kuriositaeten, wenige Museen etc.. Was ich jedoch meist meide sind die Kunstgalerien, die jede Stadt zu bieten hat. Die Galerie als Gebaeude weckt manchmal mein Interesse, selten jedoch das was ausgestellt wird. |
Salt Lake City, Mormonen und ein warmer Empfang (6.10.99-7.10.99)
Nein, der warme Empfang ist nicht so gemeint, wie ich schon einmal Empfangen wurde (Auf der Toilette bei der Benuetzung des Pissoirs! Du erinnerst Dich?).
Diesmal meine ich warm in Form von herzlich. Nach ueber einem Monat ohne wirkliche Berge, habe ich mich sehr ueber die fahrt durch die Rocky Mountains gefreut. Es waren noch nicht die wirlich felsigen Berge, aber es waren auch definitiv mehr als nur Huegel!
Ich kam also mit dem Bus in Salt Lake City an und ging in den Busbahnhof. Wie immer an einem neuen Ort, re-organisiere ich jeweils meine Habseligkeiten, schaue dass meine Reiseunterlagen in Griffnaehe sind und mache mich erst mal auf der Toilette frisch. Nach dieser Prozedur bin ich ready fuer ein neues Abenteuer, und jede neue Stadt ist fuer mich eines.
Das gefuehl, welches in mir aufsteigt wenn ich den Rucksack aufhebe, auf den Ruecken schnalle und den Busbahnhof verlasse ist unbeschreiblich. Es ist etwas wie Freude, Freiheit, Glueck, Erwartung und Abenteuerlust zugleich. Einfach Unbeschreiblich schoen! Es ist fuer mich fast wie eine Droge, es gibt wahrscheindlich nicht viel das besser ist, und dazu ist es erst noch legal!.
Das gleiche Gluecksgefuehl ueberwaeltigt mich jeweils, wenn ich mit dem Rucksack unterwegs bin um eine Stadt die ich gesehen habe zu verlassen.
Ich weis, ich wiederhole mich. Aber den Rucksack mit allem was du zum Leben brauchst auf dem Ruecken und eine neue Destination vor dir, das ist wirklich etwas vom allerbesten, Freiheit pur! Das ist es auch was ich am alleine Reisen so mag. Keine Ruecksicht auf irgend jemanden nehmen muessen, niemanden um Erlaubnis fragen, einfach das machen wozu du gerade Lust hast, Super!!
Aber eigentlich war ich ja bei meinem herzlichen Empfang in Salt Lake City. Wie ich mich da so re-organisierte, kam ich mit zwei jungen Frauen, die ebenfalls mit Rucksack unterwegs waren, ins Gespraech. Es waren Neuseelaenderinnen, auch auf einem Trip in den Staaten. Wir sprachen so ueber unsere Erfahrungen beim Reisen, von Wo wir kommen und wohin wir gehen. Einfach ein ganz normales gespraech so unter Backpackern.
Kurz bevor sie jedoch den Bus bestiegen, gaben sie mir eine Postkarte von der Gegend in der sie wohnen, zusammen mit Adresse E-Mail etc. Aber es ist auch eine Aufforderung zu einem Besuch darauf. Wenn irgendwie moeglich, werde ich den Besuch natuerlich nicht auslassen!
Doch danach ging es ab in ein neues Abenteuer in einer neuen Stadt. In Salt Lake City wurde ich nie angepumpt, was mir auch schon bald auffiel. Irgendwie habe ich mich schon so an das gewoehnt, dass ich es vermisse wenn es nicht mehr gemacht wird!
Dafuer ist mir der ganze Wirbel rund um die Winter-Olympiade 2002 in dieser Stadt aufgefallen (Sion laesst gruessen!).
Fast alles was es in der Stadt zu sehen gibt, hat etwas mit der "Church of Latter Day Saints" zu tun. Zu deutsch heisst das "Kirche der Heiligen der Letzten Tage", bei uns jedoch besser bekannt unter "Mormonen-Kirche".
Die Mormonen, die an keinem ort ihren glauben frei ausueben konnten begaben sich auf eine beschwerliche Reise durch Nordamerika, immer auf der Suche nach Zion, dem gelobten Land. 1847 fnden sie ihr "Zion" im heutigen Salt Lake City. Sie schafften es die Wueste fruchtbar zu machen und bauten ihre Stadt auf. Auch noch heute ist Salt Lake City die einzige Metropole (1.2 Mio. Einwohner) weit und breit.
Die bekannteste Sehenswuerdigeit ist der monumentale Tempel an dem ueber 40 Jahre unermuedlich gearbeitet wurde. Die Granitsteine fuer die teilweise mehr als 5 Meter dicken Mauern mussten mit Ochsenwagen von den entfernten Bergen herangefuehrt werden.
Zu dem Tempel kommen noch verschiedene andere Gebaeude der Mormonen. So ist auch ein Kinofilm auf Grossleinwand ueber die Geschichte der Mormonen zu sehen. Dank moderner Elektronik in x-verschiedenen Landessprachen!
Natuerlich wird hier auch einem gerne alles erklaert, so musst du nur quer ueber den Temple Square laufen, und du wirst auf alle Sehenswuerdigkeiten aufmerksamm gemacht! So kam ich in den genuss einer privaten Besichtigungstour. Denn ich war gerade der einzige deutsch sprechende, und sie liessen mich nicht einer englischen Gruppe anschliessen! Zwei ca. 20 jaehrige Frauen aus Deutschland und Oesterreich fuehrten mich so ca eine Stunde durch die Gegend.
Das ganze war fuer mich alles neu und daher auch recht interesant. Obwohl schon recht stark versucht wurde einem den Mormonen-Glauben naeher zu bringen, waere es falsch von bekehrung zu sprechen. Es war mehr ein Interesse wecken, daher waren auch alle Dienstleistungen der Mormonen gratis.
Die Mormonen waren in Ihrem Park sehr damit beschaeftigt, die Baeume aufwendig zu schmuecken. Sie wurden bis in die kleinsten Aeste mit Hilfe von Hebebuehnen mit Lichterketten bestueckt! Ich traute nicht zu fragen, ob dass schon die Weihnachtsbeleuchtung ist!
In Vielen "normalen" Laeden haben in Amerika inzwischen die Weihnachtsartikel die Verkaufsregale erobert, gleich bei den Helloween-Larven.
Greyhound, meine Freiheit (7.9.99-7.11.99)
Greyhound ist keine Stadt, es ist die Busgesellschaft mit der ich in Amerika untewegs bin. Sie Ermoeglicht mir erst ueberhaupt so ein freies und unabhaengiges Reisen quer durch die Staaten.
Zudem verbringe ich viel Zeit in den Bussen und den Busbahnhoefen, so das sie ruhig auch eine Erwaehnung hier verdienen.
Der Greyhound ist fuer mich mehr als nur ein Transportmittel, er ist fuer mich auch so etwas wie eine Herberge. Unzaehlige Naechte habe ich schon in den Bussen verbracht. Das Erspart mir die Kosten fuer ein Hostel. Zudem spar ich Zeit, denn bei den grossen Distanzen hier in den Staaten dauert so eine Fahrt ne ganze Weile. So schlafe ich jeweils im Bus und bin am Morgen in einer neuen Stadt. Du bekommst dabei zwar nicht viel von der Umgebung mit, aber oftmals ist die Umgebung schnell gesehen. In Gewissen Regionen schaust Du 5 Minuten aus dem Bus, und die naechsten 10 Stunden wiederholt sich das Bild! Natuerlich sind nicht alle Regionen so, aber viele. Nimmst Du jedoch einen Bus am Tag, siehst Du zwar die Umgebung, triffst jedoch an deinem Ziel erst am Abend ein und verbringst den Rest des Abends mit Unterkunft Aufsuchen.
Fuer eine Reise im Geyhound ist das richtige "Equipement" entscheidend. Dazu gehoert in warmen und heissen gegenden in erster Linie die Faserpelzjacke. Die Amerikaner haben im allgemeinem naemlich so ihre Probleme mit dem sinnvollen Gebrauch einer Klimaanlage. Das Ist nicht nur in den Bussen so, sondern auch in Restaurants und Shops. Ist das Klima kuehl, herscht komischer weise im Bus meistens eine ganz angenehme Temperatur. Desweiteren gehoert Essen und Trinken zu jeder Busreise. Essen und Trinken ist im Bus zwar verboten, und der Busfahrer macht auch bei jeder Fahrt darauf aufmerksamm, was jedoch niemanden kuemmert, auch nicht den Busfahrer! Es werden ohnehin alle WC- und Rauchstops meistens bei irgendeinem Fastfoodshop gemacht, wo sich immer alle reichlich mit Esswaren eindecken! Ein Nackenkissen kann zum Schlafen ganz gute Dienste leisten. Ein Walkradio ist auch nicht schlecht.
Ich kam jedoch auch schon in dem Genuss einer 10 Stunden fahrt eine Reihe von einem Jaehrigen Baby entfehrnt. Walkradio und Ohrstoepsel konnten mir da nicht helfen. Ich weis nicht von wo das kleine Geschoepf all die Energie und die Kraft fuer ein so extrem lautes schier ununterbrochenes Geschrei her nahm! Ich wusste auf jedenfall schon bevor es mir die stolzen Eltern sagten, dass es ein Maedchen sein muss...
Das Schlafen in den Bussen ist nicht allzu leicht, mit der Zeit weis man jedoch wie man am besten "liegt". Meistens ist der Bus nicht allzu voll, und man hat zwei Sitze zur verfuegung. Sitzt Du jedoch alleine in deiner Reihe und der Bus fuellt sich langsamm, kannst du nur hoffen dass sich keine nicht allzu ungepflegte oder feste Person fuer den freien Sitz neben dir Entscheidet!
Komme ich jedoch in einen fast vollen Bus, so such ich mir meinen Platz nach den selben Kriterien aus.
Oftmals hat man im Bus noch ganz interesannte Gespraeche und man lernt vieles ueber Land und Leute.
Letzthin sass ich neben einer seit 5 Jahren verheirateten 23 jaehrigen Frau mit drei Kindern. Sie war zweisprachig aufgewachsen, und hatte freude ihr Deutsch entlich mal gebrauchen zu koennen. So sprach sie deutsch und ich englisch. Es war eine art Sprachunterricht fuer beide. Jedenfalls war es ihre erste Reise mit dem Greyhound, sonst nahm sie jeweils das Flugzeug. Daher entschuldigte sie sich bei mir fuer die Leute die so im Bus unterwegs waren, sie meinte ich duerfte nicht meinen alle Amerikaner seien so wie die Leute im Bus.
Natuerlich ist mir das auch klar, denn die Leute die hier den Greyhound benutzten sind teilweise schon etwas sonderlich. Sei es im Benehmen, in der meist schmutzigen und oft zerrissenen Kleidung oder in ihrem allgemeinen ungepflegten erscheinen. Der Bus ist eben das guenstigst Transportmittel!
Daher wartet auch auf fast jedem Busbahnhof ein Begruessungskomitee auf mich...
Natuerlich sind auch besser gestellte mit dem Bus unterwegs, aber die sind eher selten.
Aber da sind nicht nur die Busse, sondern auch die Busbahnhoefe. Auch alles ausgezeichnete Herbergen! Wie auch alle Busse ausgeruestet mit Sitzen (Schlafgelegenheiten) und Toiletten. Zuesaetzlich bieten sie jedoch Waschbecken, warmes und kaltes Wasser, Restaurants, Automaten, Sicherheitspersonal und jeglichen anderen Luxus! Ich weis gar nicht warum ich ueberhaupt manchmal in ein Hostel, Jugi oder aehnlichem uebernachte!
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Yellowstone Nationalpark, was solls? (7.10.99)
Nach Salt Lake City, stand wirklich der Yellowstone Nationalpark als mein naechstes festes Reiseziel fest.
Ich hatte mich in allen meinen drei Reisebuechern schon fest mit dem Park beschaeftigt. Von der bedeutung des Parkes fuer die Indianer wie auch die ganze geschichte des Parkes des Parkes sowie die Namen von Geysiren, Seen, Wasserfaellen und speziellen Plaetzen waren mir schon ganz gelaeufig. Ich habe fuer solche Lektuere in den Bussen und Bahnhoefen naemlich genug Zeit, und zudem finde ich es wichtig alles so gut informiert wie moeglich zu besichtigen. Das machte ich nicht nur beim Yellowstone Park so, sondern das mache ich immer so.
Auf jeden Fall hatte ich nur eine einzige Verbindung in den Park, und die war so unguenstig, dass ich am spaeten Abend dort angekommen waere. Das haette ich jedoch noch in kauf genommen. Als ich jedoch das letzte mal Umsteigen musste, musste ich die Busgesellschaft wechseln. Das war fuer mich nicht das erste mal, aber es war das erst mal das ich fuer den Bus haette bezahlen muessen. Es war naemlich eine offizielle Greyhound Strecke wofuer mein Ticket Gueltigkeit hat. Ich fand jedoch schnell heraus, das es sinnlos ist mit dem Herr am Schalter zu diskutieren und gab es auf.
So ging mir der Preis durch den Kopf den ich (wiederwillig!) haette bezahlen muessen, ich dachte an die einbrechende Dunkelheit, ich dachte an das ohnehin schlechte kuehle Wetter und ich dachte an die mir verbleibende Reise mit eventuell ohnehin besseren moeglichkeiten einen Park zu entdecken.
So ging ich 2 Minuten spaeter wieder zum Schalter um mein Gepaeck fuer Saettle zu deklarieren!
Seattle, Backpacker-Bonus, schnelle Jets und Fremde Gaerten (8.10.99-10.10.99)
Seattle, die Stadt an der Eliott Bay mit Lake Washington im Osten und dem fernen, schneebedeckten Gipfel des Mount Rainier am Horizont.
Bei meiner Ankunft in Seattle musste ich das was da so wunderschoen toent auf Postkarten in den Geschaeften anschauen! Es regnete den ganzen ersten Tag meines Aufenthaltes. Das der relativ weit entfehrnte Mount Rainier nicht zu sehen war waere ja noch gegangen, aber das Wetter war so neblig, dass die Wolkenkrazer alle mit ihren Spitzen darin verschwanden.
Aber das hielt mich natuerlich noch lange nicht davon ab die Stadt zu erkunden. Schliesslich habe ich ja meine Regenausruestung nicht vergebens mitgenommen! Des Wetter und des Wochentages wegen (es war Freitag) beschraenkte ich mein Aktionsradius mehr oder weniger auf Downtown. Dabei laeufft man natuerlich unweigerlich an vielen mehr oder weniger interessanten Geschaeften vorbei. Aber der ohnehin volle und schon genug schwere Rucksack zuegelt jeweils gluecklicherweise etwas meinen Kaufrausch. Trotzdem brauchte ich gewisse Ausruestungsgegenstaende die mir fehlten. Ich hatte zwar meinen Rucksack in der Schweiz so gut wie moeglich fuer meinen Trip ausgeruestet, aber es ist schwierig fuer einen Trip ins "Ungewisse" zu Packen. So gab ich in einem wirklich guten Outdoor
Geschaeft etwas Geld aus. Natuerlich bin ich auch an allgemeinen Preisen in den USA interessiert, was manchmal jedoch schmerzhaft sein kann.(..haette ich es doch hier zum halben Preis gekauft...)
Ab dem zweiten Tag wurde das Wetter wieder besser und die Temperaturen wurden auch wieder etwas angenehmer. (Ich bin mir so schweizer Herbsttemperaturen nicht mehr gewoehnt!) So erkundete ich die die etwas weitere Umgebung auf meine liebste art, naemlich zu Fuss. Du kommst niemals mit sovielen Leuten in Kontakt wie wenn man zu Fuss unterwegs ist. Wenn man zudem noch mit Rucksack umherzieht sowiso. Aber ich konnte meinen Rucksack da im Hostel lassen und ging in die umliegenden Huegel auf der suche nach einem Guten Blick auf die Skyline mit Space Needle und Mount Rainier. Aber da waren doch immer irgendwelche Hauser im Weg. So schlich ich mich an einem Ort in einen Privatgarten von dem ich mir einen Guten Ausblick erhoffte, ...vergebens... .
Ich fand trotzallem einen Platz mit super Aussicht, den ich dann auch bei Dunkelheit aufsuchte.
In Seattle gibt es einiges zu sehen, jedoch das bekannteste duerfte das Seattle Center, ein Ueberbleibselder Weltausstellung von 1962 sein. Dort endet die fuer die Weltausstellung erbaute Monorail und dort steht auch der Space Needle, der spindelduerre Turm mit futuristischen Aussehen, das heutige Wahrzeichen der Stadt.
An meinem Abreisetag besuchte ich mit voller Ausruestung das Museum of Flight. Und dort kam mir der Backbacker-Bonus wieder mal entgegen.
Ich benenne Bekanntschaften und Begebenheiten die ich meinem Rucksack zu verdanken glaube so.
Wie ich da so fuer das Eintrittsticket an der Kasse anstand, kam ein aelterer Herr mit Namensschild auf mich zu und drueckte mir ein Gratisticket im Wert von 8$ in die Hand! Auch wenn ich den Eintritt haette bezahlen muessen, das Geld waere es wert gewesen. Ich fand die Ausstellung sehr interesant. Ich bestieg unter anderem das Cockpit einer F/A 18 und eines Blackbirds (schnellstes je gebaute "Flugzeug", schon fast Rackete). Auch ein Besuch der Air Force One, des Praesidentenjets war auf dem Programm. Natuerlich nicht der, der jetzt gerade im Einsatz ist. Es war der von den Presidenten Eisenhower, Kennedy, Johnson und Nixon; jedoch auch so politische groessen wie Nikita Khrushchov und Henry Kissinger kamen schon in den Genuss des luxerioes ausgestateten Jets.
Kurz bevor ich Seattle verliess, machte ich noch eine "schreckliche " Entdeckung. Es war ein Auto, genauer eine Opel Omega Limusine.
Ich bin mir ja einiges an Marken und Typen wirr-warr in der Amerikanischen Autoindustrie gewohnt, und es ist mir auch mehrheitlich bekannt welche marken irgendwie zusammen gehoeren. (z.B. Cadillac und Opel unter GM)
Aber eine Opel Omega Limusine als Cadillac Calera zu verkaufen hat mir schon ein wenig zu denken gegeben! Cadillac genoss bei mir immer einen etwas speziellen Status, aber diese Fehlkonstruktion auf Raedern (Habe eigene Erfahrung mit Opel Omega) als Cadillac zu verkaufen finde ich persoenlich etwas peinlich. (Ich hoffe ich bin den Omega Fahrern unter den Lesern meiner Homepage nicht zunahe getreten. Sonst freue ich mich ueber jedes Mail eines Zufriedenen Omega-Lenkers, wenn es das ueberhaupt gibt!)
Vancouver, siehe unter Kanada! (11.10.99)
Portland, es gibt kein Bier in Portland es gibt kein Bier, drum fahr... (12.10.99)
Der ca. 40 Meilen entfehrnte 3426 Meter hohe Mount Hood mit seiner Schneebedeckten Spietze bietet eine schoene Kulisse fuer Portland. Die 2 Millionen Stadt mit Beinamen "Stadt der Rosen", bildet eine gute Basis fuer Ausfluege an die nahegelegene Kueste und in die Berge der Umgebung.
Die Stadt selber ist auch eine Stadt wie jede andere, vielleicht mit etwas mehr europaischem Flair.
Ihr Beinamen verdankt sie einem schoenen Rosengarten und einem Rosenfestival jedes Jahr. Die Rosen waren bei meinem Besuch die meisten schon verblueht. Trotzdem lohnte sich der etwa 75 Minuetige Marsch zum Garten auf dem Huegel, da von da eine herliche Aussicht auf Downtown und Mount Hood war.
Weniger gelohnt hatte sich der Marsch zu der oertlchen Bierbrauerei! Da ich ja in Denver schon den Besuch der Coor's Brauerei ausliess, wollte ich hier die Brauerei besichtigen. Am Eingang war jedoch nur eine schlichte Tafel, die darauf hinwies dass die oeffentlichen Touren abgeschaft wurden!
Und da war noch der junge Mann von der Strasse, der unbedingt von mir ein Foto mit meiner Kamera machen wollte. Aber ich war ja mit meinem 25 kilo Rucksack unterwegs, und ich haenge einfach zu stark an meiner Kamera, so habe ich liebend-gerne auf da "Foto" verzichtet...
Totmuede liess ich mich am Abend im Bus nieder, schliesslich hatte ich in den letzten 48 Stunden keine 8 Stunden Schlaf.
Cupertino, mein zuhause in Amerika (14.10.99-20.10.99)
Cupertino ist ein "kleine" Gemeinde mit ca. 75'000 Einwohner. Sie liegt etwa 45 Kilometer suedlich von San Francisco mitten im Silicon Valley.
Cupertino hat keine Hochhaeuser oder sonst eine spezielle Sehenswuerdigkeit, es ist nur eine Wohngemeinde. (Natuerlich mit vielen hier ansaessigen elektronic Unternehmen, schliesslich sind wir hier in Silicon Valley!)
Trotzdem ist Cupertino eine ganz spezieller Ort fuer mich. Hier wohnt naemlich meine Grosstante.
Obwohl ich sie erst einmal einen Abend lang in der Schweiz gesehen habe, lud sie mich herzlich zu Ihr ein. Inzwischen habe ich bereits einen Teil Ihres Freundeskreises und Ihrer Familie kennen gelernt, wo ich auch mit offenen Armen empfangen wurde. Ich fuehle mich hier daher auch schon sehr wohl. Es ist fuer mich wirklich so etwas wie mein Zuhause in Amerika!
Von hier aus unternehmen wir, oder manchmal auch ich alleine, Ausfluege in die Naehere Umgebung in Californien. |
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